Bocholt, 31. Oktober 2002
"Schwarzbau" mit "Schwarzarbeiter" errichtet
Hinweis aus der Bevölkerung brachte Erfolg
Bocholt (pd).
Nur wenige Tage, nachdem in Bocholt zwei polnische Staatsangehörige beim Abbau eines Kirmes-Fahrgeschäftes erwischt wurden, traf der städtische Fachbereich Öffentliche Ordnung auf einem landwirtschaftlichen Anwesen erneut einen illegalen Arbeitnehmer aus Polen an, der der "Schwarzarbeit" nachging. Die Bocholter Ausländerbehörde wies ihn noch am selben Tag aus der Bundesrepublik Deutschland aus, verbunden mit einem unbefristeten Aufenthalts- und Wiedereinreiseverbot. Der Landwirt, der den Arbeiter beschäftigte, muss mit einer Strafanzeige wegen illegaler Beschäftigung rechnen.
Der Anruf eines aufmerksamen Bürgers brachte den entscheidenden Hinweis, und unmittelbar darauf erfolgte am Mittwoch vormittag die Kontrolle. Ein Landwirt wollte seinen Hof um ein Schleppdach erweitern, wo später Fahrzeuge und Maschinen untergestellt werden sollten.
Bei Eintreffen der Kontrolleure war der Landwirt gerade damit beschäftigt, mit einem Gehilfen auf dem neuen Dach schwere Holzsparren anzubringen. Bei diesem Helfer handelte es sich um einen Polen, den der Bauherr zuerst als seinen Verwandten und dann als Freund der Familie ausgab.
Schnell stellte sich heraus, dass er offensichtlich nicht als Besucher, sondern unter Missbrauch der Visumsfreiheit für Touristen aus Mittel- und Osteuropa zur Arbeitsaufnahme eingereist war. Durch die fehlende Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung war sein Aufenthalt im Bundesgebiet illegal.
Bei der weiteren Prüfung stellte sich überdies heraus, dass der Landwirt für den Anbau keine erforderliche Baugenehmigung besitzt; die Fortführung des Baus wurde ihm untersagt.
Unabhängig von diesem Fall wurde ein weiterer Fall von illegaler Beschäftigung an die Staatsanwaltschaft abgegeben.