Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 05. September 2001
Offener Brief des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Magdeburg zum geplanten Elbausbau

Magdeburg. Sehr geehrte Damen und Herren, auf mehrere, teils gleichlautende Briefe zum Vorhaben des Elbe-Ausbaus in Magdeburg möchte ich hiermit antworten.

Die Strombaumaßnahmen auf der Stadtstrecke Magdeburg gehören ebenso wie der Bau des Wasserstraßenkreuzes zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Schiffbarkeit der Elbe und die Schaffung einer durchgehenden Ost-West-Wasserstraße. Ausbau und Neubau von Bundeswasserstraßen - zu denen auch die Elbe gehört - sind hoheitliche Aufgaben des Bundes. Die Handlungsmöglichkeiten der Landeshauptstadt Magdeburg beschränken sich deshalb auf die Sicherung ihres Eigentums und darauf, Ausgleichsmaßnahmen zum Schutz der Natur durchzusetzen.

Magdeburg ist als betroffene Gemeinde und als untere Naturschutzbehörde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens beteiligt und angehört worden. Dabei hat das Umweltamt der Landeshauptstadt im Verbund mit anderen Beteiligten nachweisen können, dass sich durch den Ausbau der Stromelbe die Trockenperioden der Alten Elbe zwischen Rotehornspitze und Herrenkrug verlängern, wodurch sich die Lebensbedingungen für Flora und Fauna in diesem Gebiet verschlechtern könnten. In Verhandlungen mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost und weiteren beteiligten Behörden konnte durchgesetzt werden, dass das Cracauer Wehr um 20 cm vertieft wird, um den Wasserabfluss zu verstärken. Außerdem wurde der Landschaftspflegerischer Begleitplan auf Empfehlung des Umweltamtes der Landeshauptstsadt Magdeburg überarbeitet, um den Eingriff in den Naturhaushalt auszugleichen, z.B. durch die ökologische Optimierung von Bachläufen und Entwässerungsgräben, die in die Elbe münden, die Entschlammung von Teichen, die Neuanlage von Feuchtgrünland sowie die Optimierung des Wasserregimes in den Prester Seen. Die Landeshauptstadt wird weiterhin darauf drängen, dass die im Landschaftspflegerischen Begleitplan festgelegten Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Sorge der Magdeburgerinnen und Magdeburger um den Dom, seine Geschichte und die Besonderheit des Domfelsens kann ich verstehen. Deshalb erfordert ein so großer Eingriff in das gewachsene Flussbett, wie er jetzt vorgesehen ist, die Abwägung aller Faktoren. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens sind umfangreiche Untersuchungen zu den Auswirkungen einer Abtragung der Felsen zwischen Dom und Herrenkrug durchgeführt worden. Außerdem wurden vor einigen Monaten Probeschürfungen am Domfelsen vorgenommen, um die Erschütterungen zu messen. Das Ergebnis: Die Steinmetze, die den Dom restaurieren, verursachen die stärksten Erschütterungen für den Dom. Selbst die umliegenden Baustellen und der Straßenverkehr sind stärker spürbar als die Fräsarbeiten am Domfelsen.

Mit dem geplanten Ausbau der Elbe auf der Stadtstrecke Magdeburg werden sich die Bedingungen für den Schiffsverkehr in Richtung Dresden und Prag verbessern. Davon werden nicht nur die Magdeburger Häfen profitieren, das ist auch eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau Magdeburgs zum einzigen Güterverkehrszentrum in Sachsen-Anhalt. Angesichts wachsender Verkehrsströme werden so die Voraussetzungen geschaffen, um den Wasserweg als ökologischen Transportweg zu stärken und Gütertransporte vermehrt von der Straße auf die Wasserstraße zu verlagern. Durch die vorgesehene Abfräsung der Felsbereiche kann zudem auf eine deutlich teurere Staustufe - wie sie in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts vorgesehen war - verzichtet werden. Die Kosten für den Ausbau werden zu 75 % von der Europäischen Union getragen, den Rest finanziert der Bund. Aus Sicht der Landeshauptstadt muss letztlich der wirtschaftliche Vorteil eines Ausbaus abgewogen werden gegenüber den Auswirkungen auf die Natur. Im Rahmen der eingeschränkten Einflussmöglichkeiten, die die Landeshauptstadt Magdeburg im Planfeststellungsverfahren hat, wird sie sich dafür einsetzen, dass Natur und Umwelt durch den Ausbau keinen Schaden nehmen. Dies wird das nächste Mal im November 2001 bei der erneuten Anhörung der Träger öffentlicher Belange der Fall sein.

Dr. Lutz Trümper Oberbürgermeister

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
FAX: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
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