Umweltamt stellt ersten Libellenatlas Magdeburgs vor
48 Libellenarten in der Elbestadt bekannt, sieben vom Aussterben bedroht
Magdeburg.
Das Umweltamt hat den ersten Libellenatlas der Landeshauptstadt Magdeburg herausgegeben. Auf insgesamt 112 Seiten werden alle bislang in der Elbestadt nachgewiesenen Libellenarten vorgestellt.
"Mit dieser bebilderten Broschüre liegt zum ersten Mal eine umfassende Sammlung über diese faszinierende Insektengruppe Magdeburgs vor", freut sich der Leiter des Umweltamtes Rolf Warschun über die neue Publikation. "Der Libellenatlas ist eine gute fachliche Grundlage für alle diejenigen, die beruflich und privat in der Natur unterwegs sind. Darüber hinaus soll die Broschüre auch Magdeburger Schulen zur Verfügung gestellt werden, um junge Menschen für die Natur und ihren Schutz zu sensibilisieren."
In dem Atlas werden 48 unterschiedliche Libellenarten mit Fotos, Verbreitungskarten und ausführlichen Texten dargestellt. Der Magdeburger Bestand an Libellenarten entspricht 76,2 Prozent der gesamten Libellenfauna in Sachsen-Anhalt und 60 Prozent der Libellenfauna in Deutschland. "Unsere Flüsse und Seen bieten den Libellen optimale Lebensvoraussetzungen", begründet Rolf Warschun den umfangreichen Bestand in der Elbestadt.
Die neue Broschüre informiert auch über gefährdete Arten. "28 der in Magdeburg lebenden Libellenarten sind in der Roten Liste Deutschlands erfasst, 23 in der Roten Liste Sachsen-Anhalts", weiß der Leiter des Umweltamtes. "Sieben der in Magdeburg vorkommenden Libellenarten sind in unserem Bundesland vom Aussterben bedroht. Als Gefährdungsursachen zählen unter anderem Gewässereutrophierung und menschliche Eingriffe in die Ökosysteme von Flüssen und Seen, wie beispielsweise wasserbauliche Maßnahmen."
Der Libellenatlas hat eine Auflage von 500 Exemplaren und ist für drei Euro im Umweltamt in der Mittelstraße 66 und in der Bürgerberatung des Rathauses erhältlich. Die Öffnungszeiten sind montags, donnerstags und freitags von 09.00 bis 12.00 Uhr sowie dienstags von 09.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.30 Uhr.
Bei Rückfragen: Detlef Schulze, Umweltamt,
Tel.: 0391/5 40 58 31
Hintergrundinformationen zum Libellenatlas
Für den Libellenatlas der Landeshauptstadt Magdeburg hat das Umweltamt innerhalb von einem Jahr die Habitate der Libellenfauna in Magdeburg untersucht und ihre Libellenbesiedlung erfasst. Dazu haben die Autoren des Atlas Rosmarie Steglich und Paul-Ludwig Gentz im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) 51 Still- und 16 Fließgewässer aufgesucht, um bei möglichst optimalem "Libellenwetter" (sonnig, warm und windstill) und unter Berücksichtigung der Schlüpf- und Flugzeit die einzelnen Libellenarten zu beobachten. Die Bestimmung erfolgte auch durch Sichtfänge, wobei gefangene Tiere nach ihrer Bestimmung wieder freigelassen wurden. Während der Untersuchung wurde auch das Verhalten (Schlupf, Beuteflug, Paarung und Eiablage) der Libellen notiert, um Aussagen über die Fortpflanzung dieser Insekten in den jeweiligen Habitaten treffen zu können.
Mit Hilfe eines speziellen Computerprogrammes des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt wurden die ermittelten Daten anschließend ausgewertet. Der Libellenatlas berücksichtigt aber auch Daten aus Pflege- und Entwicklungsplänen, Gutachten, Umweltverträglichkeitsprüfungen und einer Museumssammlung.
Zu den 51 untersuchten Stillgewässern gehören folgende Seen und Teiche: Barleber See II, Kelterer Teich, Barroseen I, II und III, Ziegeleiteich, Neustädter See I, Neustädter See II, Erdkuhle, Zuwachs Alte Elbe, Zuwachs Langes Loch, Zuwachs Schwarzes Loch, Waldsee I, Waldsee II, Stadion Neue Welt, Schmüllings Badegewässer (ehem. "Hohmanns"), Eislöcher I und II, das ehemalige "Hellas"-Schwimmbad, Garnsee, Schwanenteich, Prester See, Dreierkolk bei Zipkeleben, Gutsteich bei Zipkeleben, Kolke nördlich von Pechau, Pechauer See, Brandtsche Kolk, Kolk am Siel, Alte Elbe in der Kreuzhorst bei Randau/Calenberge, Mönchsgraben, Kuhlenhagen (Steinför), Qualmwasserkolk bei Randau, Rüsternpfuhl, Randauer Baggerloch, Entenstrich, Rüspertkolk, Altarmkolke im Umflutkanal, Höllenkolke, Calenberger See, Adolf-Mittag-See, Taube Elbe, Arthur-Becker-Teich, Godehardt-Teich, Ottersleber Teich, Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet Flugplatz, Kiesgrube Hängelsberge, Salbker See I, Salbker See II, Hochwasserschutzbecken der Schrote und Lange Lake.
Zu den 16 untersuchten Fließgewässern zählen folgende Flüsse und Gräben: Strom-Elbe im Stadtgebiet, Alte Elbe, Große Sülze mit Zuflüssen, Schrote, Olvenstedter Röthe, Klinke, Kleiner Wiesengraben, Dodendorfer Sülze, Pfingstwiesengraben, Graben A, Graben B, Graben C, Furtlake/Steingraben, Umflut-Ehle, Ehle-Kanal und Zipkeleber See.
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