Magdeburger Jugendliche begegnen Europa
Magdeburg.
Was ist eigentlich eine Wojewodschaft? Warum gibt es bei einem Diner so viele Gänge? Wer kann ‚richtig‘ hip-hoppen? Fragen, auf die Jugendbegegnungen des Antworten geben. Ob beim Trekking, Climbing, Windsurfing, Inline-Skating oder Hip Hop-Workshop - es gibt viele Gelegenheiten, während der Ferienzeit Kontakte zu knüpfen und Neues zu erfahren.
Seit 1990 organisiert das Jugendamt der Landehauptstadt Magdeburg nationale und internationale Jugendbegegnungen. Im letzten Jahr waren es insgesamt elf Freizeiten, 2002 können Magdeburger Jugendliche unter neun Angeboten wählen. Für insgesamt etwa 150 Teilnehmer stehen Plätze zur Verfügung. Das ökologische Projekt Bad Berka und drei weitere Begegnungen finden in Deutschland statt: in Regensburg, Hannover und Bad Saarow. Neben einigen "festen" europäischen Zielen, wie Frankreich, Polen, Tschechien, gibt es auch Highlights wie Begegnungen in Gibraltar im letzten Jahr, Irland, Israel, Griechenland. Dieses Jahr in Jerez de la Frontera in Spanien der Renner.
Einige Begegnungen sind schon in vollem Gange. Im Magdeburger Rathaus empfing heute die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Beate Bröcker, 24 deutsche und polnische Jugendliche. Sie nehmen teil an einem Ökologischen Projekt, das in Bad Berka und Magdeburg stattfindet. Noch bis Sonntag entdecken die jungen Polen und Deutschen die Natur und gestalten einen Schulhof in einem Ortsteil Bad Berkas. Dort haben sie vor allem Bäume gepflanzt. Im letzten Jahr errichteten Jugendliche eine Schutzhütte im Wald nahe Bad Berka. Besuche in Städten wie Weimar, Erfurt und Kassel standen ebenfalls auf dem Programm.
Die internationalen Begegnungen sind Angebote an Magdeburger Jugendliche, die unter Urlaub nicht nur Fernsehen verstehen, sondern ihre Freizeit aktiv gestalten möchten. "Internationale Jugendbegegnung heißt immer, dass sich junge Leute aus verschiedenen Ländern begegnen – auch wenn das Treffen in Deutschland statt findet", erläutert die Sozialbeigeordnete das Anliegen der besonderen Ferienfreizeiten. Ausgegrenzt wird dabei niemand. Im Gegenteil: "Ein Teil der verfügbaren Plätze steht für sozial benachteiligte Jugendliche zur Verfügung", erklärt Beate Bröcker. "Für sie zahlt das Jugendamt auf Antrag einen Zuschuss zu den Kosten."
Das Kennenlernen neuer, anderer Blickwinkel und der Kontakt zu fremden Kulturen sind den Organisatoren wichtiges Anliegen. "Die Jugendlichen erleben sich als Deutsche inmitten des zusammen wachsenden Europas", beschreibt die Sozialbeigeordnete Erfahrungen, von denen die Teilnehmer berichten. "Andere Kulturen zu verstehen und zu tolerieren ist eine Fähigkeit, die wir auf dem Weg ins vereinte Europa brauchen." Verständigung ist weniger problematisch als vielmehr Ziel - auch sprachlich. Sogenannte Sprach-Animationen gehören deshalb häufig zum Programm. Bei den französisch-deutschen Begegnungen z.B. pflegt in gemischten Gruppen jeder die Sprache des anderen: Die deutschen Jugendlichen sprechen französisch, die jungen Franzosen vervollkommnen ihre Deutsch-Kenntnisse.
Außerdem setzen die Organisatoren auf die Kreativität und Phantasie der Teilnehmer, das heißt, die Jugendlichen sollen das Programm vor Ort mitgestalten. Dies gilt z.B. bei den künstlerischen Angeboten wie Malen und Töpfern oder einem HipHop-Workshop, zu dem deutsche und französische Jugendliche in Hannover zusammen kommen. Sport wird bei fast allen Programmen großgeschrieben, ob Wassersport, Inline-Skaten, Wandern oder Klettern. Ökologische Projekte - z.B. in Bad Berka - sensibilisieren Jugendliche für Natur und Umwelt.
Bei der Organisation der Begegnungen ist das Jugendamt auf starke Partner angewiesen, deshalb bestehen langjährige Beziehungen zum polnischen Landjugendverband und zum Deutsch-Französischen Jugendwerk sowie zu einer Produktionsschule in Dänemark. Für die Sommerferien 2002 sind leider alle Plätze ausgebucht. "Das gibt unserem Konzept recht", sieht die Sozialbeigeordnete die Arbeit des Jugendamtes bestätigt. Allerdings sind ja auch 2003 wieder Ferien. Und auch dann wird es wieder heißen: Willkommen in Magdeburg!, Bienvenu à Annecy! oder einfach in der Weltsprache Englisch: Hallo and Welcome to Germany!
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