Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 29. Mai 2001

Tip für Bauherren: Mit "Passivhäusern" aktiv das Klima schonen und weniger Energie verbrauchen

Stadt Bocholt übernimmt Vorreiterrolle/Aktuelle Informationen jetzt im Internet unter www.bocholt.de abrufbar

Bocholt (pd).

Die Stadt Bocholt ist darum bemüht, ihren Bürgerinnen und Bürgern Hilfestellung und Anreize bei der Realisierung moderner Bauweisen zu geben. Denn die Reduzierung des Einsatzes fossiler Energieträger bedeutet immer auch eine Reduzierung des CO2 - Ausstoßes und damit einen Beitrag zum Klimaschutz. Mit dem Projekt "PASSIVHÄUSER für Biemenhorst" hat die Stadt Bocholt eine Vorreiterrolle übernommen und dies nicht nur im Kreis Borken. 15 von 90 Wohnbaugrundstücken in Biemenhorst werden vorrangig für den Bau von PASSIVHÄUSERN vergeben, modernen Häusern, deren Heizwärmebedarf nur noch 10% des herkömmlicher Weise üblichen Verbrauchs beträgt. Diese Zukunftsfähige Bauweise beinhaltet die Nutzung von Sonnenenergie, sowohl passiv, als auch aktiv.

Was ist ein Passivhaus? Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in welchem ein komfortables Innenklima ohne aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem erreicht werden kann - das Haus "heizt" und kühlt sich eben rein passiv (Adamson 1987 und Feist 1988). Voraussetzung hierfür ist ein spezifischer Jahresheizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m²a). Dies soll nicht etwa auf Kosten hoher zusätzlicher Verbräuche an anderen Energieträgern (z. B. Strom) erreicht werden. Vielmehr: Der gesamte spezifische Primärenergiebedarf pro m² Wohnfläche in einem europäischen Passivhaus darf 120 kWh/(m²a) (für Raumheizung, Warmwasserbereitung und Haushaltsstromverbrauch) nicht überschreiten. Dies bildet die Grundlage, den verbleibenden Energiebedarf komplett durch erneuerbare Energien decken zu können. Damit wird in einem Passivhaus insgesamt weniger Energie verbraucht, als in durchschnittlichen europäischen Neubauten allein an Haushaltsstrom und für die Warmwasserbereitung benötigt wird. Der gesamte Endenergieverbrauch eines Passivhauses ist daher um mindestens einen Faktor 4 geringer als der durchschnittliche Verbrauch in Neubauten nach den jeweils geltenden nationalen Vorschriften.

Das PASSIVHAUS-PROJEKT-BIEMENHORST ist direkt auf Bocholter Verhältnisse zugeschnitten. Es favorisiert einerseits modernste Bautechnik, lässt dem zukünftigen Bauherren aber andererseits jede nur erdenkliche Freiheit. Die Bauherren selber bestimmen das Erscheinungsbild ihres Hauses und legen selbst fest, ob sie eine Ausführung als Massivbau, Holzständerhaus, mit Putz- oder Klinkerfassade, Sattel- oder Pultdach möchten. Die Unterstützung der Stadt Bocholt beim PASSIVHAUS-PROJEKT Biemenhorst, bezieht sich sowohl auf die fachlich informative Seite, als auch auf die finanzielle. Es sei erwähnt, dass der Rat der Stadt Bocholt die finanziellen Mittel hierfür zur Verfügung gestellt hat. Dies ermöglicht es, einen Zuschuss in Höhe von DM 10.000,- pro Passivhaushälfte in Biemenhorst zu realisieren. Auch fachliche Hilfestellung für die PASSIVHAUS-BAUHERREN und die örtliche Handwerkerschaft wird gegeben. Sowohl während der Planungsphase, als auch während der Bauausführung. Die Stadt Bocholt beauftragte das NEI- Niedrig-Energie-Institut Detmold mit der Qualitätssicherung der Bocholter PASSIVHÄUSER. Das Niedrig-Energie-Institut Detmold ist bundesweit in Sachen Niedrigenergie- und Passivhäuser tätig und hat bereits mehrere Projekte zusammen mit der Landesregierung und der Energieagentur NRW durchgeführt.

Tip: Im Internet sind jetzt alle weitere Informationen, Ratschläge und Verweise zum Thema abrufbar unter www.bocholt.de.