Projekt "Vitalstadt" - Herten sieht Chancen in der Gesundheitswirtschaft

21.06.2002 | Herten

Älterwerden der Bevölkerung als Chance begreifen

"Vitalstadt Herten" – unter diesem Schlagwort könnte die zukünftige Entwicklung der Stadt Herten stehen. Dieser Überzeugung ist der Unternehmer Ludwig Fresenius. Vor Vertretern der Bürgerstiftung, der Wohlfahrtsverbände, Politikern des Rats und Vertretern der Stadtverwaltung stellt er am vergangenen Montag im Bürgerhaus Süd seine Vision für Herten vor:

"Die demografische Entwicklung ist eine Chance für Herten. Wir sollten hier beispielhafte Lösungen entwickeln. Das könnte zum Markenzeichen für Herten werden." Der 58-jährige international erfolgreiche Unternehmer empfiehlt, möglichst viele Aktivitäten in der Stadt speziell auf die Belange der über 50-jährigen auszurichten. "Das betrifft den Sport, die Wirtschaftsförderung, die Kultur und vieles mehr." In der Orientierung auf die Generation 50plus stecke eine ungeheure Chance für alle Bürger der Stadt.

Bürgermeister Klaus Bechtel unterstützt diesen Ansatz. "Es ist wichtig, dass die Leute vital bleiben oder es wieder werden", so Bechtel. Deshalb setzt er im Zusammenhang mit einer Vitalstadt Herten auf fünf Bereiche: "Ernährung, Bewegung, Kommunikation, Wohnen und sinnvolles Arbeiten." In Herten sind bereits die ersten Ansätze für eine mögliche Vitalstadt vorhanden, auch das machte Klaus Bechtel deutlich: "Mit der Kampagne für den Sport, der Altenakademie, den Seniorenaktivtagen und den Überlegungen der Stadtwerke, den Wellness-Bereich im Freizeitbad COPA CA BACKUM zu erweitern, sind bereits erste Bausteine vorhanden", so der Bürgermeister.

Karl-Heinz Egger, Ratsmitglied der SPD, war begeistert von dem Ansatz. "Das ist eine gute Idee, und die Fakten sprechen für sich", sagte Egger, und ergänzte: "Ich habe das Gefühl, dass wir das anpacken sollten!" Genau dies legte auch Ludwig Fresenius den Anwesenden ans Herz: "Die relative Überschaubarkeit von Herten ist ein Potenzial. Aber eine Marke kann das alles nur durch Tun werden, nicht durch Reden." Deshalb gilt es nun, die ersten Überlegungen zu vertiefen und mit Inhalten zu füllen. Schließlich sei "die Verschärfung der Alterskurve in Herten und der gesamten Region ein Problem, das nicht abzuwenden ist", sagte Ludwig Fresenius. Aber als Unternehmer nennt er zwei Betrachtungsweisen für ein Problem: "Erstens als Katastrophe, zweitens als Chance. Ich halte hier ein Plädoyer für die Vitalstadt. Herten kann sich profilieren und eine Marke werden, wenn es gelingt, alle Kräfte zu bündeln", so Fresenius.

In einer Arbeitsgruppe wird weiter an dem Thema gearbeitet. Zudem wird der Bericht "Projekt Vitalstadt Herten"" dem Rat in seiner Sitzung am 26. Juni 2002 vorgelegt.

Pressekontakt: Peter Brautmeier, Pressestelle, 02366 - 303 262, mailto: p.brautmeier@herten.de