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Artline 5; Vernissage am Samstag, 12. Mai um 19 Uhr
Borken - 09. Mai 2001. Das Prinzip Dokumenta: Jan Hoet präsentiert die artline 5 in Borken
Interaktionen Natur & Architektur 13. Mai bis 30. Juni 2001
Vernissage
Die artline 5 wird am Samstag, 12. Mai 2001, 19.00 Uhr offiziell im "kunstraum depot an der Mißgunst" (ehemaliges Bundeswehr-gebäude) in Borken mit dem Kurator Jan Hoet und Bürgermeister Rolf Lührmann eröffnet. Viele Künstler werden anwesend sein.
Vorher gegen 17.00 Uhr findet das Pressegespräch mit Jan Hoet und Gastkurator Michel Dewilde statt.
Dazu laden wir Sie ganz herzlich ein.
Vom 13. Mai bis zum 30. Juni 2001 werden die Besucher aus aller Welt die 5. Ausgabe der artline in völlig neuem Erscheinungsbild erleben.
Jan Hoet, der Kurator und Direktor des Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) Gent, dessen Engagement 1992 als künstlerischer Leiter der Dokumenta IX Spuren hinterlassen und seinen Weltruhm als Aus-stellungsmacher begründet hat, bringt Künstler und ihre Arbeiten aus ver-schiedensten Ländern und Kontinenten zum 775 jährigen Stadtjubiläum nach Borken:
56 Exponate werden gezeigt, 17 neue Installationen entstehen in Interaktion mit den Ausstellungsorten:
o ein altes, leer stehendes Bankgebäude im Stile der 60er Jahre
o die riesige, karge Halle des ehemaligen Versorgungsamtes der Bundeswehr mitten in der historischen Stadt
o das neue Volksbankgebäude
o das übrige Stadtgebiet als signifikanter Teil mehrerer Installationen
Das harmonische Gefüge von urbaner historischer Architektur und kultivierter Naturlandschaft hat Jan Hoet inspiriert, das Ausstellungskonzept "Interaktionen - Natur & Architektur" für die Stadt Borken aber eben nicht nur für sie allein zu entwickeln.
Was Hoet hier besonders interessiert, ist die Lage am Rande der Ruhrstadt und die Nachbarschaft zu den großen (Kunst)metropolen Köln und Düsseldorf. Diese kontrastierende geografische Konstellation schafft Identität und ermöglicht erst das Gelingen seines Konzeptes: "Borken hat und liefert eine Situation, wo die Kunst einen Raum bekommt, wo sie mit der Ruhe [...die die umgebende Natur liefert...] und der nötigen Reflektion geschaffen werden kann" Wo die Kunst nicht im "Hintergrundrauschen" der Großstädte verschwindet.
Hier findet sich auch der entscheidende Hinweis: Es geht um Schaffensprozesse, nicht primär um das Ausstellen "fertiger", etablierter Kunst.
Letztere wird sofort funktionalisiert als Interaktionspartner: Inspiration oder Katalysator, Verbindungselement oder Reibungspunkt, immer aber aktiv als Teil des Dialogs.
Die Ausstellung Interaktionen - Natur & Architektur gliedert sich formal in zwei Schwerpunkte: Schaffungen und Sammlung. Progressive Projekte des 21.Jahrhunders treffen auf "Klassiker" wie Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Richard Long, Mario Merz, Carl Andre, Bruce Nauman sowie eine Fülle weiterer wichtiger Vertreter zeitgenössischer Kunst aus dem S.M.A.K. Museum, Gent sowie aus unterschiedlichen privaten Sammlungen, die alle in engem Bezug zum Thema stehen.
Die artline 5 stellt die überaus aktuelle Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur im 21. Jahrhundert, das immer stärker gekennzeichnet wird vom Verschwinden des Materiellen zugunsten vieler künstlich simulierter Wirklichkeiten, die mit dem Betätigen eines elektronischen Schalters beliebig abrufbar zu sein scheinen.
Ein gutes Beispiel ist die Toncollage von Christine Clinckx, die aus den Abwassergullis der Stadt ertönt. Sie entwirft ein Konzept von der "Stadt unter der Stadt". Dazu sammelte sie sowohl in den Großstädten wie vor Ort in Borken die Stimmen von Menschen, die auf der Strasse oder in schwierigen sozialen Verhältnissen leben und verschafft somit den sonst Ungehörten ein Forum, auf dem sie wahrgenommen werden.
Die Einbeziehung des Betrachters, ein wichtiger Aspekt schon in Werken von Beuys oder Richard Long, ermöglicht dann erst die virtuelle Vernetzung des Stadt- und damit Ausstellungsgebietes. Der Kreis schließt sich, der Besucher erlebt den Dialog und die dynamisierende Wirkung der "klassischen" Werke und der neu entstehenden Arbeiten als Prozess hautnah und unmittelbar nachvollziehbar.
Ein weiteres Beispiel: Der Spanier Emilio Lopez-Menchero untersucht mit 40 lebenden Tse-Tze-Fliegen die Architektur der Angst, die Angst der Besucher vor dem Unbekannten und die Angst der Behörden vor der potentiellen Gefahr einer Infektion. Ein Projekt, das vor dem Hintergrund scheinbar unaufhaltbarer, grenzüberschreitender Tierseuchen eine er-schreckende Aktualität widerspiegelt. Die 17 Künstler der Schaffungen im einzelnen: Alicia Framis, Anya Gallacio, Sislej Xhafa, Manfred Pernice, Simone Decker, Christine Clinckx, Ronny Heiremans, Johan Deschuymer, Maria Roosen, Jan De Cock, Herman Maier Neustadt, Yolanda Paulsen Quintana, Marion Möller, Emilio Lopez-Menchero, Robert Moreau, Marcus Jansen, Bizhan Bassiri.
Neue Werke: Mariele Neudecker, John Isaacs, Silke Shatz, Rui Chafes, Thierry de Cordier, Sylvia Grüner, Raoul de Keyser.
Die Künstler der Sammlung
Carl Andre, Giovanni Anselmo, Dieter Appelt, Bernhard & Hilla Becher, Joseph Beuys, Dara Birnbaum, Leo Copers, Daniel Dezeuze, Flavin, Günther Förg, Hamish Fulton, Rodney Graham, Thomas Hirschhorn, Anselm Kiefer, Richard Long, John McCracken, Mario Merz, Bruce Nauman, Royden Rabinowitch, Gerry Schum, Niele Toroni
Zu dieser Pressemitteilung bieten wir Ihnen angehängtes Bildmaterial zu einzelnen Künstlern an. Copyright Vincent De Schamphelaere. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie weitere Photos benötigen !°
artline / 5
Kurator: Dr. Jan Hoet, Leiter des Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) Gent
Gast-Kurator: Michel Dewilde, Stadt Brügge
Projektleitung: Monika Böing, Stadt Borken
Technische Leitung, Stadt Borken: Klaus Schonnebeck und das Baubetriebshof Team
Marketing: Meuter & Team, Borken
Datum: 13. Mai bis 30. Juni 2001 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10.00-18.00 Uhr Freitag bis 23.00 Uhr
Eintritt: 10 DM;Katalog (2 teilig): 3-sprachig (Deutsch, Niederländisch, Englisch) 30,00 DM
Borken ist zu erreichen: Per PKW: A 43 Ausfahrt Dülmen, A 31 Ausfahrt Borken, A3 Ausfahrt Wesel
Mit dem Zug: Essen-Borken
Stadt Borken Infobüro: artline / 5, Am Kuhm 40, D- 46325 Borken/NRW, Tel.: 00.49.2861.908.606 Fax: 00.49.2861.908.608 E-Mail: monika.boeing@borken.de
Presseinformationen: artline / 5 mobil 0177 8347420 Tel.: 00.49.2861.908.606 Fax: 00.49.2861.908.608 E-Mail: kolpt@liffers.de
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:
Ronny Heiremans
Ronny Heiremans- Foto 2
Mario Merz- Foto1
Mario Merz-Foto 2
Bruce Nauman
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