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VHS Vortrag über das Schicksal eines deutschen Juden zwischen 1932 und 1945
Borken - 04. März 2002. Im Jahre 1988 fanden die Ausstellung "Leben und Schicksal der Juden in Borken" und das gleichnamige Buch in der Region Borken und auch darüber hinaus große Beachtung, zumal in den darauffolgenden Jahren ehemalige jüdische Bürger ihre Heimatstadt besuchten und von ihren persönlichen Schicksalen berichteten. Im Rahmen der VHS-Veranstaltung (mit Film) "Die Last der Erinnerung – eine jüdische Lebensgeschichte zwischen Deutschland und den Niederlanden" berichtet am Mittwoch, 6. März, der 1927 in Köln geborene Jude Helmuth Noach über sein und das Schicksal seiner Familie zwischen 1932 und 1945.
Helmuth Noach überlebte als einziger seiner Familie die Jahre der Judenverfolgung im Hitlerdeutschland. Beide Elternteile von Helmuth Noach waren jüdischen Glaubens. Sein Vater, mittelloser Monteur, vermochte die wachsende Familie kaum zu ernähren. Als schließlich die Ehe zerbrach, blieb die Mutter mit sechs Kindern alleine zurück. Sie lebte seit 1932 mit Alfred, Harry, Walter, Helmuth, Röschen und Sammy in Titz im Kreis Jülich. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 nahm die antisemitische Gewalt rasch zu. Dann wandte sich die verzweifelte Mutter an den niederländischen Konsul in Köln, um Hilfe für sich und die Kinder zu erhalten. Die Noachs fanden in Amsterdam eine neue Heimat, und alles schien sich zum Guten zu wenden. Doch nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen im Mai 1940 gerieten sie erneut ins Visier der Verfolger. 1942 wurden die beiden älteren Brüder, Alfred und Harry, verhaftet und deportiert. Wenig später traf es die Mutter und die beiden jüngeren Geschwister. Ihre Spuren verlieren sich in dem deutschen Vernichtungslager Sobibor in Polen. Walter, mit dem Helmuth Noach annähernd 2 ½ Jahre ein Versteck teilte, verstarb bald nach der Befreiung an den Folgen der Entbehrungen.
Jahrzehntelang kostete es Helmuth Noach Überwindung, offen über seine Erfahrungen zu reden. Vielmehr begleiteten Angst, Verzweiflung und Trauer sein Leben. Mit dem Appell, dass das, was damals geschah, sich niemals wiederholen dürfte, wendet sich Helmuth Noach heute an die Besucher seiner Vorträge.
Die gebührenfreie Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Remigius-Bücherei, dem jüdischen Arbeitskreis Borken und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft durchgeführt wird, findet von 19.30 bis 21 Uhr in der Remigius-Bücherei statt.
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