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Magdeburg, 23. April 2002
Mehr als 21.000 Anträge auf Wohngeld bearbeitet
Jahresbilanz 2001 des Sozial- und Wohnungsamtes

Magdeburg. "Arbeitsschwerpunkt im Sozial- und Wohnungsamt war im vergangenen Jahr die Bearbeitung der Wohngeldanträge", zieht Amtsleiter Klaus Nahrstedt Bilanz für seinen Verantwortungsbereich. "Aufgrund des neuen Wohngeldgesetzes mussten im Jahr 2001 alle Haushalte, die bislang Wohngeld erhalten hatten, einen neuen Antrag stellen, um ihre Wohngeldansprüche zu sichern. So gingen im Sozial- und Wohnungsamt insgesamt 25.757 Anträge auf Wohngeld ein. Davon konnten wir 21.229 Anträge abschließend bearbeiten. Die Prüfung der in das Jahr 2002 übernommenen 4.528 Anträge wurde, mit wenigen Ausnahmen, bis Ende März abgeschlossen."

Im Dezember des vergangenen Jahres erhielten 10.248 Magdeburger Haushalte einen Mietzuschuss. Insgesamt zahlte das Sozial- und Wohnungsamt im vergangenen Jahr Wohngeld in Höhe von 20,2 Millionen DM.

Die Vorschriften des neuen Wohngeldgesetzes waren für die Mitarbeiter des Sozial- und Wohnungsamtes mit einem Mehraufwand bei der Berechnung des Wohngeldes verbunden. "Wir hatten mit einem Antragszuwachs gerechnet und fünf neue Stellen geschaffen", sagt Klaus Nahrstedt. "Trotzdem kam es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge. Auch der Einsatz einer neuen Computer-Software war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Erst Mitte März 2001 konnte das Programm vollständig seinen Betrieb aufnehmen. Der so entstandene Antragsstau konnte trotz Samstagsarbeit und der Hilfe von Mitarbeitern aus anderen städtischen Ämtern bis zum Jahresende nicht vollständig abgearbeitet werden."

Mit dem Wohngeld wurde - einem neuen Gesetz zufolge - auch ein einmaliger Heizkostenzuschuss bewilligt, der aufgrund der gestiegenen Energiepreise für die Heizperiode 2000/2001 gewährt wurde. "Neben den Empfängern von Wohngeld erhielten diesen Zuschuss auch rund 4.000 einkommensschwache Bürger", bilanziert der Amtsleiter.

Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe)

Am Ende des Jahres 2001 bekamen 6.457 Haushalte Hilfe zum Lebensunterhalt. Das waren 66 Haushalte mehr als im Vorjahr. Mit dieser Sozialhilfe wurden insgesamt 12.389 Magdeburger unterstützt, 153 mehr als im Jahr 2000. Für die Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen hat die Landeshauptstadt Magdeburg im vergangenen Jahr etwa 62,6 Millionen DM ausgegeben und damit knapp 1,6 Millionen DM mehr als im Jahr 2000.

In der Erstberatung des Sozial- und Wohnungsamtes werden monatlich rund 900 Bürger beraten. Etwa 250 bis 300 von ihnen haben Anspruch auf Sozialhilfe. Durch Maßnahmen der Hilfe zur Arbeit scheiden monatlich etwa genauso viel Menschen aus der Sozialhilfe aus.

Hilfe zur Arbeit

"Das Sozial- und Wohnungsamt unterstützt verschiedene Maßnahmen, um Sozialhilfeempfänger wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren", erklärt Klaus Nahrstedt. "Bei diesen Hilfen zur Arbeit übernehmen wir häufig Personal- und Sachkosten, um beispielsweise die Beschäftigung in einer Arbeitsförderungsgesellschaft zu gewährleisten."

Im Dezember 2001 waren in diesen Maßnahmen 1.042 Magdeburger beschäftigt und damit 267 mehr als ein Jahr zuvor. 572 Personen arbeiteten in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen, weitere 390 erhielten Sozialhilfe. 80 Beschäftigte bekamen sonstige Vergütungen (z. B. Ausbildungsbeihilfe und Unterhaltsgeld). Der Anteil von Frauen betrug 42,9 Prozent. Insgesamt wurden für Hilfen zur Arbeit im vergangenen Jahr 8,2 Millionen DM ausgegeben.

Das Sozial- und Wohnungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg und das Arbeitsamt nehmen seit Beginn des Jahres 2001 am "Modellvorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Trägern der Sozialhilfe" (MoZArT) teil. Dazu wurde im November des vergangenen Jahres im Magdeburger Stadtzentrum eine gemeinsame Beratungsstelle eröffnet, das "Jobcenter für Jugendliche".

Sozialhilfe in Pflege- und Behindertenheimen

Am 31.12.2001 erhielten 960 Personen, die in Pflege- oder Behindertenwohnheimen leben, Sozialhilfe. 60 von ihnen bekamen Hilfe zum Lebensunterhalt, 314 Hilfe zur Pflege und 586 Eingliederungshilfe für Behinderte.

Krankenhilfe

Die Zahl der Empfänger von Krankenhilfe betrug am Ende des vergangenen Jahres 3.271. Darunter waren 1.359 Aussiedler, ausländische Zuwanderer und Asylbewerber. Die Ausgaben der Landeshauptstadt Magdeburg für Krankenhilfe lagen bei 3,28 Millionen DM. Weitere 1,96 Millionen DM Krankenhilfe wurden Asylbewerbern gezahlt.

Behindertenhilfe

769 behinderte Magdeburger erhielten im Dezember 2001 eine Eingliederungshilfe für Therapien, um im Rahmen ihrer Fähigkeiten am Leben der Gemeinschaft teilnehmen zu können. Darunter waren 470 Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte, 240 Kinder von Integrationskindergärten sowie 59 Personen, die ambulante Eingliederungshilfen erhielten.

Altenhilfe, Soziale Beratung und Betreuung

Die Sozialarbeiterinnen dieser Abteilung führten im Jahr 2001 insgesamt 7.094 Hausbesuche und 8.487 Beratungen durch. Mit 2.676 persönlichen Hilfen umfasste der größte Anteil die Unterstützung bei allgemeinen lebenspraktischen Belangen. In 2.232 Fällen berieten die Sozialarbeiterinnen in Konfliktsituationen im sozialen Bereich. Sozialleistungen wurden 1.670 Personen gewährt, Hilfe zum Lebensunterhalt wurde in 577 Fällen vermittelt. 851 Personen erhielten Unterstützung bei psychischen Problemen und Suchtproblemen.

Im Jahr 2001 konnten 91 Altenpflegeheimplätze vermittelt werden. Bei der Suche nach einer altersgerechten Wohnung wurden 119 ältere Bürger unterstützt. In 255 Fällen wurden altersgerechte Dienste vermittelt.

327 Personen erhielten in der Schuldnerberatung Auskunft. Etwa 61,9 Prozent der Rat Suchenden sind älter als 60 Jahre. Bei der Schuldenstruktur gewinnt die Komplexverschuldung (Mietschulden, Energieschulden, Schulden aus Ratenkaufverträgen) zunehmend an Bedeutung.

Mietschuldnerberatung

"Seit 1991 haben die Mitarbeiter des Sozial- und Wohnungsamtes insgesamt 12.132 Haushalte mit Mietschulden beraten", bilanziert der Amtsleiter. Davon waren 1.153 Haushalte Neuzugänge des Jahres 2001. Die Schuldenhöhe bei der Erstberatung betrug im Jahr 2001 im Durchschnitt 3.410,02 DM. Sie liegt damit über dem Wert des Vorjahres (3.026,49 DM). Am Jahresende 2001 waren 666 Haushalte mit Mietschulden in einer fortlaufenden Beratung des Sozial- und Wohnungsamtes.

Zwangsräumungen

187 Haushalte waren im vergangenen Jahr von Zwangsräumungen betroffen und damit 16 Hauhalte mehr als im Vorjahr. Zehn Jahre zuvor wurden in Magdeburg fünf Zwangsräumungen vollstreckt. Seit 1991 gab es in Magdeburg 1.181 Zwangsräumungen.

Von den 187 Zwangsräumungen im Jahr 2001 waren insgesamt 227 Personen betroffen, darunter 24 Kinder. In 137 Haushalten lebten allein stehende Männer, in 30 Haushalten allein stehende Frauen. Von Zwangsräumungen waren auch 8 Ehepaare bzw. Lebensgemeinschaften ohne Kinder, 7 Ehepaare bzw. Lebensgemeinschaften mit Kindern und 5 allein erziehende Mütter mit einem oder mehreren Kindern betroffen.

Obdachlosenbetreuung

"Für die Unterbringung obdachlos gewordener Personen und Familien stehen in Magdeburg zwei Einrichtungen zur Verfügung", so Klaus Nahrstedt. "Für allein stehende Männer gibt es das Übergangsheim in Rothensee mit insgesamt 58 Plätzen, für Frauen und Familien die soziale Einrichtung in der Basedowstraße 15/17 mit 88 Plätzen. Im Jahr 2001 haben in den beiden Einrichtungen insgesamt 287 Obdachlose übernachtet."

Frauenhaus

Im städtischen Frauenhaus fanden im vergangenen Jahr 79 Frauen mit insgesamt 90 Kindern Schutz in einer familiären Krisensituation. Mehr als die Hälfte der Frauen (55,1 Prozent) konnte innerhalb von zwei Wochen das Frauenhaus wieder verlassen. 11,5 Prozent blieben länger als drei Monate in der Einrichtung. Ein Drittel der Frauen kehrte in den bisherigen Haushalt zurück. Im Vorjahr waren es noch 52,3 Prozent. 43,2 Prozent der Frauen zogen aus dem Frauenhaus in eine neue Wohnung.

Wohnberechtigungsschein (WBS)

Im Jahr 2001 wurden im Sozial- und Wohnungsamt insgesamt 2.654 Wohnberechtigungsscheine ausgegeben. Darunter waren 1.470 Wohnberechtigungsscheine für eine 1-Raum-Wohnung. 689 Magdeburger erhielten einen Wohnberechtigungsschein für eine 2-Raum-Wohnung und 297 Personen für eine 3-Raum-Wohnung. 130 Wohnungssuchende bekamen einen Wohnberechtigungsschein für eine 4-Raum-Wohnung, 41 Personen für eine 5-Raum-Wohnung und 27 Magdeburger für eine Wohnung mit mehr als fünf Zimmern.

Asylbewerberwohnheime und Integration

Zur Unterbringung von Spätaussiedlern, Flüchtlingen, Asylbewerbern und ausländischen Zuwanderern nutzt die Stadt derzeit drei Wohnheime: Das Asylbewerberwohnheim in der Windmühlenstraße 29 mit 158 Plätzen, die Asylbewerberunterkunft Wolfswerder 13 mit 291 Plätzen und das Asylbewerberwohnheim in der Grusonstraße 7 mit 310 Plätzen. Am 31.12.2001 lebten in den drei Einrichtungen 401 Asylbewerber, 228 Ausländer mit asylabhängiger Duldung, 26 Asylberechtigte und vier ehemalige Bürgerkriegsflüchtlinge. Das Asylbewerberwohnheim Große Diesdorfer Straße 247 musste wegen zu geringer Auslastung am 30.04.2001 schließen.

"Aufgrund der rückläufigen Zuzüge von Aussiedlern, Spätaussiedlern und jüdischen Zuwanderern wurde Ende des vergangenen Jahres das Übergangswohnheim am Westring 34 geschlossen", blickt Klaus Nahrstedt zurück. "Außerdem können diese Menschen schnell und unkompliziert mit Wohnraum versorgt werden." Im Jahr 2001 wurden 29 Wohnungen an 84 Aussiedler und Spätaussiedler sowie 14 Wohnungen an 19 jüdische Zuwanderer vergeben.

136 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 27 Jahren nahmen an einem 12-monatigen "Integrationssprachkurs mit beruflicher Orientierung" teil.

Versicherungsamt

Im Versicherungsamt wurden im vergangenen Jahr 3.178 Anträge auf Klärung von Rentenversicherungskonten gestellt. Eine abschließende Bearbeitung erfolgte in 2.887 Fällen. In Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Sozial- und Wohnungsamtes wurden zum Beispiel mögliche Rentenansprüche von Sozialhilfeempfängern überprüft, um die Zahlung von Hilfe zum Lebensunterhalt zu vermeiden oder zu verringern.

Förderung freier Träger

Das Sozial- und Wohnungsamt förderte im vergangenen Jahr die Arbeit freier Träger in Magdeburg mit etwa 3,44 Millionen DM. Dabei wurden Baumaßnahmen in Alten- und Behindertenpflegeheimen freier Träger mit insgesamt 2,02 Millionen DM unterstützt. Die Träger der offenen Altenarbeit erhielten im Rahmen eines Modellprojektes Förderungen von insgesamt 946.963 DM. Außerdem wurden 43 Verbände und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege mit insgesamt 476.614 DM unterstützt.

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