Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 10. September 2001

Junge Russin gewinnt viele interessante Eindrücke

Olga Skuratowitsch macht in Bocholt ein kommunales Praktikum mit Schwerpunkt Grundstückswesen

Bocholt (pd).

"Bocholt gefällt mir sehr. Die verschiedenen Lebensstile, die unterschiedliche Architektur im Vergleich zu meinem Land – das alles ist sehr interessant." Dieses Kompliment an Bocholt macht Olga Skuratowitsch, eine russische Praktikantin aus der tschuwaschischen Republik (600 km östlich von Moskau), die seit dem 22. August in Bocholt ein kommunales Praktikum im Rathaus absolviert und ferner Einblicke in das deutsche Notarwesen erhält.

Die Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung in Zusammenarbeit mit der Carl-Duisberg-Gesellschaft ermöglichen ihr und anderen Landsleuten, die über ganz Deutschland verteilt sind, ein insgesamt dreimonatiges Stipendium. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen das Justizministerium in ihrem Heimatland über Formen der Wirtschaftsförderung in Deutschland unterrichten.

Olga Skuratowitsch erhielt als Schwerpunktthema das Grundstückswesen. Derzeit verschafft sich die junge Russin Einblick in den kommunalen Umgang mit Grundstücken hierzulande. Und in diesem Bereich registrierte sie im direkten Vergleich zur Praxis in Russland bereits wesentliche Unterschiede. "Grundstücke als Privateigentum sind bei uns wenig verbreitet. Bei uns können Nutzungsrechte für Grundstücke erworben werden. Diese werden vertraglich festgehalten, und für die Nutzung sind einmalige Entgelte zu entrichten", so Skuratowitsch. Im Gegensatz zur deutschen Praxis also, wo Grundstück und Gebäude in der Regel als verbundene Einheit betrachtet werden, verbleibt das Grundstück als solches in Russland in staatlicher Hand, während die darauf befindlichen Gebäude privat sind.

Die 27-jährige Juristin ist in ihrer Heimat in einer Bundesbehörde beschäftigt und nimmt Aufgaben wahr, die in Deutschland auf kommunaler Ebene in verschiedene Bereiche gegliedert sind. Einen Notar im deutschen Sinne gibt es zum Beispiel in Russland nicht. Diese Funktion sowie sonstiges Grundstücks-, Grundbuch- und Katasterwesen werden in Russland von einer zentralen Stelle aus abgewickelt. In der Bundesbehörde, in der Skuratowitsch tätig ist, wird, wenn jemand ein Grundstück haben möchte, die entsprechende Registrierung des zeitlich befristeten Nutzungsrechts vorgenommen.

"Ich hoffe, ich kann bestimmte Erkenntnisse in Russland umsetzen", berichtet die Russin von vielen verschiedenen Eindrücken, die sie derzeit gewinnt. Sie ist noch bis zum 22. Oktober in Bocholt, danach erfolgt in Sachsen eine Abschlussveranstaltung.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Olga Skuratowitsch absolviert ein kommunales Praktikum in Bocholt