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Frauenfilmforum zeigt den die "Reise nach Kandahar"
Borken - 25. April 2002. Das Frauenfilmforum zeigt am 7. Mai um 20.30 Uhr im Kinocenter Borken den Film "Reise nach Kandahar".
Als der Film entstand, ahnte noch keiner etwas von der erschreckenden Aktualität, die der Film bei seinem Erscheinen einmal haben würde. Noch als der Film im Mai auf dem Filmfestival von Cannes lief , wurde Regisseur Mohsen Makhmalbaf von einigen Journalisten gefragt, warum er kein wichtigeres Thema gewählt habe. Heute, nach den schrecklichen Ereignissen vom 11. September und durch den Krieg in Afghanistan, ist das Land in aller Munde und der Informationsbedarf riesengroß.
Aufgeschreckt durch einen Brief ihrer Schwester, in dem diese ihren Selbstmord ankündigt, reist die im kanadischen Exil lebende Journalistin Nafas (Niloufar Pazira) nach Afghanistan, um dieser zu Hilfe zu kommen. Diese hält die Lebensbedingungen in ihrem Heimatland nicht mehr aus und kündigt an, sich noch vor der bevorstehenden Sonnenfinsternis umbringen zu wollen. Um dies zu verhindern, bricht Nafas auf zu einer gefahrvollen Odyssee. Sie will zurück nach Afghanistan reisen, um ihre Schwester von ihrem Vorhaben abzubringen. Auf ihrem beschwerlichen Weg durch das Land der Taliban macht sie Tonbandaufnahmen, die ihrer Schwester neuen Lebensmut geben sollen. Doch angesichts der katastrophalen Lage und extremer Zeitknappheit muss Nafas ihren ganzen Willen aufbringen, um ihre Reise fortzuführen.
Makhmalbaf nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in ein Land jenseits der Zivilisation. Wir sehen, wie in einer Koranschule etwa vierjährige Jungen monoton murmelnd wie in Trance vor sich hin beten. Wir sehen die rechtlose Lage der Frauen, die sich nur mit der Burka verhüllt, wenn überhaupt, aus dem Haus bewegen dürfen. So ist auch Nafar auf ihrer Reise auf die Begleitung von Männern angewiesen, die wiederum oft nur mit viel Geld zur Hilfe zu bewegen sind. Fast alle im Film beschriebenen Personen beruhen auf realen Vorbildern. Weil es zu gefährlich war, im Land selbst zu drehen, wurde "Kandahar" an der iranisch-afghanischen Grenze gefilmt, dort, wo bereits damals täglich Flüchtlinge ankamen und von iranischen Ordnungskräften zurückgewiesen wurden.
Mit "Die Reise nach Kandahar" hat Makhmalbaf ein Roadmovie der besonderen Art geschaffen, das uns schaudern lässt, aber auch Bilder von fast surrealistischer Schönheit gewährt. So etwa wenn die UNO mitten in der unwirtlichen Wüste Afghanistans per Fallschirm Prothesen abwirft und eine auf Krücken humpelnde Gruppe Männer diesen entgegen stürmen. Ein Bild, das die Schrecken eines von Landminen verseuchten Landes eindrucksvoller vermittelt, als jede Beschreibung in Worten es vermag.
Der Film wird in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungs- stelle der Stadt Borken und der Arbeitsgemeinschaft Frauenfilm Borken gezeigt. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro.
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