"Damit erkläre ich Sie zu Mann und Frau!"
Halbjahresbilantz im Magdeburger Standesamt
Magdeburg.
846-mal sprachen Standesbeamte in Magdeburg im ersten Halbjahr 2002 diesen Satz. 423 Paare landeten nach amtlicher Trauung im Hafen der Ehe. "Außerdem nutzten sieben gleichgeschlechtliche Paare die seit dem vergangenen Jahr bestehende Möglichkeit, eine Lebenspartnerschaft zu gründen", zieht die Leiterin des Magdeburger Standesamtes, Angelika Heitzmann, Halbjahresbilanz.
Die Mitarbeiter in der Humboldtstraße können über mangelnde Arbeit wahrlich nicht klagen. 846 Heiratswillige schlossen insgesamt 423 Ehen. Dabei liefen 626 Frauen und Männer das erste Mal den Ehehafen an. Mit "Auslandsbeteiligung" - das heißt mindestens ein Partner ist ausländischer Herkunft - wurden 72 Ehen geschlossen. "Das Aufgebot für 204 weitere Eheschließungen in diesem Jahr ist bereits bestellt", so die Amtsleiterin.
Die aktuelle Halbjahres-Statistik liegt im Trend des Vorjahres: 2001 gaben sich im Magdeburger Standesamt 886 Paare das Ja-Wort, im Jahr zuvor waren es 1.045.
Vor der Eheschließung werden die Paare individuell beraten, auch zu Namensfragen. Die Wahl des künftigen Familiennamens ist dabei immer noch in der herkömmlichen Variante am stärksten vertreten - einen gemeinsamen Namen tragen 375 Paare. Davon wählten 19 Paare den Namen der Braut. Den Doppelnamen als weitere Möglichkeit tragen nun 35 der Paare, die im ersten Halbjahr heirateten. Keine Veränderungen gab es bei 48 Ehepaaren, sie behalten den eigenen Namen auch als Verheiratete.
Nicht nur über Familiennamen sondern auch über Vornamen führt das Standesamt mit der Geburtenstelle Buch. 1.276 Kinder erblickten im ersten Halbjahr 2002 das Licht der Welt in Magdeburg, damit könnte die Vorjahreszahl von 2.634 wieder erreicht werden. Überhaupt scheint sich die Zahl der Geburten bei 2.600 jährlich zu stabilisieren, denn im Jahr 2000 kamen in Magdeburg 2.676 kleine Erdenbürger an. Bei den Vornamen ist Paul - der allgemein in den neuen Ländern der beliebteste Name für Jungen ist - unangefochtener Favorit. Daneben sind Tim und Lukas Vornamen, die Jungen in Magdeburg am häufigsten erhalten. Bei den Mädchen ist Marie die erste Wahl - dies übrigens bundesweit - dicht gefolgt von Sophie und Lea.
776 der Neugeborenen des ersten Halbjahres 2002 sind auch Neu-Magdeburger, die übrigen Eltern haben einen Wohnsitz außerhalb.
Für eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft, die seit dem 01.08.2001 gegründet werden kann, haben sich in Magdeburg 7 Paare entschieden. Vier Paare tragen seitdem einen Familiennamen, die übrigen einen Doppelnamen. Im vergangenen Jahr hatten 13 homosexuelle Paare diese neue Rechtsform genutzt und sich das Ja-Wort gegeben .
Neben der Beurkundung von Geburten, Eheschließung, Beratung der Bürger zu namensrechtlichen Einzelheiten gehört auch die Beurkundung von Sterbefällen zum Ressort des Standesamtes, dort wird auch das Sterbebuch geführt. Die zuständigen Mitarbeiter beurkundeten im ersten Halbjahr 1.566 Sterbefälle, im Jahr 2001 waren es insgesamt 3.036.
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