Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 20. August 2002

Sechs weitere Betrugsfälle aufgedeckt

Illegale Arbeiter bei Zeitarbeitsfirma zur Fahndung ausgeschrieben

Bocholt (pd).

Nachdem in der vergangenen Woche vier polnische Staatsangehörige aus der Bundesrepublik ausgewiesen wurden, die zuvor mit gefälschten deutschen Pässen bei einer Zeitarbeitsfirma in Bocholt beschäftigt gewesen waren, sind bei der Auswertung sichergestellter Unterlagen sechs weitere Betrugsfälle festgestellt worden.

Wie berichtet, durchsuchten die städtische Ausländerbehörde und das Hauptzollamt Gronau unter Beteiligung der Kriminalpolizei eine Bocholter Zeitarbeitsfirma, nachdem der Verdacht entstanden war, dass dort polnische Staatsangehörige beschäftigt waren, die unter Benutzung falscher deutscher Staatsangehörigkeitsausweise einer illegalen Erwerbstätigkeit nachgingen.

Hintergrund: Deutsche Volkszugehörige in Polen haben die Möglichkeit, mit einem legal beantragten Ausweis, der zumeist über die deutschen Konsulate in Breslau und Oppeln ausgestellt wird, in die Bundesrepublik einzureisen und hier zu leben. Die Quote gefälschter Dokumente, mit denen Polen eine deutsche Staatsangehörigkeit vortäuschen, um hier arbeiten zu können, ist jedoch hoch.

In den Unterlagen der Zeitarbeitsfirma stellte der Zoll die Kopien von etwa 60 Staatsangehörigkeitsausweisen sicher, die Personen gehören, die in der letzten Zeit dort beschäftigt waren. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverwaltungsamt stellte die Ausländerbehörde bei der Auswertung fest, dass neben den vier Dokumenten, die von den in der letzten Woche festgenommenen Personen benutzt worden waren, weitere sechs Ausweise gefälscht waren.

Das bedeutet, dass es sich bei sechs früheren Beschäftigten dieser Firma tatsächlich nicht um Deutsche, sondern um Polen handelt, die zu keinem Zeitpunkt in Deutschland hätten arbeiten dürfen und deren Aufenthalt somit illegal war.

Die Ausländerbehörde hat diese Personen bundesweit zur Fahndung ausgeschrieben; sie müssen mit ihrer Ausweisung und einem dauernden Einreiseverbot nach Deutschland rechnen.