Die Buddenbrooks - Seelengeschichte des deutschen Bürgertums
02.10.2002 | Herten
Lesung im Hertener Glashaus
Ein Jahrhundertroman steht im Mittelpunkt der ersten "Literatur im Glashaus"-Veranstaltung nach der Sommerpause: Am Dienstag, 8. Oktober 2002 um 20 Uhr stellt der Recklinghäuser Buchhändler Michael van Ahlen eine spannungsreiche Collage vor aus dem Briefwechsel zwischen Thomas Mann und seinem Verleger Samuel Fischer und Passagen aus dem Roman.
Samuel Fischer schrieb am 26.10.1900 an Thomas Mann, nachdem er dessen Manuskript "Buddenbrooks" gelesen hatte: "Glauben Sie, daß es Ihnen möglich ist, Ihr Werk um etwa die Hälfte zu kürzen, so finden Sie mich im Prinzip sehr geneigt, Ihr Buch zu verlegen". Thomas Mann selbst schrieb 1932: "Mein in Deutschland populärstes Buch sind ja ohne Zweifel die Buddenbrooks, und es könnte sein, daß in meinem eigenen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden sein wird". Tatsächlich erlangte der bei Erscheinen des Romans 1901 noch unbekannte Autor mit diesem Werk einen unauslöschlichen Weltruhm. Die deutschsprachige Auflage beträgt mittlerweile ca. 4 Millionen Exemplare, die Weltauflage ist um ein Vielfaches höher. Übersetzungen in 40 Sprachen sind bisher bekannt.
In den Buddenbrooks wird, einer Chronik gleich, das Leben einer Lübecker Kaufmannsfamilie des 19. Jahrhunderts dargestellt. Der Roman, in dem Thomas Mann Ereignisse und Schicksalsschläge der eigenen Familiengeschichte aufgreift, beschreibt einen Zeitraum von vierzig Jahren. Über vier Generationen hinweg wird die Veränderung dieser Familie beschrieben, bis zu ihrem materiellen, gesellschaftlichen und familiären Niedergang. Für diesen Roman, den Thomas Mann selbst als "Seelengeschichte des deutschen Bürgertums" bezeichnete, erhielt er 1929 den Literatur-Nobelpreis.
Karten zu der Veranstaltung gibt es im Vorverkauf (5 Euro) im Glashaus und in der Buchhandlung Droste, in Recklinghausen in den Buchhandlungen Attatroll und van Ahlen und an der Abendkasse (6 Euro). SchülerInnen und StudentInnen zahlen 3 Euro.
Pressekontakt: Stadtbibliothek, Cornelia Berg, Telefon 02366-303686



