Baumfrevler am Werk
30.04.2002 | Herten
17 Bäume an der Hertener Bachstraße massiv beschädigt!
Mit großer Empörung stellten Mitarbeiter des Bereiches Grün der Stadtverwaltung am vergangenen Wochenende fest, dass die Straßenbäume in der Bachstraße massive Beschädigungen aufweisen. Bei insgesamt 17 Linden wurde, vermutlich mit einem Beil oder einem großem Messer, die Rinde bis auf das Kernholz abgeschlagen. An einigen Bäumen konnten rund um den Stamm sogar bis zu 15 Verletzungen gezählt werden. Der oder die Täter hinterließen eine Spur der Verwüstung, bei der sich selbst der Wechsel der Straßenseiten verfolgen lässt.
Der Schaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro denn in den nächsten 50 Jahren, solange beträgt etwa die weitere Lebenserwartung der Bäume, wird seitens der Stadt eine verstärkte Kontrolle und zum Teil auch ein früherer Austausch erforderlich.
An dieser Stelle soll einmal kurz erläutert werden, wie wichtig die Rinde für das "Lebewesen Baum" ist: Direkt unter der äußeren sichtbaren Schicht, der Borke, liegen die Versorgungsbahnen des Baumes. Diese Zellbahnen - vergleichbar mit den menschlichen Blutbahnen- verlaufen rings um den Stamm und versorgen Wurzeln und Blätter mit Wasser und Nährstoffen. Anders als beim Menschen können Bäume Leitungsbahnen nicht neu bilden, so dass bei einer Zerstörung weder Transport der lebenswichtigen Nährstoffe noch Wachstumsprozesse stattfinden können. Bei einer Schädigung von mehr als 50 % dieser Bahnen spricht man von einem Totalschaden, das heißt, der Baum stirbt langsam ab.
Eine weitere Gefahr stellt das unvermeidliche Eindringen von Fäulnispilzen dar. Hierbei kommt es dann im Laufe der Jahre innerhalb des Stammes zu Zersetzungen des Kernholzes. Im Endstadium ist die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet, der Baum muss gefällt werden. Zur Abwehr dieser Gefahr wird daher zweimal im Jahr die Kontrolle aller rund 8.800 städtischer Straßenbäume vorgenommen.
Wer in den Tagen unmittelbar vor dem 25.04.02 etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Stadt Herten (Fachbereich 3/3 – Grün, Frau Rühl, Telefon 02366-303319) oder der Polizei zu melden.
Pressekontakt: Pressestelle, Norbert Johrendt, Telefon 02366-303551



