Nachrichten aus der wöchentlichen Beratung des Oberbürgermeisters mit den Beigeordneten vom 12.02.2002
Schaffung von zentralen Theaterwerkstätten
Die Verwaltung schlägt vor, in der Rogätzer Straße 31-32 die zentralen Werkstätten der Theater anzusiedeln. Dafür sind zwei Gebäude mit einer Gesamtfläche von rund 7.200 Quadratmetern vorgesehen:
Das Gebäude der ehemaligen Backwarenfabrik ist ein etwa 70 x 19 Meter großes denkmalwertes Backsteingebäude mit einem Keller-, Erd-, 1. Ober- und Dachgeschoss. Es wird vorgeschlagen, dieses Haus für den Kostümbereich der Theater zu nutzen. Im Bereich des Erd- und 1. Obergeschosses könnten hier die Schneiderei, die Färberei, die Spritzmalerei, der Schuhmacher, der Fundus und die dazugehörigen Büroräume für das leitende Personal untergebracht werden. Ein Ausbau des Kellers und des Dachgeschosses ist nicht vorgesehen. Die in diesem Gebäude zu realisierenden Räume entsprechen weitgehend den Anforderungen des vorgegebenen Raumprogrammes.
Das zweite Gebäude ist eine frühere Produktionshalle von VIANDA mit drei Geschossen (ca. 106 x 20 Meter). Im Erdgeschoss erfolgte im Laufe der Zeit eine Reihe von Anbauten, die zum Teil genutzt werden könnten, aber auch zu Teilen abgebrochen werden müssten. In diesem Gebäude könnten bei entsprechenden Umbauarbeiten die gewünschten Werkstätten ihren Platz finden. Vorgesehen sind unter anderem der Malsaal mit dem entsprechenden Farblager, der Aufbauraum für die Probemontage der Bühnenbilder, die Schreinerei und die Schlosserei, die Kunststoff-Requisite und der Bühnenbauten-Bereich, die Räume für die Dekoabteilung, die Probebühne und der Bühnenbildner, das Fotolabor, Büroräume sowie alle Lager- und Archivräume.
Die Kosten für die Umbau- und Sanierungsarbeiten der Gebäude werden mit einer Gesamtsumme von 7,53 Millionen EURO beziffert. Der größte Teil der Summe kann aus dem Förderprogramm URBAN 21 bereitgestellt werden. Die Landeshauptstadt Magdeburg würde neben einem Eigenanteil von 2 Millionen Euro einen Komplementäranteil von 920.000 Euro tragen. Eine Zusammenlegung der Theaterwerkstätten hätte erhebliche finanzielle Einsparungen bei Mieten und logistischen Kosten zur Folge, weil die Theaterwerkstätten derzeit in verschiedenen Gebäuden im gesamten Stadtgebiet untergebracht sind.
Im März ist die Schaffung der zentralen Theaterwerkstätten Thema in den entsprechenden Ausschüssen. Der Stadtrat wird voraussichtlich im April darüber abstimmen.
Straßennamen
Die Verwaltung schlägt vor, mit der Namensgebung von Erschließungsstraßen im Baugebiet "Schöppensteg" an die Magdeburger Schwimmsporttradition zu erinnern. Das Baugebiet befindet sich direkt an der Sport- und Tennisanlage in der Nachbarschaft zum ehemaligen Freibad.
Die nördliche Erschließungsstraße soll den Namen Hellasweg erhalten. Der Schwimmverein "Hellas e.V. war am 03.08.1904 von früheren Mitgliedern des "Schwimmclubs von 1896" gegründet worden. Die Vereinsmitglieder schufen aus dem Griesenmannschen Gondelteich am Schöppensteg eine Sportanlage. Die Hellas-Sportler erkämpften olympische Medaillen und erzielten bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften zahlreiche sportliche Erfolge. Bekannte Sportler des Vereines waren beispielsweise die Wasserball-Olympiasieger Erich und Joachim Rademacher, Max Amann, Emil Benecke und Otto Cordes. 1945 wurde der Schwimmverein aufgelöst. In der Elbeschwimmhalle gibt es seit 1994 eine Erich-Rademacher-Gedenktafel.
Die südliche Erschließungsstraße soll den Namen Nixeweg tragen. Der Damen-Schwimm-Club "Nixe e.V." war als reiner Damenverein 1912 gegründet worden. Im Sommer schwammen die Sportlerinnen bei "Hellas", im Winter trainierten sie m Wilhelmsbad (später Stadtbad).
Die innere Erschließungsstraße zwischen der südlichen Erschließung und dem nördlichen Wendeplatz soll den Namen Poseidonweg bekommen. Der Schwimmclub "Poseidon e.V." war 1903 gegründet worden und gehörte ebenfalls zu den bedeutenden Magdeburger Schwimmvereinen. Seinen Sitz hatte der Club auf dem Großen Werder.
Außerdem möchte die Verwaltung der neu entstehenden Erschließungsstraße im Bebauungsgebiet "Klusdamm/Thomas-Mann-Str." den Namen Ludwig-Thoma-Straße geben. Die Straße beginnt an der Erich-Kästner-Straße und verläuft parallel zur Thomas-Mann-Straße. Mit der Bezeichnung soll die Benennung nach Schriftstellern in diesem Wohngebiet fortgesetzt werden. Ludwig Thoma lebte von 1867 bis 1921 und schrieb unter dem Pseudonym "Peter Schlemihl" zahlreiche scharfe, satirische Gedichte.
Der Kommunal- und Rechtsausschuss beschäftigt sich im März mit der Straßenbenennung. Der Stadtrat wird am 11. April abschließend darüber entscheiden.
Jahresabschlüsse von Unternehmen mit städtischer Beteiligung
Der Oberbürgermeister und die Beigeordneten haben auf ihrer heutigen Sitzung die Jahresabschlüsse 2000 von Unternehmen mit städtischer Beteiligung zur Kenntnis genommen. Besprochen wurden die Bilanz der Flughafen Magdeburg GmbH für das Jahr 2000 und der Abschluss der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Magdeburg mbH für 1999. Beide Bilanzen waren zuvor von unabhängigen Wirtschaftsrevisoren geprüft worden. Die Jahresabschlüsse werden in den kommenden Wochen auch Thema in den zuständigen Ausschüssen und im Stadtrat sein.
Vorhabenbezogener Bebauungsplan zum
"Nahversorgungszentrum Olvenstedter Platz"
Die Verwaltung schlägt vor, für eine Fläche am Olvenstedter Platz das Satzungsverfahren zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten. Ein Investor will dort ein Nahversorgungszentrum mit einem Verbrauchermarkt, verschiedenen Geschäften und Büros errichten. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung steht im Februar auf der Tagesordnung der entsprechenden Ausschüsse. Der Stadtrat muss im März eine Entscheidung treffen.
Änderung des B-Plans "Rogätzer Straße"
Der Bebauungsplan Nr. 178-4 "Rogätzer Straße" soll in einem Teilbereich geändert werden. Der B-Plan war nach einem Stadtratsbeschluss im April 2001 öffentlich ausgelegt worden. Von den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) waren Anregungen vorgebracht worden, die ebenso wie Hinweise aus der Bevölkerung eingearbeitet wurden. Die Änderungen des Bebauungsplanes stehen in diesem Monat auf der Tagesordnung der entsprechenden Ausschüsse. Der Stadtrat wird voraussichtlich im März darüber abstimmen.
B-Plan "Albrecht-Thaer-Straße"
Für die Albrecht-Thaer-Straße schlägt die Verwaltung einen Bebauungsplan vor. Zur Bürgerbeteiligung wird voraussichtlich am 07.03.02 eine Bürgerversammlung erfolgen.
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