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Ausstellungseröffnung am Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Otto Pankok: Das Wesen des Menschlichen behaupten

Borken - 05. November 2002. Am Samstag, den 9. November eröffnet das Stadtmuseum Borken eine Otto-Pankok-Ausstellung, in deren Mittelpunkt "Zigeuner"-Bilder und Motive zur Judenverfolgung stehen.

Schon als junger Mann ließ er sich nicht in der Strömung der Zeit treiben. Dass er sich dennoch zeitlebens mitten im Strome befand - weil er gegen den Strom schwamm, das zeichnete Otto Pankok (1893-1966) als Künstler wie als Charakterfigur des 20. Jahrhunderts aus. Seine Bilder wie seine Biographie vermitteln eine tiefe humanistische Grundhaltung und ein universelles Christsein, das immer wieder auf der "Suche nach dem Wesen des Menschlichen" ist, den "blufflosen Ausdruck der Wahrheit" anstrebt und zu einer beeindruckenden Produktivität führt. Pankok schuf 6.000 Kohlezeichnungen, 2.000 Grafiken, tausende Pressezeichnungen und 200 Plastiken und avancierte zu einem bedeutenden Vertreter des expressiven Realismus. "Was Ihr durchblättert in meinem Werk", schrieb er einmal selbst, "ist viel Armut, viele Bilder von erniedrigten Menschen, verstoßenen Kindern, verachteten Tieren, viele einsame Dinge und verschollenes Land ... Die Welt ist eine einsame Welt, aber sie ist reich, ja von unausschöpfbarer Fülle ... und berauschender Schönheit." Seine besondere Aufmerksamkeit galt den "unverfälschten" Lebensformen und "unbürgerlichen Menschen", den Unterprivilegierten und Ausgegrenzten: So porträtierte er bereits vor dem I. Weltkrieg emsländische Tagelöhner und Landarbeiter, ab 1931 dann "Zigeuner"-Familien, die in der Düsseldorfer Armutsssiedlung Heinefeld gestrandet waren. Die "Machtergreifung" der Nationalsozialisten verfolgte er mit tiefer Abneigung und zog Gestapo-Ermittlungen, Hausdurchsuchungen und Ausstellungsverbote auf sich. Mit einer Vielzahl von großformatigen Kohlezeichnungen zum "jüdischen Schicksal" nahm er ab 1940 Stellung zur nationalsozialistischen Verfolgungspolitik.

Mit dieser Veranstaltung würdigt die Stadt Borken zugleich den Jahrestag der antisemitischen Pogromnacht vom 9.11.1938. Unter dem Leitgedanken "Erinnern in anregender Absicht" wird Bürgermeister Rolf Lührmann die Veranstaltung eröffnen. Museumsleiter Dr. Norbert Fasse skizziert im zeitgeschichtlichen Kontext den Lebenslauf und das Selbstverständnis Otto Pankoks, die Kunsthistorikerin Daniele Schmidt referiert unter dem Titel "Unzeitgemäß zeitgemäß?" über das künstlerische Werk Pankoks. Die musikalische Gestaltung übernimmt Gunnar Vosgröne (Violoncello).

In Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, AG Niederrhein-Westmünsterland lädt die Stadt Borken ihre Bürgerinnen und Bürger herzlich zu dieser Ausstellungseröffnung ein (Beginn: 17.00 Uhr).


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- Pressestelle -
Im Piepershagen 17
46325 Borken

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Markus Lask
Leiter Büro des Bürgermeisters
Telefon: 02861/939-103
Telefax: 02861/939-253
E-Mail: pressestelle(at)borken.de

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