Schulentwicklungsplan für Magdeburg wird fort geschrieben
Die im Januar 2001 vom Stadtrat bestätigte mittelfristige Schulentwicklungsplanung bis 2005/2005 für die Landeshauptstadt Magdeburg wurde jetzt durch das Sport- und Schulverwaltungsamt aktualisiert. Eine entsprechende Drucksache wird dem Stadtrat im Februar zur Beschlussfassung vorliegen. Gleichzeitig macht das Sport- und Schulverwaltungsamt in einer Information Vorschläge für die Nachnutzung frei werdender Gebäude.
"Wir haben die Schulen in drei Gruppen eingeteilt", so Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch. "Neben langfristig gesicherten Standorten gibt es Schulen, deren langfristige Existenz heute noch nicht abschließend eingeschätzt werden kann. In die dritte Gruppe fallen Schulanlagen, die laut Schulentwicklungsplan in den nächsten Jahren als Schule aufgegeben werden." Für diese Gebäude muss eine Nutzungsalternative gefunden werden.
Der durch die geburtenschwachen Jahrgänge bedingte Rückgang der Schülerzahlen führt dazu, dass Schulen nicht mehr in dem vom Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt vorgeschriebenen Umfang ausgelastet werden können und geschlossen werden müssen. Für die Grundschulen in der Landeshauptstadt Magdeburg ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen. "Dabei konnten wir sicher stellen, dass in jedem Stadtteil eine Grundschule erhalten bleibt, damit die Wege für die jüngsten Schüler nicht zu lang werden", so der Beigeordnete.
Bei den Sekundarschulen macht sich der "Geburtenknick" ab dem kommenden Schuljahr (2002/2003) bemerkbar, während die Gymnasien die Veränderungen ab dem Schuljahr 2004/2005 spüren werden. "In der mittelfristigen Schulentwicklungsplanung, die der Stadtrat im Januar vergangenen Jahres bestätigt hat, haben wir festgelegt, welche Schulstandorte bis 2005/2006 gesichert sind und wo Schließungen bzw. Zusammenlegungen erfolgen müssen", erläutert Rüdiger Koch die weitere Entwicklung.
Bei den Berufsbildenden Schulen in Magdeburg beginnt die Freisetzung von Kapazitäten erst nach 2007. Die Verwaltung rechnet damit, dass der Veränderungsprozess für alle Schulformen 2010 abgeschlossen ist.
Für dieses und nächstes Jahr sind bei den Schulen in der Landeshauptstadt folgende Veränderungen geplant:
Die "Sekundarschule Hans Grade" in der Hans-Grade-Straße 84 wird nach dem Schuljahresende 2001/2002 der "Sekundarschule Lea Grundig" im Gneisenauring 34 angegliedert. Das Schulgebäude der "Sekundarschule Hans Grade" soll anschließend zunächst als Ausweicheinrichtung bei Sanierungen anderer Schulen zur Verfügung stehen. Dies könnte bereits ab dem kommenden Schuljahr der Fall sein, da die Berufsbildende Schule VIII während ihrer Sanierung ein Ausweichgebäude benötigt.
Die "Sekundarschule August Bebel" in der Windmühlenstraße 30 wird nach Beendigung dieses Schuljahres der "Sekudarschule Thomas Müntzer" in der Umfassungsstraße 76a angegliedert. Das dadurch frei werdende Gebäude in der Windmühlenstraße könnte bei Bedarf für die Betreuung von Hortkindern der dortigen Grundschule, für die Jugendarbeit oder als Bürgerhaus genutzt werden.
Die "Comeniusschule" in der Nachtweide 99 plant derzeit ihren Umzug in das Neustädter Feld. Dort sollen Lehrer und Schüler bereits ab dem kommenden Halbjahr den Schulkomplex in der Kritzmannstraße nutzen können. Das frei werdende Schulhaus in der Nachtweide soll anschließend an das Liegenschaftsamt übergeben werden, weil Verhandlungen über eine Nachnutzung bisher ohne Ergebnis blieben.
Im "Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium" in der Pablo-Picasso-Straße 21 wird der Modellversuch "13 K" im Jahr 2003 abgeschlossen Bei dieser Abiturvariante legen die Schüler ihre Abiturprüfung nach 12,5 Jahren ab. Am Herder-Gymnasium läuft dieser Modellversuch des Landes Sachsen-Anhalt im nächsten Jahr aus. Eine noch verbleibende Klasse des Herder-Gymnasiums soll anschließend in einem anderen Gymnasium unterrichtet werden. Für das dann leer stehende Schulgebäude in der Pablo-Picasso-Straße 21 schlägt die Verwaltung einen Abriss vor.
Sowohl die Schließungen als auch die Nachnutzungen müssen im Februar vom Stadtrat beschlossen werden. Zuvor beschäftigen sich die entsprechenden Ausschüsse mit dem Thema. Derzeit wird noch in allen Einrichtungen unterrichtet!
Für die Gebäude, die zum Schuljahr 2001/2002 geschlossen wurden, sind folgende Nachnutzungen vorgesehen bzw. bereits umgesetzt:
1. Grundschule "Friedensweiler" - Nachnutzung durch das Jugendamt für die Jugendsozialarbeit (Jugendwerkstatt)
2. Grundschule "Leiterstraße" - Zwischennutzung durch Grundschule "St. Mechthild" voraussichtlich bis 2004, anschließend Nachnutzung durch Naturkundemuseum
3. Grundschule "Roggengrund" - Übergabe an das Liegenschaftsamt, da es keine Nutzungsmöglichkeit für das Sport- und Schulverwaltungsamt gab.
4. Außenstelle der "Comeniusschule"
in der Ziolkowskistr. 11 - Keine weitere Schulnutzung, weil die Bedingungen an dem Standort äußerst ungünstig sind. Die Bausubstanz ist marode, eine Sporthalle gibt es nicht. Derzeit werden Möglichkeiten zur Nachnutzung des Gebäudes geprüft.
Hintergrund:
Der Stadtrat verabschiedete am 18.01.2001 den Beschluss zur mittelfristigen Schulentwicklungsplanung 2001/02 - 2005/06. Damit wurden die äußeren Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung in der Landeshauptstadt Magdeburg geschaffen. Das Staatliche Schulamt hatte diesem Schulentwicklungsplan am 31.01.2001 zugestimmt.
Bei Rückfragen können Sie sich auch direkt an das Sport- und Schulverwaltungs-amt wenden (Tel.: 0391/ 5 40 30 01).
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