Neue Wirtschaftsimpulse für die Magdeburger Region
Vertrag zum Regionalmanagement abgeschlossen
Magdeburg.
Die Ständige Regionalkonferenz Magdeburg (RKM) und die Technologietransfer und Innovationsförderung Magdeburg GmbH (tti) haben eine Vereinbarung zum Regionalmanagement für die Region Magdeburg abgeschlossen. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Lutz Trümper als Handlungsbevollmächtigter der RKM und Dr. Günter Ihlow als Geschäftsführer der tti.
"Mit der Einführung eines Regionalmanagements wollen wir zur weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen in der Region beitragen und unsere Wettbewerbsfähgigkeit steigern", erklärt der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Lutz Trümper. "Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum stehen dabei im Mittelpunkt." Zur Regionalkoferenz Magdeburg gehören neben der Landeshauptstadt auch der Bördekreis, der Ohrekreis, das Jerichower Land und der Landkreis Schönebeck.
Durch den abgeschlossenen Vertrag wird die Technologietransfer und Innovationsförderung Magdeburg GmbH zum Regionalmanager beauftragt. "Wir werden die Rolle eines Projektsteuerers einnehmen und damit die Interessen und Projekte regionaler Akteure bündeln", beschreibt der Geschäftsführer der tti, Dr. Günter Ihlow, den Aufgabenbereich. "Darüber hinaus wollen wir den Entwicklungsprozess durch eigene Aktivitäten und Anregungen ergänzen." Als Regionalmanager wird die tti vier große Kernthemen verfolgen:
Dazu gehören zunächst die Erschließung und die Erweiterung bestehender Geschäftsfelder durch die Bildung thematischer Netzwerke. Existenzgründer sollen dabei die Möglichkeit einer Vernetzung mit bereits bestehenden Unternehmen bekommen. Besonders geeignet ist dafür in der Magdeburger Region unter anderem die Branche der Automobilzulieferer. "Denkbar sind aber auch Netzwerke in den Bereichen Mobilität und Logistik, regenerative Energiesysteme sowie bei den Zulieferern der Luft- und Raumfahrtindustrie", erklärt Dr. Ihlow. "Mit diesen Teilthemen beschäftigen sich derzeit auch viele regionale Unternehmen. In nur wenigen Fällen existiert aber eine Integration in europäische Netzwerke."
Zweites Kernthema ist die Entwicklung innovativer Erzeugnisse, Technologien und Verfahren. Schwerpunkt ist hier die Nutzung natürlicher Ressourcen für die industrielle Anwendung in unterschiedlichen Branchen. "Dazu gibt es in der Magdeburger Region bereits verschiedene Ansätze, die weiter intensiviert werden müssen", betont der tti-Geschäftsführer. Genannt seien hier die erweiterten Einsatzmöglichkeiten von Polymerbeton im Maschinenbau und die Entwicklung von Produkten aus pflanzlichen Rohstoffen. Die Vernetzung mit leistungsfähigen Forschungseinrichtungen soll den Unternehmen zusätzliche Innovationskraft geben.
Ein weiteres Kernthema ist die Entwicklung von Pilotvorhaben zur Förderung technologiebezogener Existenzgründungen. "Als Regionalmanagement wollen wir die Erfordernisse kleiner und mittelständischer Unternehmen analysieren, über mögliche Fördermittel informieren und anschließend die Entwicklung von Projekten begleiten", so Dr. Ihlow.
Viertes Kernthema ist die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Stärkung ihrer Forschung und Entwicklung. Das neue Regionalmanagement wird unter anderem mit fachspezifischen Workshops und Tagungen Kontakte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen aufbauen bzw. intensivieren. Unterstützung ist auch bei der Klärung von Finanzierungsfragen und bei Marketingaktivitäten vorgesehen.
Mit diesen vier Kernthemen sollen insgesamt 90 Millionen Euro Investitionen und 75 Millionen Euro Forschungs- und Entwicklungsmittel umgesetzt werden. Bei erfolgreicher Umsetzung der Themen können etwa 240 neue Arbeitsplätzen geschaffen werden. Die Zielstellungen sollen durch ein ergebnisorientiertes Regionalmarketing unterstützt werden, das die regionale Identität der Beteiligten in Politik, Verwaltung, Wirtschaftsunternehmen, Verbänden und Sozialpartnern festigt.
Die Projektlaufzeit für das Regionalmanagement der Region Magdeburg beträgt drei Jahre. Die fachliche Begleitung übernimmt ein Projektbeirat, in dem die Gebietskörperschaften, die Unternehmensnetzwerke, die Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie Kammern, Verbände und Sozialpartner durch ihre jeweiligen Vertreter mitwirken.
Hintergrundinformationen zur Ständigen Regionalkonferenz Magdeburg (RKM)
Zur Ständigen Regionalkonferenz Magdeburg (RKM) gehören die Landeshauptstadt Magdeburg, der Bördekreis, der Ohrekreis, das Jerichower Land und der Landkreis Schönebeck. Ziele der seit 1994 bestehenden RKM sind unter anderem die Förderung einer interkommunalen Zusammenarbeit, die Konsensbildung regionaler Maßnahmen, der zielgerichtete Einsatz von Fördermitteln mit möglicher Ausschöpfung von Förderungshöchstsätzen und die kooperative Wirtschaftsförderung, um Investoren erfolgreiche Entwicklungsmöglichkeiten in der Region zu bieten.
An der Spitze der RKM steht eine Lenkungsgruppe, die das oberste Verwaltungs-, Weisungs-, und Kontrollorgan ist. Mitglieder der Lenkungsgruppe sind der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg und die vier Landräte der umliegenden Landkreise. Jeweils ein Vertreter der fünf Gebietskörperschaften ist Mitglied in der Koordinierungsgruppe. Hier werden die Aufträge der Lenkungsgruppe gesichtet und Beschlussvorlagen erarbeitet. Außerdem steht die Koordinierungsgruppe in Kontakt mit den entsprechenden Behörden.
Zur RKM gehören weiterhin vier verschiedene Arbeitsgruppen, die Entscheidungen der Lenkungsgruppe vorbereiten und ausführen. Die einzelnen Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den Themen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsförderung, Abfallwirtschaft, Verkehr und ÖPNV sowie regionale Entwicklungsplanung.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Dr. Günter Ihlow (tti): Tel.: 0391/7 44 35 21
Dirk-Jochen Henne (LH Magdeburg,
Sachgebiet Regionale Zusammenarbeit): Tel.: 0391/5 40 2614
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