
Pressemitteilungen der Stadt Borken
Alle Meldungen | Medienarchiv | E-Mail Abo | Im Pressearchiv suchen
Narrentum im Wandel der Zeit
Ausstellungseröffnung und Nachmittagskonzert im Stadtmuseum am 16.09.
Borken - 12. September 2001. Fastnacht, Fasching, Karneval - lässt sich die vielzitierte "fünfte Jahreszeit" im Ernst in einer Ausstellung präsentieren?
Durchaus, denn die historischen Wurzeln des Närrischen und seine ursprünglichen Funktionen sind facettenreich und spannend und lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen.
Die weitgereiste Wanderausstellung des deutschen Fastnachtmuseums Kitzingen liefert unter dem Titel "Die Welt der Narren im Wandel der Zeit" ein kulturgeschichtliches Panorama, das einen weiten Bogen vom Maskenspiel römischer Kommödien über die dörfliche Fastnacht des Mittelalters und die commedia dell arte bis zur Entstehung des bayrischen, badisch-alemannischen und rheinischen Narren-Brauchtums im 19. Jahrhundert schlägt.
Nur noch wenig bekannt ist zum Beispiel, dass der Mainzer Rosenmontagszug ursprünglich als Satire auf die Fürstenherrschaft des frühen 19. Jahrhunderts inszeniert wurde: mit berittenen Herolden, Fahnen- und Standartenträger, einer dickbäuchige Ranzengarde und einem Spektakel um den närrischen Helden mit Staatskarosse und Hofstaat. Mittlerweile haben diese szenischen Elemente und Rollen ihr reales Gegenüber verloren und die Formen sich verselbständigt. Geselligkeit und Unterhaltung rückten im Karneval des 20. Jahrhunderts in den Vordergrund, ohne daß die Zeitkritik verschwunden ist. Diesen und viele andere Aspekte präsentiert die Kitzinger Narren-Ausstellung anhand historischer Bilder und informativer Texttafeln.
Daß das Fastnacht-Brauchtum seiner Entstehung nach eng mit dem Christentum verbunden ist, zeigen nicht zuletzt die traditionellen Fastelaovend-Feiern der organisierten Nachbarschaften im Westmünsterland. Die so zählebige wie skeptische Frage, ob der Straßenkarneval hier mehr als ein "künstlicher" Import sei, haben die närrischen Vereine des Kreises Borken wohl längst positiv beantwortet.
Ein beachtliches Beispiel ist der Weseker Rosenmontagszug e.V., der diese Ausstellung angeregt und um eigene Exponate ergänzt hat und als Mitveranstalter fungiert. Ende September richtet er anlässlich der Borkener 775-Jahr-Feier ausserdem einen Kongress des Bundes Westfälischer Karneval aus.
Zusammen mit der Museumsleitung lädt der Verein am kommenden Sonntag (16.09.)um 11.00 Uhr zur Ausstellungseröffnung ins Stadtmuseum Borken ein. Die Eröffnung wird der Direktor des Deutschen Fastnachtmuseums Hans-Joachim Schumacher vornehmen, für den musikalischen Rahmen sorgt das Duo T. Öttchen & P. Umpernickel, das auf augenzwinkernde Weise "Dem Westfalen sein (Fastnachts-) Humor" beleuchten wird.
Im Rahmen eines Nachmittagskonzertes stellen die beiden unwiderstehlich netten Münsteraner Jungs Hans-Gerd Lietzke und Manni Kehr zudem westfälisches Liedgut der "etwas anderen" Art vor. Unter dem Titel "Von romantischen Pfützen und versoffenen Frauen" garnieren sie Spott- und Arbeitslieder, musikalische Volksweisheiten aus dem 30-jährigen Krieg und der napoleonischen Zeit und Balladen aus der Volksliedsammlung der Droste mit frechen Sprüchen zum Lobe unserer westfälischen Heimat. Unter Einsatz von Gitarre, Mandoline, Mandola, Concertina, Dulcima und Drehleier räumen sie auf liebenswürdiglistige Weise mit dem Vorurteil auf, der Westfale sei - kulturgeschichtlich betrachtet - der feinen Sangeskunst nicht mächtig gewesen.
Das Konzert beginnt um 15.00 Uhr, der Eintritt beträgt 12 Mark.
Stadt Borken ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.




