Nachrichten aus der wöchentlichen Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Magdeburg.
Zoogaststätte wird zurück gebaut.
Die ehemalige Zoogaststätte Am Vogelgesang soll zurück gebaut werden. Das Gebäude wurde im Februar 2000 an die Stadt rückübertragen und stand schon zum damaligen Zeitpunkt leer. Die ehemalige Gaststätte ist in einem schlechten baulichen Zustand und aufgrund des Leerstandes von Vandalismus bedroht. Da eine Nutzung durch den Zoo oder andere städtische Ämter auch perspektivisch nicht gegeben ist und eine Vermarktung als nicht möglich eingeschätzt wird, schlägt die Verwaltung vor, das Gebäude abzureißen. Die Fläche soll anschließend als Grünfläche eingerichtet und perspektivisch für eine Erweiterung des Zoologischen Gartens reserviert werden. Der Rückbau kostet ca. 21.000 Euro und wird aus dem städtischen Haushalt finanziert. In der Dienstberatung des Oberbürgermeisters wurde eine diesbezügliche Drucksache bestätigt, entscheiden muss der Finanz- und Grundstücksausschuss.
Moritzhof wird Stadtteilkulturzentrum.
Der Moritzhof soll saniert und modernisiert werden und künftig ein weiteres Stadtteilkulturzentrum beherbergen. Die Betreibung soll ein freier Träger der Kulturpflege übernehmen. Das Vorhaben, das ersten Schätzungen zufolge 2,6 Mio. Euro kosten wird, könnte in den Jahren 2004/2005 umgesetzt werden. Zunächst muss der Stadtrat grundsätzlich zustimmen.
Im Rahmen einer vom Hochbauamt betreuten Diplomarbeit wurde die Nutzung des ehemaligen Bauerngehöftes Moritzhof als öffentliches Gebäude für Kultur, Austellungen und Verwaltung untersucht. Das Gebäude befindet sich am Moritzplatz 1 in Magdeburg. Der unter Denkmalschutz stehende Bauernhof wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in der Form eines Ringhofes errichtet. Er besteht aus einem Wohnhaus, einem Torhaus, zwei Nebengebäuden (Ost- und Westflügel) und einer Scheune, die um einen Innenhof angeordnet sind. Zu landwirtschaftlichen Zwecken errichtet, ständig baulich verändert und zu DDR-Zeiten als Objekt für Lehr- und Berufsausbildung genutzt, wurde der Gebäudekomplex 1999 der Landeshauptstadt Magdeburg zugeordnet. Derzeit erfolgt durch interessierte Vereine eine Nutzung des Areals während der Sommermonate.
Basis der Untersuchungen unter Berücksichtigung aktueller Forderungen hinsichtlich des Brandschutzes, des Feuchteschutzes, des Wärmeschutzes, des Schallschutzes sowie des behutsamen Umgangs mit der denkmalgeschützten Substanz, bildete ein vom Kulturamt übergebenes Nutzungskonzept mit folgenden Schwerpunkten:
. Einordnung von öffentlichen Veranstaltungsbereichen im Erdgeschoss (Kleinkunstbühne – für Theater, Kabarett und Lesungen)
. Anordnung eines Gastronomiebereiches im Keller- oder Erdgeschoss des Wohnhauses (Künstlerkneipe)
. Unterbringung von Büro-, Arbeits- und Lagerräumen im Obergeschoss
. Ausbau des Dachgeschosses als Ausstellungsbereich bzw. als Übungsräume für künstlerische Kurse
. Gewährleistung der Barrierefreiheit für die öffentlichen Einrichtungen im Erdgeschoss
. Planung von Sanitärbereichen für Besucher und Personal
. Bereitstellung von Künstlergarderoben
Gegenwärtig ist der Gebäudekomplex stark sanierungsbedürftig. Um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen, muss eine Heizung installiert werden. Nach Abschluss des Umbaus und der Sanierung des Moritzhofes soll den Einwohnern der Landeshauptstadt Magdeburg ein Stadtteilkulturzentrum zur Verfügung stehen, das verschiedenen Nutzungen dauerhaft gerecht wird.
Vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt einer Sanierung und Modernisierung des Moritzhofes grundsätzlich zu, kann die Verwaltung bis zum Jahresende die HU-Bau erstellen. Gebaut werden kann dann ab Herbst 2004.
Jagdesteuersatzung wird aufgehoben
Die Verwaltung schlägt vor, die Jagdsteuersatzung aufzuheben. In den zurück liegenden Jahren hat die Stadt durchschnittlich 1.700 DM aus Jagdsteuern eingenommen. Mit dem Verzicht auf Jagdsteuern will die Landeshauptstadt das freiwillige Engagement der Jäger honorieren, die die Gefahrenabwehrbehörden z.B. bei der Bekämpfung von Waldtierkrankheiten oder der Beseitigung von Kadavern unterstützen und zudem die Jägerprüfungen vorbereiten.
Über die Aufhebung der Satzung entscheidet der Stadtrat voraussichtlich am 13. Juni.
Einkaufszentrum im Schlachthof?
In den denkmalgeschützten ehemaligen Markthallen für Rinder und Schweine auf dem Schlachthofgelände möchte ein Investor ein Selbstbedienungswarenhaus einrichten. Über eine entsprechende Anfrage informierte das Stadtplanungsamt heute in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters. Das Märktekonzept, das Grundlage für Entscheidungen zur Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen ist, lässt großflächigen Einzelhandel mit zentrennahen Sortimenten nur in Stadtteilzentren oder bei denkmalgeschützten Objekten zu. Bislang war die Suche nach einem Investor für die dringend sanierungsbedürftigen Hallen schwierig. Voraussetzung für die Ansiedlung eines SB-Warenhauses ist die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie des Bebauungsplanes für das Schlachthofareal. Das Vorhaben wird am 25. April zunächst im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr diskutiert.
|