Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 04. November 2002

Projekt "entimon – Gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus" ist gestartet

ESTA und Fachbereich Jugend, Familie, Sport kooperieren

Bocholt (pd).

Vor dem Hintergrund zunehmender Ausbreitung rechtsextremistisch geprägter Alltagskultur, Zunahme von Rassismus, Antisemitismus und steigender Gewaltbereitschaft hat die Bundesregierung das Projekt "entimon-Gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus" ins Leben gerufen. Aufgabe des Programms ist die Förderung von Maßnahmen zur Stärkung von Demokratie und Toleranz und zur Prävention und Bekämpfung von Rechtsextremismus und Gewalt.

Das Europa-Institut hat sich in Kooperation mit dem Fachbereich Jugend, Familie und Sport der Stadt Bocholt mit dem Konzept "Entwicklung eines lokalen Netzwerks gegen Gewalt, für Toleranz und Demokratie" erfolgreich um die Teilnahme an diesem Programm beworben.

Entstanden ist die Idee aus zwei Streitschlichterausbildungen für Bocholter Schulen, die der Fachbereich Jugend, Familie und Sport gemeinsam mit dem Kommissariat Vorbeugung des Kreises Borken und der ESTA in den Räumen des Europa-Institutes durchgeführt hat.

Das Projekt setzt die Einrichtung von Streitschlichterprogrammen in Schulen fort und erweitert diese auf die kommunale Jugendarbeit. Angesprochen werden Multiplikatoren der Jugendarbeit, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen und gefährdete Jugendliche.

Streitschlichtung ist ein Verfahren, in dem SchülerInnen, bzw. Jugendliche als unparteiliche Personen in Streitfällen zwischen Schülern vermitteln. Die Streitschlichtung findet nur dann statt, wenn beide Konfliktparteien dem Verfahren zustimmen. Ziel ist es nicht, einen Schiedsspruch zu fällen oder die Schuldfrage zu klären. Vielmehr ist es die Aufgabe den Konfliktparteien "Hilfe zur Selbsthilfe" anzubieten, damit diese ihren Konflikt selbständig und konstruktiv lösen können. Die Multiplikatoren und Lehrer/innen sollen befähigt werden, Jugendliche bei der Streitschlichtung zu unterstützen.

Das Entimon-Projekt ist als Prozess zu betrachten mit dem Ziel, ein Netzwerk zur Gewaltprävention innerhalb Bocholts aufzubauen. Gewaltprävention hat dann eine Chance, wenn möglichst viele Institutionen und Bürger vertrauensvoll zusammenarbeiten, sagen die Veranstalter des Projektes.

Mit Veranstaltungen und Aktionen gegen Gewalt und für Toleranz möchte die ESTA und der Fachbereich Jugend, Familie und Sport die Öffentlichkeit zum Thema Gewalt sensibilisieren. Dazu wird am 12.12.2002 eine Abendveranstaltung mit dem Thema "Lieber gewalttätig als unmännlich..." angeboten. Referent ist der Erziehungswissenschaftler Burkhard Oelemann, ein bekannter Rundfunk-, Fernseh- und Buchautor. Er leitet ein Fortbildungsinstitut in Hamburg und bildet seit Jahren Pädagogen und Psychologen zu Gewaltberatern und Gewaltpädagogen aus.

Nachfolgend bieten die Veranstalter zusammen mit Herrn Oelemann im Dezember für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Jugendfreizeitstätten ein dreitägiges Seminar zum Thema "Einstieg in die problembezogene Arbeit mit auffälligen Jugendlichen" an.

Das Europa-Institut möchte gemeinsam mit dem Fachbereich Jugend, Familie und Sport neue Wege der Gewaltprävention gehen. Sie möchten soziale Phänomene wie Gewalt und destruktive Aggressivität "im Verbund" gemeinsam und mit den Mitteln kreativer Konfliktlösungen angehen. Die Zusammenarbeit möglichst vieler im Erziehungsauftrag handelnder Institutionen eröffnen gezielte Chancen, bei jungen Menschen soziale Kompetenzen zu entwickeln und destruktives Verhalten abzubauen.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, ESTA Europa-Institut Bocholt, Petra Schlebusch-Wingerath, 02871/343127, entimon@esta-bocholt.de