Leer/Westoverledingen -Die unter dem Motto "Neue Wege in der Jugendarbeit" von Landrat Bernhard Bramlage angekündigten Projekte bekommen nun nach Moormerland einen zusätzlichen Schwerpunkt in Westoverledingen. Nach einer Mitteilung aus dem Kreishaus hat die Bezirksregierung Weser-Ems jetzt dafür einen Zuschuss von rund 203.000 Euro bewilligt. Grundlage war ein von Kreisjugendpflegerin Jutta Fröse erarbeitetes Konzept, mit dem eine gezielte Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten gefährdeter junger Menschen und damit ihre gesellschaftliche Integration erreicht werden soll. Der Landkreis Leer und die Gemeinde Westoveledingen wollen sich ebenfalls an dem zunächst bis 2006 geplanten Projekt beteiligen.
Mit dem Geld soll vor allem eine sozialpädagogische Fachkraft eingestellt werden. Ein Schwerpunkt der inhaltlichen Aufgabe liegt in der Integration von Kindern und Jugendlichen in Vereine. Vorrangige Zielgruppe sind die Schülerinnen und Schüler der sieben Grundschulen in Westoverledingen, des Schulzentrums Collhusen und der Schule am Patersweg im Ortsteil Ihren.
Die Verantwortlichen beim Kreis und in der Gemeinde gehen davon aus, dass in der Flächengemeinde Westoverledingen mit über 20.000 Einwohnern ein Großteil der Jugendlichen außerhalb der Schulzeit "unversorgt" ist. Jedenfalls lässt die relativ kleine Zahl der Kinder und Jugendlichen, die die Jugendtreffs in der Gemeinde nutzen oder in Sportvereinen oder Jugendverbänden aktiv sind, diesen Schluss zu.
Zudem wurden vielschichtige Verhaltensauffälligkeiten beobachtet, die unterschiedliche soziale Ursachen haben, denen aber kaum mit den herkömmlichen Jugendhilfemaßnahmen begegnet werden kann. Mit dem neuen Konzept soll frühzeitig angesetzt werden, um die nötige soziale Kompetenz nicht durch spätere kostenintensive Jugendhilfemaßnahmen vermitteln zu müssen "Es geht dabei in Westoverledingen um einen Schwerpunkt im Sinne von Primärprävention", sagt Landrat Bramlage.
Kreisjugendpflegerin Fröse, die Bezirkssozialarbeiter des Kreisjugendamtes und Gemeindejugendpfleger wollen dafür sorgen, dass die Arbeit mit anderen Trägern der Jugendhilfe und den kommunalen Jugendhilfestrukturen vernetzt wird. Bei themenbezogenen Projekten soll zusammengearbeitet werden, ein regelmäßiger Austausch der Präventionsgruppen in Westoverledingen und Moormerland stattfinden und auch mit dem Präventionsrat auf Landkreisebene zusammen gearbeitet werden. Daneben sind gemeinsame Fortbildungen und Multiplikatorenschulungen geplant.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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