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Stadtverwaltung führt neues GIS ein
Borken - 21. Februar 2002. Seit Anfang des Jahres verfügt die Stadtverwaltung über ein neues kommunales Geo-Informationssystem, kurz GIS genannt. Das bisherige System entsprach nicht mehr den Anforderungen, die in heutiger Zeit an ein vernetztes GIS gestellt werden.
Was verbirgt sich hinter dieser anspruchsvollen Technik? Viele Planungen einer Kommunalverwaltung sind voneinander abhängig. So ist z.B. die Planung einer neuen Straße sowohl von der Bauleitplanung, als auch von der Kanalplanung abhängig. Die Eigentümer müssen ermittelt und Flächen getauscht werden. Ein GIS ermöglicht es, diese Aufgaben weitgehend in einem einheitlichen System vorzunehmen und auf sämtliche erforderliche Daten zuzugreifen. "Die Daten kommen zum Sachbearbeiter und nicht umgekehrt", erläutert Klemens Taplan, GIS-Koordinator bei der Stadtverwaltung Borken.
Ein Geo-Informationssystem bildet in einem Computer die reale Welt modellhaft ab. Die Erdoberfläche wird hierzu auf Punkte, Linien und Flächen reduziert und in digitaler Form abgespeichert. Liegen die Daten einmal in digitaler Form vor, sind kommunale Planungen und Abfragen möglich.
Seit 1996 werden bei der Stadt Borken sogenannte raumbezogene Daten in einem GIS erfasst. Unter Raumbezug versteht der GIS-Fachmann die eindeutige lagemäßige Festlegung von Objekten (Bäume, Gebäude, Grundstücke, Kanalschächte etc.) in einer Karte. Mittlerweile liegen einige Fachkataster, wie zum Beispiel die Kanaldaten, die Grünflächen, und ein Baumkataster in digitaler Form vor, andere befinden sich im Aufbau, wie zum Beispiel die Bebauungspläne. Die unterschiedlichen Fachkataster lassen sich im Computer wie Folien übereinander legen und auswerten.
Im neuen GIS sind als Basisdaten nicht nur die Flurkarten des Liegenschaftskatasters enthalten, sondern auch die Eigentümerdaten des Automatisierten Liegenschaftsbuches. Auf Basis dieser Daten können z.B. Serienbriefe erstellt werden. Daneben kann jeder Anwender mit einem Mausklick die Luftbildkarten oder die Deutsche Grundkarte als Planungsgrundlage hinzuladen. Diese Daten sind flächendeckend vorhanden.
Die Einführung eines GIS ist im wesentlichen eine organisatorische Aufgabe und umfasst die gesamte Verwaltung. Der Einsatz dieser Technik beeinflusst sehr stark die Arbeitsabläufe. Ziel ist es, die Abläufe zu optimieren und die notwendigen Basisdaten einer Kommune zentral zu verwalten und zu pflegen. Auf diesen Datenpool können alle Mitarbeiter/innen entsprechend ihrer Aufgabenstellungen zugreifen. Doppelte Datenhaltungen werden somit reduziert.
"Wir haben uns mit diesem Projekt ein sehr ehrgeiziges Ziel gesteckt", so Taplan. Die hausweite Verbreitung des Systems hat hohe Priorität. So wurden mittlerweile mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschult. Auf 15 Arbeitsplätzen ist das neue System schon im Einsatz. Im laufenden Jahr sollen weitere 25 GIS-Arbeitsplätze eingerichtet werden.
Insgesamt wird die Stadt in das neue System annähernd 150.000 Euro investieren. Damit übernimmt sie eine Pilotfunktion bei den kommunalen Anwendern.
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