Möllenvogtei- und Schlossgarten laden zum Spaziergang ein
Offizielle Übergabe der mittelalterlichen Anlage
Nach dreimonatiger Bauzeit wurde heute der gesamte Freiflächenbereich des Möllenvogteigartens und des angrenzenden Schlossgartens offiziell an die Stadt übergeben. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Werner Kaleschky nahmen die historische Anlage am Magdeburger Domplatz symbolisch entgegen.
In den beiden Gärten wurden in den vergangenen Monaten die Freiflächen gestaltet und eine neue Beleuchtungsanlage installiert. Das historische Mauerwerk erhielt eine neue Abdeckung aus Sandstein. Außerdem wurde eine Treppe zur Terrasse des Schlossgartens gebaut, die damit wieder begehbar ist. Ein neuer Brunnen rundet das Bild des Schlossgartens ab. Die Rekonstruktions- und Erschließungsmaßnahmen wurden von neun Bauunternehmen ausgeführt. Insgesamt sind rund 890.000 Euro investiert worden. Während 80 Prozent des Betrages aus dem Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" von Bund und Land kamen, betrug der Eigenanteil der Stadt 20 Prozent.
Der Zugang für Spaziergänger in die gesamte Gartenanlage ist jetzt aus drei unterschiedlichen Richtungen möglich: über eine Treppe aus dem Remtergang, über eine Treppe vom Fürstenwall und aus der Fürstenwallstraße.
In beiden Gärten wurden im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen zahlreiche Grabungen nach archäologischen Funden vorgenommen. Dadurch verlängerten sich die Arbeiten der Freiflächengestaltung, weil planerische und bauliche Anpassungen erfolgen mussten.
Die Sanierung des historischen Mauerwerkes und die Wiederherstellung der Standsicherheit des Gotischen Tores wurden bereits im Dezember des vergangenen Jahres abgeschlossen. Die Finanzierung erfolgte ebenfalls mit Hilfe des Förderporgramms "Städtebaulicher Denkmalschutz".
Die Gestaltung der historischen Gartenanlagen ist Teil der umfangreichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sanierung im Bereich des Domplatzes und des südlichen Stadtzentrums, mit denen sich das Stadtplanungsamt an einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beteiligte. Für diesen Wettbewerbsbeitrag wird Magdeburg am morgigen Dienstag in der Johanniskirche mit einer Silberplakette ausgezeichnet. Nach Aussagen der Jury bekommt Magdeburg die Silberplakette "für die beispielhafte Wiedergewinnung des südlichen Stadtzentrums als attraktive und identitätsstiftende Mitte der Stadt für Bewohner und Besucher".
Der Wettbewerb "Leben in historischen Innenstädten und Ortskernen - Zukunft für urbane Zentren und Räume" bot allen Städten und Gemeinden in Deutschland die Möglichkeit, ihre Ideen, Leitbilder und Leistungen zum Denkmalschutz sichtbar zu machen. Insgesamt hatten sich 129 Kommunen beteiligt. Darunter waren 27 Beiträge aus Sachsen-Anhalt. 35 Städte waren mit ihren Wettbewerbsbeiträgen für die Endausscheidung nominiert und im April dieses Jahres von einer Fachjury besucht worden. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem die städtebauliche und denkmalgerechte Gestaltung in den historischen Innenstädten und Ortskernen sowie die Zusammenarbeit der Kommunen mit ihren Bürgern, den örtlichen Vereinen und der Wirtschaft.
Bei Rückfragen: Heinz Jasniak, Stadtplanungsamt, Tel.: 03 91/5 40 52 16
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