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Magdeburg, 10. September 2002
Beitrag des Konservatoriums zum Beethoven-Jahr 2002
Benefizkonzert zu Gunsten der Opfer der Flutkatastrophe

Am kommenden Montag, dem 16. September 2002 lädt das Konservatorium "Gerorg-Philipp Telemann" zu einem Benefizkonzert für die Opfer des Hochwassers ein. Um 19.00 Uhr erklingen im Konzertsaal des Magdeburger Konservatoriums sämtliche Werke Beethovens für Violoncello und Klavier. Die Solisten sind Bård Henrik Bosrup (Violoncello) und Helmut Keller (Klavier). Auf dem Programm stehen die 1. Sonate für Violoncello und Klavier F-Dur op. 5/1, die 4. Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur op. 102/1, die 12 Variationen G-Dur über ein Thema aus dem Oratorium "Judas Maccabäus" von Georg Friedrich Händel sowie die viel gespielte 3. Sonate in A-Dur op. 69, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Beethovens 5. und 6. Symphonie entstanden ist. Das Konzert wird am Dienstag, dem 17. September 2002, um 19.00 Uhr wiederholt.

Solisten: Bård Henrik Bosrup wurde in Porsgrunn (Norwegen) geboren und spielt seit seinem 5. Lebensjahr Violoncello. Nach Studien am Edsberg Musikinstitut Stockholm bei Frans Helmerson folgte das Solistendiplom an der Hochschule in Oslo. Ein Stipendium der University of Southern California ermöglichte ihm ein Studium beim weltberühmten Cellisten Lynn Harrel. Bereits seit 1995 ist er erster Solocellist der Magdeburgischen Philharmonie. Darüber hinaus tritt er häufig außerhalb Magdeburgs als gefragter Solist (u.a. zusammen mit der Kammerphilharmonie Schönebeck und dem Radio-Symphonieorchester Oslo) und als Kammermusiker in unterschiedlichen Formationen auf. Seit kurzem ist er Dozent am Magdeburger Konservatorium.

Dr. Helmut Keller, 1948 in Graz geboren, absolvierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz Studiengänge in den Hauptfächern Klavier, Oboe (1974 Diplom mit Auszeichnung) und Dirigieren (u.a. bei Milan Horvat, Diplom 1975). Der österreichische Staatspreis, Lehraufträge an den Musikhochschulen in Graz und Mannheim-Heidelberg sowie ein vierjähriges Engagement am Nationaltheater Mannheim waren weitere Stationen in seiner Laufbahn. Seit dem 1. Februar 1996 leitet er das Konservatorium "Georg Philipp Telemann", zuvor war er Musikschuldirektor in Kassel (1982-1992) und in Ludwigshafen/Rhein (1992 -1996).

Hintergrund: Während Beethoven in allen anderen bedeutenden Genres seines Werkes grandiose Vorgänger hatte, betritt er mit seinen fünf Sonaten für Klavier und Violoncello wirkliches Neuland. Diese Sonaten sind die ersten Beiträge zu dieser Kammermusikform. Für alle fünf Sonaten ist eine selbst bei Beethoven nicht alltägliche Freiheit im Umgang mit dem überlieferten Formenkanon bezeichnend. Gleich die ersten beiden Sonaten der Serie, die Beethoven im Juni 1796 in Berlin für Friedrich Wilhelm II und dessen Cellisten Duport schrieb, sind ein Abriss genialer "Sturm und Drang"-Ideen. Eines dieser beiden Werke ist die Sonate in F-Dur opus 5/1. Einer der Höhepunkte dieser einzigartigen Werkreihe ist die A-Dur-Sonate op. 69. Es dürfte nicht leicht sein, in der Kammermusikliteratur ein Werk zu finden, das diesen Geniestreich an melodischer Erfindungskraft, hymnischer Steigerung und grandioser Ausdrucksintensität übertreffen könnte. In den eingangs zu hörenden 12 Variationen über ein Thema aus "Judas Maccabäus" von Händel wird der Hörer sofort das mit diesem Thema identische Weihnachtslied "Tochter Sion" erkennen. In der 8. Variation sind übrigens sogar bereits Vorahnungen und harmonische Wendungen aus Schuberts erst viele Jahre später komponiertem Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" zu vernehmen. Die C-Dur-Sonate op. 102/1 mit ihren 5 kurzen Sätzen ist bereits ein Werk der letzten Schaffensphase Beethovens - schroffe motorische Abschnitte kontrastieren hier mit ausgedehnten lyrischen Passagen voll herber Schönheit.

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