Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 23. April 2002
Freie Träger mit 39,75 Millionen DM unterstützt
Jahresbilanz 2001 des Jugendamtes

Magdeburg. Das Jugendamt der Landeshauptstadt Magdeburg hat im vergangenen Jahr die Arbeit von freien Trägern mit 39,75 Millionen DM unterstützt. "Allein in die Kinder- und Jugendarbeit freier Träger flossen 7,2 Millionen DM", blickt der Leiter des Jugendamtes Rudolf Förster auf das Jahr 2001 zurück. Die von freien Trägern angebotene Kindertagesbetreuung unterstützte das Jugendamt mit etwa 8,4 Millionen DM. "Freie Träger leisten einen wichtigen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit in Magdeburg", begründet der Amtsleiter die Unterstützung. Im vergangenen Jahr haben freie Träger beispielsweise den Betrieb von 24 Horten übernommen.

Horte

Für die Hortbetreuung sind in Sachsen-Anhalt seit der Einführung des neuen Hortgesetzes im August 2001 ausschließlich die Kommunen verantwortlich, die dabei auch auf freie Träger zurückgreifen können. Vor der Einführung des neuen Gesetzes betreute das Jugendamt der Landeshauptstadt Magdeburg zehn Horte. Seit August 2001 werden vom Jugendamt 23 Horte betrieben. 24 Horte befinden sich in freier Trägerschaft.

In Magdeburg haben im Dezember des vergangenen Jahres insgesamt 3.020 Kinder einen Hort besucht. Die Anbindung ist dabei unterschiedlich: Während sich viele Horte in Schulen befinden, gibt es auch Horte, die an Kindertagesstätten gebunden sind. Darüber hinaus ist ein Hort (Grundschule Alt Salbke) an eine Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung ("Haus am Thieberg") angeschlossen. "Die in Magdeburg entwickelten Organisationsformen für die Tagesbetreuung von Schulkindern sind beispielgebend und wurden von vielen Kommunen in Sachsen-Anhalt übernommen", so Rudolf Förster.

Kindertageseinrichtungen

9.592 Kinder besuchten im Dezember des vergangenen Jahres in der Landeshauptstadt Magdeburg eine Kindertageseinrichtung. Das waren 2.320 Kinder mehr als im Vorjahr. Während die Zahl der Plätze in Kinderkrippen und Kindergärten nur geringfügig anstieg, erhöhte sich die Zahl der Hortplätze durch die Übernahme von Horteinrichtungen aus der Trägerschaft des Landes um das Dreifache.

Sanierung von Kindertagesstätten

Im Rahmen des Sonderprogramms zur Sanierung von Kindertagesstätten wurde in den Jahren 2000 und 2001 das gemeinsame Gebäude der Kitas "Sonnenblume" und "Regenbogen" in der Max-Otten-Straße 9/9a komplett saniert. "Hier wurden insgesamt etwa 5,05 Millionen DM investiert", freut sich der Amtsleiter.

Darüber hinaus wurden in vier Kindertageseinrichtungen (Frankefelde, Lutherstraße, Walbecker Straße, Westernplan) Sanitärbereiche komplett oder teilweise saniert. Der Kostenumfang für diese Maßnahmen betrug etwa 840.000 DM. Für den Umbau und die Sanierung des Sanitärtraktes in der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung (KJFE) "Müntze", Thomas-Müntzer-Straße 23, standen im vergangenen Jahr 140.000 DM zur Verfügung. Die Bauarbeiten wurden im September 2001 beendet.

In der integrativen Kindertageseinrichtung Lumumbastraße 26 werden die derzeitigen Umbau- und Sanierungsarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen. Hier werden insgesamt 4,8 Millionen DM investiert.

Angebote für Kinder und Jugendliche

Insgesamt standen im Jahr 2001 in der Landeshauptstadt Magdeburg 47 feste Einrichtungen für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. "Mit 33 Einrichtungen ist der größte Teil in freier Trägerschaft, wobei die Trägervereine vom Jugendamt gefördert werden", erklärt Rudolf Förster. 14 Einrichtungen sind in kommunaler Trägerschaft und werden vom Jugendamt und dessen Mitarbeitern direkt betreut. Den Kindern- und Jugendlichen werden in den 47 Einrichtungen unter anderem sportliche und kulturelle Angebote unterbreitet. Auch Bildungs- und Kreativangebote stehen zur Auswahl. In einigen Einrichtungen stehen den Jugendlichen Computer mit Internetzugang zur Verfügung.

Darüber hinaus unterstützen und begleiten die Mitarbeiter des Jugendamtes insgesamt elf Jugendgruppen im Stadtgebiet. Besonders erwähnenswert ist in diesem Bereich ein Graffiti-Projekt, zu dem neben der Vorbereitung eines Graffiti-Kalenders auch ein dreitägiger Workshop gehörte, an dem 20 Jugendliche teilnahmen und ihre künstlerischen Fähigkeiten weiter verbessern konnten.

Jugendsozialarbeit

Im April 2001 wurde vom Magdeburger Jugendamt das Projekt "Werk-Statt-Schule - Bunte Jugendwerkstatt" für junge Schulverweigerer und Totalaussteiger im Alter von 14 bis 16 Jahren ins Leben gerufen. Ziel ist die Förderung ihrer sozialen Kompetenzen, die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht sowie das Erreichen der Berufsbildungsreife. "Damit wollen wir sozial benachteiligten Jugendlichen bessere berufliche Perspektiven eröffnen", so der Amtsleiter. In der "Bunten Jugendwerkstatt" stehen insgesamt etwa 50 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Das Jugendamt unterstützt darüber hinaus auch Werkstätten freier Träger mit insgesamt 63 Arbeitsplätzen. Dazu gehören beispielsweise die "Offene Jugendwerkstatt" des Vereins zur Beruflichen Ausbildung und Qualifizierung Jugendlicher und junger Erwachsener (BAJ) e.V. und die Jugendmetall-Selbsthilfewerkstatt der Evangelischen Kirche.

Ferienaktionen und Kinderfeste

Das Jugendamt hat für Aktionen während der Winter- und Sommerferien des vergangenen Jahres insgesamt 3.500 Ferienpässe ausgegeben. Damit konnten die Schüler beispielsweise das Spaßbad "Nautica" zu günstigeren Eintrittspreisen besuchen. Von den Mitarbeitern des Amtes wurden in den Sommerferien 25 Spielplatzaktionen geplant und umgesetzt. Auf den vom Jugendamt organisierten Kinderfesten wurden im Jahr 2001 mehr als 55.000 Besucher gezählt.

Internationale Jugendbegegnungen

Im Jahr 2001 wurden vom Jugendamt elf interkulturelle Jugendprojekte für Magdeburger Jugendliche in Zusammenarbeit mit fünf Partnerländern durchgeführt. Darunter gab es drei integrative Projekte und zwei Projekte für benachteiligte Jugendliche. Fünf der elf interkulturellen Jugendbegegnungen fanden im Ausland statt. Vom Jugendamt geförderte freie Träger organisierten sieben weitere Jugendbegegnungen. Insgesamt standen für Magdeburger Jugendliche im Jahr 2001 bei internationalen Jugendbegegnungen mehr als 150 Plätze zur Verfügung.

Außerschulische Jugendbildung

Im Rahmen der außerschulischen Jugendbildung wurden 21 Projekte in und außerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise zwölf interkulturelle Projektarbeiten im Rahmen der "Woche der ausländischen Mitbürger", ein Kinderforum im Rathaus in Kooperation mit der Kinderbeauftragten, drei verschiedene Projekte zur Europawoche, ein interkulturelles Seminar in Weimar mit Sozialhilfeempfängern und ein Projekt zur Integration ausländischer Mädchen.

Zum erzieherischen Kinder- und Jugendschutz, zur Jugendberufshilfe und zur Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule hatte das Jugendamt im Jahr 2001 insgesamt 196 Veranstaltungen angeboten, die von mehr als 5.000 Teilnehmern besucht wurden. Schwerpunkte waren dabei interkulturelle Projekte mit Schülern und Auszubildenden, Präventionsveranstaltungen im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes sowie Veranstaltungen zur Berufsplanung.

Individuelle sozialpädagogische Hilfen für junge Menschen und Familien

Jungen Menschen und Familien bietet das Jugendamt ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen an, wie beispielsweise soziale Gruppenangebote oder sozialpädagogische Einzelbetreuungen an.

Jugendhilfe für straffällig gewordene Jugendliche

"Durch die Sozialarbeiter des Jugendamtes wurden im Jahr 2001 insgesamt 2.535 straffällig gewordene Jugendliche und junge Volljährige begleitet", bilanziert der Amtsleiter. Schwerpunkt dieser begleitenden sozialpädagogischen Tätigkeit ist die gemeinsame Erarbeitung von Perspektiven, die zur Überwindung schwieriger Lebensphasen beitragen können.

Als wesentlicher Beitrag des Jugendamtes zur Kriminalprävention sind für das Jahr 2001 die Projekte "Ladendiebstahl" und "Mädchen gegen Gewalt" (gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg/Stendal) zu nennen.

Unterbringung in Notsituationen

Im Jahr 2001 fanden 275 Kinder und Jugendliche in Notsituationen Schutz beim Jugendamt. Damit setzt sich der Rückgang der Vorjahre weiter fort. Die Statistik berücksichtigt die vorläufigen Schutzmaßnahmen im Kinder- und Jugendnotdienst, in Kinderheimen und Pflegefamilien sowie in anderen betreuten Wohnformen. 96 Jugendliche waren zum Zeitpunkt der Unterbringung zwischen 14 und 16 Jahre alt, 53 Jugendliche hatten ein Alter von 17 oder 18 Jahren. In Notsituationen wurden außerdem 14 Kinder unter drei Jahren betreut. 112 Kinder waren zwischen 3 und 13 Jahre alt. Die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen dauerte zwischen einem und 96 Tagen. Im Durchschnitt waren sie sechs Tage in der Obhut des Jugendamtes. 17 dieser jungen Menschen hatten keine deutsche Staatsbürgerschaft. Die folgende Tabelle stellt die Anzahl der vorläufigen Schutzmaßnahmen im Vergleich zu den Vorjahren dar:

Unterbringung von Jugendlichen in Notsituationen

Gemeinwesenarbeit

Das Jugendamt ist aktiv in den 18 Arbeitsgruppen zur Gemeinwesenarbeit der Stadtteile tätig. Ziel der Arbeitsgruppen ist es, vorhandene Probleme in den einzelnen Stadtteilen zu lösen und damit die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Die Arbeitsgruppen organisieren und begleiten beispielsweise Stadtteilfeste, Sportwettbewerbe und Begegnungen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 38 Projekte umgesetzt. Aus dem "Initiativfonds Gemeinwesenarbeit" standen dafür 55.000 DM zur Verfügung.

In den 18 Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit engagieren sich derzeit etwa 400 Beteiligte. Dazu gehören Vertreter aus Ämtern der Stadtverwaltung, aus Schulen und Kindertageseinrichtungen, von Freien Trägern der Jugend- und Altenhilfe, von Wohnungsunternehmen, Vereinen, Bürgerinitiativen, der Polizei sowie Gewerbetreibende und einzelne Bürger. Die Arbeitsgruppen reagieren auf Hinweise von Bürgern zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Beispiele für eine aktive Mitarbeit sind die Beteiligungen der Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit an den Planungen des neuen Bolzplatzes "Am Neuber" (AG Diesdorf/Beimssiedlung) und des neuen Spielplatzes im Kannenstieg (AG Kannenstieg).

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
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