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"Wie ein Kind in einem Spielzeugladen..."
Jan Hoet und Borkens Bürgermeister Rolf Lührmann eröffnen die artline 5
Borken - 15. Mai 2001. Mit dem Zitat titelte eine große belgische Zeitung und beschrieb damit sehr treffend die Fülle der Möglichkeiten, die Jan Hoet in Borken vorgefunden hat.
Das riesige Bundeswehrdepot war Schauplatz der Eröffnung mit vielen hundert Gästen aus dem In- und Ausland. Die Entwicklung, die Hoet, wie er in der Eröffnungsrede betonte, in Gang setzen wollte, hatte die Stadt schon seit geraumer Zeit erfasst. Wie weit diese Wahrnehmungsprozesse schon fortgeschritten sind, zeigt das Beispiel einiger besorgter Bürger, die die menschlichen Stimmen aus den Gullis der Stadt - Teil der Installation von Christine Clinckx - für authentisch hielten und die Polizei baten, diese aus ihrem vermeintlichen Gefängnis zu befreien.
Der Freiheitsgedanke ist auch integraler Bestandteil der Arbeiten des Schweden Robert Moreau. Er sprengte im ehemaligen Verwaltungsbüro des Bundeswehrlagers den Boden, aus dem nun Pflanzen wachsen. Die Natur befreit sich nach dem Weggang des Menschen und nimmt verlorenes Terrain wieder in Besitz. Moreau zeigt völlig reduziert nur den Lebens- und Wachstumsprozess, den er seit einigen Wochen in Gang gebracht hat. Er wird nicht wie Beuys, dessen Werk "Butter and Beeswax, Basic material" in Sichtweite zu betrachten ist, Teile seiner Installation an ein Museum geben. "Ich möchte nicht, dass es zu "Versteinerungen" kommt, nur die lebende Pflanze zeigt die Bewegung, den Fluss der Entwicklung"
Die Entwicklung wird nicht bei den Menschen halt machen. In der Arbeit von Marcus Jansen, einer Ansammlung von Lockenten aus Plastik in einem runden Käfig in dem Flüsschen Aa mitten in der Stadt, wird die umgebende Natur direkt einbezogen. Ortsansässige Stockenten reagieren auf die Attrappen. Die menschlichen Betrachter werden Teil des Spieles aus Raumsituation und Kommentar des Künstlers, der auch auf die Defunktionalisierung der Attrappen vom Jagdinstrument zum Dekorationsstück im heimischen Gartenteich anspielt. Jansen bezeichnet seine Arbeit als "Wahrnehmungsköder", als Katalysator für Beobachtungs- und Denkprozesse. Sie sind durch ihre formalen Setzungen - Stichworte: Alltagsmaterialien, echt und falsch, Lockenten als Ready-mades, Einsperren und Aussperren, Schönmachen - nicht zuletzt und vor allem: Bildhauerei.
Bürgermeister Lührmann, der den Impuls durch die artline 5 nicht nur im Bereich der Kunst ansiedelt, sondern auch die Entwicklung der Stadt Borken und ihrer Umgebung im Auge hat, wird ohne Zweifel recht behalten: " Nichts wird sein wie vorher" Welchen Weg die sich ständig verändernde Kunst nehmen wird, können die Gäste der artline 5 in den nächsten 6 Wochen hautnah erleben.
artline / 5
Kurator: Dr. Jan Hoet, Leiter des Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) Gent
Gast-Kurator: Michel Dewilde, Stadt Brügge
Projektleitung: Monika Böing, Stadt Borken
Technische Leitung, Stadt Borken: Klaus Schonnebeck und das Baubetriebshof Team
Presse und weitere Informationen zu den einzelnen Künstlern: Peter Liffers, mobil 0177 8347420
Marketing: Meuter & Team, Borken
Datum: 13. Mai bis 30. Juni 2001 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10.00-18.00 Uhr Freitag bis 23.00 Uhr
Eintritt: 10 DM Katalog (2 teilig): 3-sprachig (Deutsch, Niederländisch, Englisch) 30,00 DM
Borken ist zu erreichen: Per PKW: A 43 Ausfahrt Dülmen, A 31 Ausfahrt Borken, A3 Ausfahrt Wesel
Mit dem Zug: Essen-Borken
Stadt Borken Infobüro: artline / 5, Am Kuhm 40, D- 46325 Borken/NRW, Tel.: 00.49.2861.908.606 Fax: 00.49.2861.908.608 E-Mail: monika.boeing@borken.de
Presseinformationen: artline / 5 mobil 0177 8347420 Tel.: 00.49.2861.908.606 Fax: 00.49.2861.908.608 E-Mail: kolpt@liffers.de
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