Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 13. November 2001

Betreuer nimmt in der Vermögenssorge Schutzfunktion wahr

Referat von Sparkassenbetriebswirt Schröder beendet Betreuungsrechtstage 2001/150 Teilnehmer zeugen von regem Interesse

Bocholt (pd).

Zum Abschluss der Bocholter Betreuungsrechtstage 2001 referierte Sparkassenbetriebswirt Berthold Schröder von der Stadtsparkasse Bocholt im Ratssaal des Rathauses zum Thema "Vermögenssorge im Betreuungsrecht". 45 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer waren der Einladung der Betreuungsvereine des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) sowie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Betreuungsbehörde beim Fachbereich Soziales der Stadtverwaltung Bocholt gefolgt.

Zunächst definierte der Referent das Wort Vermögenssorge und stellte besonders die Schutzfunktion des Betreuers für seinen Betreuten heraus. Sodann erläuterte er die Bestimmungen der §§ 1802,1840 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) hinsichtlich der Aufstellung der Vermögensverzeichnisse und behandelte auch das Thema der Verfügungen über Forderungen des Betreuten gemäß § 1812 BGB. Schwerpunkt seines Vortrags war die praktische Umsetzung des Betreuungsrechts hinsichtlich der Kontoeröffnung und der Kontoführung für einen Betreuten. Die vom Gesetzgeber mit dem Betreuungsrecht gewollte größere Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Betreuten - Betreuter bleibt voll geschäftsfähig! - bei Anordnung einer rechtlichen Betreuung kann in der Praxis zu einem Zwiespalt führen: Wenn der Betreute sich finanziell schädigt, trägt ein Betreuer zwar die Verantwortung, er kann jedoch nicht unbedingt seiner Schutzfunktion gegenüber dem Betreuten nachkommen.

Weitere Unterpunkte des Referates waren die Betreuung mit Einwilligungsvorbehalt, die Geldanlage durch den Betreuer, die Anlageformen und wirtschaftliche Gesichtspunkte der Geldanlage. Dem Vortrag schloss sich eine rege Diskussion der Teilnehmer der Veranstaltung mit dem Referenten der Stadtsparkasse an.

Im Rahmen der Bocholter Betreuungsrechtstage 2001 hatte Chefarzt Dr. med. Thomas Plenge vom Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Rhede mit seinem Vortrag "Wege und Möglichkeiten der modernen Psychiatrie" den Veranstaltungsreigen eröffnet. "Betreuertätigkeit bei erforderlichen Operationen und Unterbringungen" war dann in der Fortsetzungsveranstaltung das Thema von Amtsrichter Rudolf Bone vom Vormundschaftsgericht in Bocholt. Insgesamt 150 Besucher der Bocholter Betreuungsrechtstage 2001 haben den Veranstaltern gezeigt, dass die Öffentlichkeit großes Interesse am Thema "Betreuungsrecht" hat. "Die zunehmende Verrechtlichung der Gesellschaft - bei Anstieg der Lebenserwartung der Menschen - führt dazu, dass das Thema einer rechtlichen Betreuung für jeden Bürger zur Realität werden kann", meint Bernhard Kerkhoff, Leiter der Betreuungsstelle bei der Stadt Bocholt.

Im kommenden Jahr werden wieder neue Seminare zu Spezialthemen rund um das Betreuungsrechts angeboten.