Oberbürgermeister ruft Katastrophenfall aus
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute um 10.00 Uhr für die Landeshauptstadt Magdeburg den Katastrophenfall ausgerufen. Hintergrund sind die aktuellen Prognosen für den Pegelstand der Elbe sowie die damit verbundenen Gefahren für die Bevölkerung und für Sachwerte. Derzeit geht der Katastrophenschutzstab davon aus, dass die Gebiete in Ostelbien, der Werder und die elbnahen Flächen am Westufer des Flusses höchstwahrscheinlich überschwemmt werden.
Im Zusammenhang mit dem Ausrufen des Katastrophenfalls für Magdeburg ergeben sich für den Katastrophenschutzstab derzeit folgende Kernaufgaben:
1. Sicherheit für die Bevölkerung
Die Bewohner Ostelbiens, der Herrenkruges und des Werders werden evakuiert, da nach dem kommenden Samstag in diesen Gebieten Lebensgefahr besteht. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich bis spätestens Samstag, 17.08.02, Unterkünfte bei Verwandten oder Bekannten in sicheren Gebieten oder außerhalb der Stadt organisieren sowie sein Hab und Gut sichern. Für Menschen, die keine Unterkunft finden, werden Möglichkeiten in mehreren Magdeburger Schulen geschaffen. In allen Schulen der Landeshauptstadt findet deswegen ab Montag bis auf Widerruf kein Unterricht statt.
Je nach Stadtteil stehen für die dortigen Bewohner ab Samstag folgende Schulen als Unterkunft zur Verfügung:
Pechau, Randau, Calenberge: Grundschule "Am Glacis", Wilhelm-Külz-Str. 1
Prester, Zipkeleben: Sekundarschule "Oskar Linke", Schmeilstraße 1
Cracau IGS Willy Brandt", Westring 30
Berliner Chaussee, Brückfeld Albert-Einstein-Gymnasium, Olvenstedter Graseweg 36
Werder, Herrenkrug Otto-von-Guericke-Gymnasium, Harsdorfer Straße 67
Kranke und bedürftige Personen werden gebeten, sich umgehend unter der Rufnummer 5 43 53 59 zu melden. Sie werden von den Hilfskräften spätestens Samstag, 20.00 Uhr, evakuiert!
2. Deichsicherung
Der Katastrophenschutzstab bereitet die Sicherung eines etwa zwölf Kilometer langen Deichabschnittes östlich der Elbe zwischen der Kreuzhorst und der Büchnerstraße vor. Eine Konstruktion aus Paletten, Sandsäcken und Planen soll den Deich erhöhen und die ostelbischen Stadtteile vor den Wassermassen schützen.
3. Hotline
Zur Information der Bevölkerung wurde eine Hotline eingerichtet. Für allgemeine Fragen ist rund um die Uhr die Rufnummer
03 91/5 40 22 22
erreichbar.
4. Organisation von Hilfsangeboten
Der Katastrophenschutzstab bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Für die Versorgung der Menschen, die nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen, werden vor allem Campingbetten, Matratzen, Decken, Schlafsäcke, Essgeschirr und Besteck benötigt. Wer helfen möchte, kann Sachspenden dieser Art ab heute, 19.00 Uhr, bei der zentralen Sammelstelle in der Hermann-Gieseler-Halle abgeben. Außerdem ruft der Katastrophenschutzstab die Bevölkerung auf, besonders alte und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Auch die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk werden helfen.
Darüber hinaus werden Bürger gesucht, die Menschen oder Tiere aus den gefährdeten Stadtteilen aufnehmen oder bei der Verteidigung der Deiche helfen möchten. Diese können sich unter der Rufnummer
03 91/5 40 22 30
melden.
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