Magdeburg gedenkt der Zerstörung vor 57 Jahren
Magdeburg.
Der 16. Januar ist bis heute für die Magdeburgerinnen und Magdeburger ein Tag der Trauer und des Andenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt. Alljährlich erinnern wir uns an den Gräbern der Männer, Frauen und Kinder auf dem Magdeburger Westfriedhof an die Zerstörung unserer Stadt und an das Leid, das den Überlebenden zugefügt wurde.
Die Wunden, die dieser Tag unserer Heimatstadt geschlagen hat, sind bis heute nicht verheilt, auch wenn das Zentrum wieder dicht bebaut ist. Nie werden wir vergessen, was Krieg und Gewalt den Menschen zufügen können. Der 16. Januar ist uns deshalb auch in diesem Jahr Anlass, für ein Miteinander der Menschen in Frieden, gegenseitiger Achtung und Toleranz zu werben - überall auf der Welt.
Der 11. September 2001 hat uns allen vor Augen geführt, wie verletzbar Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sind. Vor allem ältere Magdeburgerinnen und Magdeburger fühlten sich bei den Bildern aus New York erinnert an die Zerstörung ihrer Heimatstadt vor 57 Jahren.
Wo immer auf der Welt regionale Konflikte, Bürgerkriege, Umweltzerstörung und terroristische Gewalt Raum greifen - immer sind Zivilbevölkerung, kulturelles Erbe und die Städte von diesen unfriedlichen Auseinandersetzungen betroffen. Das geht uns alle an, ganz gleich, wo in der Welt Zerstörung geschieht.
Gemeinsam mit den Magdeburgerinnen und Magdeburgern gedenken in diesem Jahr der Oberbürgermeister, sein Stellvertreter und die Vorsitzende des Stadtrates unserer Partnerstadt Sarajevo der Opfer von Krieg und Zerstörung.
Auch unsere Partnerstadt Sarajevo - einst eine Stadt vieler Völker und Religionen mit einem beeindruckenden kulturgeschichtlichem Reichtum - war in der jüngsten Vergangenheit ein Opfer von Krieg und Zerstörung.
Mit unserer Städtepartnerschaft wollen wir den Menschen in Sarajevo helfen, die Folgen des Krieges zu überwinden und Begegnungen zwischen den Menschen beider Städte ermöglichen. Wir sehen dies auch als Beitrag, das friedliche Zusammenwachsen der Völker zu fördern.
Gemeinsam mit unseren Gästen wollen wir morgen des tausendfach zerstörten Lebens gedenken, wir wollen ein Zeichen setzen wider das Vergessen und die Gleichgültigkeit und die Erinnerung an Krieg und Zerstörung wach halten.
Gemeinsam wollen wir mahnen zu mehr Toleranz, Demokratie und Weltoffenheit.
Ich lade alle Magdeburgerinnen und Magdeburger ein, mit ihrer Teilnahme an der Gedenkfeier für die Opfer der Zerstörung unserer Stadt am 16. Januar 1945 morgen Nachmittag um 15.00 Uhr auf dem Westfriedhof die Erinnerung an das unermessliche Leid und die schweren Verluste, die unsere Stadt vor 57 ertragen musste, wach zu halten. Unser Erinnern soll zugleich getragen sein von dem Willen, die Erhaltung des Friedens zu unterstützen.
Dr. Lutz Trümper
Oberbürgermeister
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