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Magdeburg, 29. Oktober 2002
Bürgerabend zur Umgestaltung des Magdeburger Domplatzes
Stadtplanungsamt lädt ein

Das Stadtplanungsamt stellt am kommenden Montag, den 4. November die Pläne zur Umgestaltung des Magdeburger Domplatzes vor. Die Veranstaltung im Raum B 1 07 des Landtagsgebäudes beginnt um 18:00 Uhr. Eingeladen sind alle interessierten Bürger, die sich über die Umgestaltung informieren oder in einer anschließenden Diskussion eigene Ideen äußern möchten. Die Vorschläge werden an den Stadtrat weitergeleitet, der am 12. Dezember dieses Jahres abschließend entscheidet.

Die Planungen zur Umgestaltung des Domplatzes umfassen die Innenfläche, die Ostseite, die Nordseite, die Westseite sowie die Lothar-Kreyssig-Straße.

Innenfläche

Geplant ist, die derzeitige Befestigung der Innenfläche des Domplatzes zu erhalten und die Betonplatten zu reinigen. In der westlichen Allee soll ein etwa zwei Meter breiter Gehweg aus Natursteinplatten in das vorhandene Pflaster integriert werden. Um Veranstaltungen auf dem Domplatz zu ermöglichen, wurden bei der Planung drei unterirdische Versorgungspunkte für Strom, Wasser und Abwasser berücksichtigt. Parkplätze, wie derzeit als Provisorium noch vorhanden, sind nicht mehr vorgesehen.

Ostseite

Wegen der seit dem Sommer dieses Jahres andauernden archäologischen Forschungsgrabung soll der Geh- und Fahrbahnbereich zwischen den Häusern Domplatz 1a und Domplatz 3 umfassend ausgebaut werden. Im weiteren Verlauf der Straße bis einschließlich Domplatz 5 ist die Beseitigung von Straßenschäden vorgesehen. Außerdem möchte der Städtische Abwasserbetrieb während der Baumaßnahme einen Abwasserkanal sanieren.

Ähnlich wie bei den bereits sanierten Flächen am Domzugang und am Domplatz 1 soll der Gehweg an den Eingangsbereichen der Gebäude mit Sandsteinplatten gestaltet werden. Während zwischen den Gebäuden Natursteinpflaster verlegt werden soll, ist für die Mitte des Gehweges die Gestaltung mit so genanntem Bernburger Muschelkalkmosaikpflaster geplant.

Da einige Baumstämme an der Ostseite des Domplatzes über den Bordstein der Straße hinausragen, sollen die Bordsteinkanten an den Bäumen baulich verändert werden. Durch die damit verbundene Verengung der Straße wäre das Parken für Kraftfahrzeuge nur noch auf der östlichen Straßenseite möglich.

Nordseite

Geplant ist, die Straße vor dem Landtagsgebäude umfassend auszubauen und um etwa sieben Meter nach innen zu verlegen. Damit soll einem Wunsch der Landtagsverwaltung nach einer Vergrößerung der Vorplatzfläche entsprochen werden. Parkplätze sind in diesem Bereich nicht mehr vorgesehen.

Der Gehweg soll ebenfalls umfassend ausgebaut werden und in seiner Gestaltung dem künftigen Fußweg an der Ostseite des Domplatzes entsprechen. In diesem Zusammenhang prüft der Magdeburger Stadtgartenbetrieb derzeit die Standsicherheit der dortigen Bäume.

Westseite

Straßenschäden auf der Westseite des Domplatzes sollen ausgebessert und mit so genanntem Reihensteinpflaster befestigt werden. Die beiden Kreuzungsbereiche werden komplett ausgebaut. Die dortigen Parkplätze bleiben zum größten Teil erhalten. In Höhe der Achse zwischen der Kirche St. Sebastian (Breiter Weg) und der Staatskanzlei (Ostseite) soll eine Fußgängerüberquerung angelegt werden.

Lothar-Kreyssig-Straße

Die vorgesehene Gestaltung der Lothar-Kreyssig-Straße orientiert sich an der historischen Domstraße. Im Bereich des Breiten Weges soll eine Natursteinplatte in den Gehweg integriert werden, die den Wiederaufbauplan Otto von Guerickes nach dem dreißigjährigen Krieg zeigt. Einige Teile des Planes zur Stadtgestaltung aus dem Jahr 1632 wurden beim damaligen Wiederaufbau berücksichtigt.

Ein prägender Bestandteil der Lothar-Kreyssig-Straße wird das Magdeburger Bürgerdenkmal zur Erinnerung an die Montagsdemonstrationen des Jahres 1989 sein. Zur Finanzierung des Denkmals wird derzeit ein Teil der für die Gestaltung der Straße benötigten Pflastersteine Bürgern, Betrieben und Institutionen zum Kauf angeboten. Auf den Steinen werden die Namen der Spender zu lesen sein.

Die Befestigung unter den dortigen Kastanienbäumen soll erhalten bleiben. Die Oberfläche wird gereinigt, beschädigte Betonplatten werden ausgetauscht. Der während des Baus der Nord LB geborgene historische Brunnen soll wieder aufgebaut werden.

Bei der Umgestaltung des Domplatzes wird die gesamte Beleuchtung des Platzes und der angrenzenden Straßen überprüft und bei Bedarf erneuert. Außerdem ist die Anstrahlung von interessanten architektonischen Details der Barockgebäude geplant. Neue Bänke und Papierkörbe sollen die Aufenthaltsqualität auf dem historischen Platz erhöhen.

Wenn der Stadtrat auf seiner Sitzung am 12. Dezember zustimmt, sollen die Baumaßnahmen im kommenden Jahr beginnen und bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2005 beendet sein. Als erster Bauabschnitt ist die Gestaltung der Lothar-Kreyssig-Straße vorgesehen. Die Gesamtkosten betragen 1,382 Millionen Euro. Die Investition wird von Bund und Land mit Fördermitteln aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" unterstützt.

Die Gestaltung des Domplatzes ist Teil der umfangreichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sanierung im Bereich des südlichen Stadtzentrums, mit denen sich das Stadtplanungsamt an einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beteiligte. Für diesen Wettbewerbsbeitrag wurde die Landeshauptstadt Magdeburg in der vergangenen Woche mit einer Silberplakette ausgezeichnet. Nach Aussagen der Jury bekam Magdeburg die Auszeichnung "für die beispielhafte Wiedergewinnung des südlichen Stadtzentrums als attraktive und identitätsstiftende Mitte der Stadt für Bewohner und Besucher". An dem Wettbewerb "Leben in historischen Innenstädten und Ortskernen - Zukunft für urbane Zentren und Räume" hatten sich 129 Kommunen beteiligt.

Bei Rückfragen: Burkhard Rönick, Stadtplanungsamt, Tel.: 03 91/5 40 53 71

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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