Soziale Ungleichheit und Benachteiligung von Kindern in Ballungsräumen
05.04.2002 | Herten
Prof. Dr. Strohmeier berichtet über die Situation von Kindern im Ruhrgebiet
Ein Forum zum Thema "Kinderarmut im Ruhrgebiet" findet am Donnerstag, 11. April, 17 Uhr in der Aula des städtischen Gymnasiums Herten, Gartenstraße 40 statt. Zu der Veranstaltung lädt der Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Jugend der Stadt Herten, Dieter Kullik, ein. Vortragen wird zu diesem Thema Prof. Dr. Strohmeier, Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung an der Ruhr-Universität Bochum.
Professor Strohmeier hat die Situation von Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet intensiv beobachtet und erforscht. Nach seinen Erkenntnissen ist absolute Armut, also ein Leben unterhalb des Existenzminimums, in Deutschland zwar kaum zu finden, dafür herrscht jedoch zunehmend relative Armut. Diese ist gekennzeichnet durch ein Geflecht aus sozialer Ungleichheit und Benachteiligung.
Das Ruhrgebiet ist dabei als Ballungszentrum sozial unterschiedlichster Schichten besonders betroffen. Seine Aussage: "Im Ruhrgebiet treffen alte Arme auf junge Arme" macht deutlich, dass auch Kinder im hohen Maße das Armutsrisiko tragen (so ist beispielsweise in Dortmund jedes 7. Kind unter sieben Jahren von der Sozialhilfe erfasst). Die betroffenen Kinder leben zumeist in Stadtvierteln, welche besonders stark von Arbeitslosigkeit, vielen Alleinerziehenden und einer hohen Ausländerquote geprägt sind. Diese Kinder sind mit schwierigen Startvoraussetzungen belastet. Auf die meist niedrigen oder fehlenden Schulabschlüsse folgt die Arbeitslosigkeit. Damit schließt sich ein Teufelskreis und die Kinder bzw. Jugendlichen stehen wieder am Rande der Gesellschaft.
Diese erschreckenden Ergebnisse in Teilen des Ruhrgebiets lassen unmittelbar auch die Frage nach der Situation in Herten aufkommen. Dabei ist auch zu klären, wie sich die Bevölkerungsentwicklung auf diese Thematik auswirkt. Geburten- und Wanderungsbewegungen, Veränderungen in der Altersstruktur – bezogen auf Rand- und Innenstadtlagen – im Ruhrgebiet sind nur einige Stichworte dazu. Diese Thematik und auch die Möglichkeiten nach familienorientierten Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung von struktureller Ungerechtigkeit sollen an diesem Abend erläutert und vertieft werden.
Die Teilnahme an dem Forum ist kostenlos. Interessierte werden gebeten, sich kurzfristig mit Ralf Angrick vom Fachbereich Schule und Jugend der Stadt Herten, Telefon 02366/303629 in Verbindung setzen.
Pressekontakt: Ralf Angrick, Fachbereich Schule und Jugend, Telefon 02366/303629, E-Mail: r.angrick@herten.de



