Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 29. August 2001

Kurz & Knapp: Ergebnisse der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün am 28.08.2001

Bocholt (pd).

Am 28.08.2001 tagte der Ausschuss für Umwelt und Grün. Hier die Ergebnisse - kurz & knapp:

Thema Brahmsstraße: Erhalt oder Fällung der Linden?

Erhalt oder Fällung – diese Frage stellt sich auf der Brahmsstraße in Bezug auf 11 Linden, die dort bereits seit rund 40-50 Jahren stehen und zum größten Teil einen vitalen und gesunden Eindruck machen. Neben den wertvollen ökologischen Funktionen prägen sie seit Jahrzehnten das Straßenbild. Allerdings bringen die Bäume auch einige Nachteile mit sich: Da die Linden relativ nahe an den Grundstücken der Anwohner platziert sind, verursacht das flache Wurzelwerk der Pflanzen Schäden an den Gartenmauern und der Kanalisation. Die Vorgärten werden zudem durchwurzelt und beschattet. Ferner sorgt der sogenannte "Honigtau", ein Sekret pflanzensaftsaugender Insekten, für Unmut gerade auf geparkten Fahrzeugen und Dächern.

Die Anwohner der Brahmsstraße möchten die Bäume deshalb gerne entfernen lassen.

Als mögliche Lösung schlug der Fachbereich für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün unter Aufzählung von Pro- und Contraargumenten die Fällung der Bäume vor. Sie könnten durch pflegeleichtere Alternativen ersetzt werden. Hintergrund: Die 11 Bäume unterliegen grundsätzlich der Baumschutzsatzung. Für ihre Entfernung müssten gewichtige Gründe vorliegen. Es gilt, zwischen ökologischen Argumenten (die für einen Erhalt sprechen) und dem Bürgeranliegen (Fällung) abzuwägen. Bedenken äußerten die Ausschussmitglieder, mit der Fällung möglicherweise einen Präzedenzfall in Bocholt zu schaffen.

Der Ausschuss einigte sich darauf, sich die Situation am 25.09.2001 erst einmal vor Ort genau anzusehen, bevor man weitere Entscheidungen trifft.

Thema thermische Solaranlagen/Passivhäuser: Bocholts Umweltreferentin Angela Theurich berichtete von positiven Erfahrungen mit dem Passivhausprojekt Biemenhorst und über das Förderprogramm für thermische Solaranlagen. Sie plädierte dafür, das Förderprogramm für Solartechnik die nächsten beiden Jahre weiter zu verfolgen, um die hiesigen Installationsbetriebe für dieses Thema verstärkt zu sensibilisieren. "Wir haben etwas in Bewegung gebracht, was sich lohnt, aufrecht erhalten zu werden", so Theurich, die zudem anmerkte, dass sich künftig auch ein Fördertopf vom Land für künftige Passivhäuser auftun könne.

Die Ausschussmitglieder schlossen sich der Meinung der Umweltreferentin an. Die CDU meinte, die Fördergelder seien bei der thermischen Energie gut angelegt. Man habe innovative Ideen auf den Weg gebracht. Die SPD merkte positiv an, dass man hier eine Sache nicht nur theoretisch behandelt, sondern direkt in die Tat umgesetzt habe.

Thema schwefelfreier Diesel: Umweltreferentin Angela Theurich berichtete, dass künftig die Stadtbusse und die städtischen Fahrzeuge mit schwefelfreiem Diesel betankt werden sollen. Möglich sei dies durch die sogenannte CRT-Technik (continously-regeneration-trap). Das sei eine echte Verbesserung für die Umwelt, so Theurich. Der Vorteil: Eine Umrüstung der Fahrzeuge ist nicht notwendig.

Thema Ökosponsoring: Der Fachbereich für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün stellte einen Entwurf für eine Renaturierungsmaßnahme an der Aa im Bereich des Textilmuseums vor, der von den Ökosponsoren favorisiert worden sei. Unter Berücksichtigung der drei Kernmerkmale Umwelt-, Aufenthalts- und Gestaltungsqualität könne man sich dort eine Flachwasserzone, bestückt mit Findlingen, Schilf und Röhricht vorstellen. Außerdem ist an eine Hängebrücke gedacht, um nah an den Wasserspiegel der Aa zu gelangen. Noch liege allerdings keine schriftliche Förderzusage und keine Baugenehmigung vor. Dann soll eine konkretere Planung betrieben werden.