Bocholt, 21. August 2002
"Eine Stunde für die Flutopfer"
Bocholts Bürgermeister Ehling startet Spendenaufruf in der Stadtverwaltung/"Andere ermutigen, dem Beispiel zu folgen"
Bocholt (pd).
Die Jahrhundertflut entlang der Elbe und mit ihr das destaströse Ausmaß für die betroffenen Menschen, deren Hab und Gut weggespült worden oder unter Schlamm begraben ist, bestimmen zur Zeit die täglichen Schlagzeilen. Die finanziellen Schäden sind enorm – von den persönlichen Leiden der Betroffenen ganz abgesehen.
Auch die Stadt Bocholt will helfen. Bürgermeister Klaus Ehling rief eine Aktion unter dem Slogan "Eine Stunde für die Flutopfer" ins Leben. Die Idee: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung können sich – auf freiwilliger Basis – in Listen eintragen und bereit erklären, dass ein Stundenlohn von ihrem Septembergehalt abgezogen und den Opfern der Flutkatastrophe zur Verfügung gestellt wird. Der Betrag, der letztlich zusammenkommt, wird noch einmal um das doppelte mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt aufgestockt.
Die Spenden werden an den Landkreis Wittenberg weitergeleitet. Die Stadt Bocholt hat den ehemaligen Partnerkreis Jessen, der nun im Landkreis Wittenberg aufgegangen ist, nach der "Wende" beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung unterstützt.
"Die Flutopfer sind auf Solidarität angewiesen. Niemand sollte jetzt abseits stehen, wenn es darum geht, wenigstens finanzielle Hilfe zu leisten", erklärt Ehling. "Wir sollten nicht vergessen, dass keiner von uns vor solchen oder ähnlichen Katastrophen gefeit ist, und man auch selbst dankbar wäre für moralische und finanzielle Unterstützung in solch schweren Zeiten!"
Die Idee zu dieser Aktion bekam der Bürgermeister auf Anregung des geschäftsführenden Gesellschafters Manfred Wilke der Bocholter Firma Novoferm, die in ihrem Unternehmen das gleiche Verfahren praktiziert.
Ehling hofft zudem, Nachahmer zu finden: "Wir wollen mit dieser Aktion andere Bocholter Firmen und Betriebe ermutigen, dem Beispiel zu folgen."