Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 16. Oktober 2001

Gelbe Wertstoffsäcke oftmals zweckentfremdet

Missbräuchliche Nutzung verursacht Kosten von 40.000 DM pro Jahr/Bitte des ESB: Nur das rein, was auch rein gehört

Pro Jahr gibt der Entsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Bocholt (ESB) ca. 75.000 Rollen mit gelben Wertstoffsäcken ab. Umgerechnet sind das rund 1,5 Millionen Einzelsäcke. Davon werden aber nur ca. 800.000 Stück mit Wertstoffen befüllt und zur Abholung an die Straße gestellt, wie eine jüngste Statistik des ESB ergab. Fast die Hälfte der Säcke werden demnach für eine Vielzahl anderer Zwecke benutzt. Diese Nutzung widerspricht dem eigentlich Sinn der Wertstoffbehälter, und nicht nur das: "Es geht schließlich auch um viel Geld", gibt Gisbert Jacobs, Leiter des ESB, zu bedenken. Die missbräuchliche Nutzung kostet den ESB pro Jahr ca. 40.000 DM. Der ESB bittet daher die Bürgerinnen und Bürger, die gelben Säcke nur mit jenen Materialien zu füllen, die dafür auch gedacht sind. Welche das sind, steht auf den gelben Säcken aufgedruckt.

Häufig zu beobachten ist der falsche Gebrauch als Sammelbehältnis für Restmüll oder Grünabfälle. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, müsse man sich beim ESB Gedanken machen, wie diese Zweckentfremdung eingeschränkt werden kann, erläutert Jacobs. Von der Beschaffung dünnerer Säcke habe der ESB wieder Abstand genommen, weil damit auch die Probleme beim Befüllen mit scharfkantigen Verpackungen zunehmen oder an der Straße bereitgestellte Säcke schneller reißen. In anderen Städten werden die Rollen mit gelben Säcken inzwischen nur gegen Gutscheine oder Bezahlung einer Schutzgebühr abgegeben.

Jacobs möchte das Problem lieber anders lösen: "Der Verwaltungsaufwand bei diesen Maßnahmen ist sehr hoch. Zunächst versuchen wir über die Methoden der Öffentlichkeitsarbeit gegen diese unzulässige Nutzung vorzugehen." Auch das gezielte Ansprechen der Bürger, die andere Abfälle als Verpackungen in gelben Säcken beim Wertstoffhof anliefern, soll dazu gehören.