Hasselbachbrunnen nach Restaurierung feierlich enthüllt
Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute Im Beisein von Nachfahren von Carl Gustav Friedrich Hasselbach den restaurierten Hasselbachbrunnen eingeweiht. "Mit der Rückkehr der allegorischen Figuren hat der Brunnen sein ursprüngliches Aussehen zurück gewonnen", freut sich das Stadtoberhaupt, dass ein Stück historisches Magdeburg wieder erstanden ist. Da die Original-Skulpturen verschollen blieben, haben Hallenser Bildhauer die Allegorien nachgebildet.
Die Restaurierung des Hasselbachbrunnens begann 1998. Während das städtische Hochbauamt die grundhafte Sanierung des Brunnens koordinierte, fertigten die Hallenser Bildhauer Peter Michael und Christoph Reichenbach die allegorischen Figuren. Die Originale waren in den 50er Jahren verschwunden und blieben seitdem unauffindbar. Bei der Nachbildung der vier Allegorien waren die Künstler allein auf Fotografien angewiesen. Die vier Skulpturen versinnbildlichen
- die Wissenschaft in Form einer Frau mit Buch
- den Handel – Jüngling mit Merkurstab
- die Industrie – Mann mit Zahnrad
- die Landwirtschaft – Frau mit Bienenkorb.
Für die Restaurierung des Hasselbachbrunnens sind insgesamt 860.000 Euro aus dem städtischen Haushalt geflossen. Allein die Neuanfertigung der Figuren hat rund 280.000 Euro gekostet. "Seit 1998 sind wir bemüht, nicht nur Denkmal geschützte Gebäude in unserer Stadt zu restaurieren, sondern auch historisch wertvolle Denkmäler", begründet Magdeburgs Oberbürgermeister das kommunale Engagement. "Der Hasselbachbrunnen gehört zweifellos zu den schönsten und wertvollsten Brunnen in Magdeburg und ich freue mich, dass er mit der Restaurierung sein ursprüngliches Aussehen wieder gewonnen hat."
Bereits vor 120 Jahren hatte der damalige Rat beschlossen, den 1882 verstorbenen Oberbürgermeister Carl Gustav Friedrich Hasselbach mit einem Brunnen zu ehren und schrieb dafür einen Wettbewerb aus. Die Räte entschieden sich, den Entwurf des Siegers Karl Albert Bergmeier umzusetzen und den Brunnen in der Ulrichstraße/Kaiserstraße zu installieren, dort wo Mitte des 18. Jahrhunderts die Stadterweiterung Magdeburgs begonnen hatte.
Oberbürgermeister Hasselbach hatte die Ausdehnung der Stadt wesentlich forciert, was ihm den Beinamen "Erfinder der Geldpumpe" zu sein einbrachte, wegen der umfangreichen Grundstückskäufe.
Da der ursprüngliche Standort wegen des hohen Verkehrsaufkommens verworfen werden musste, wurde der Brunnen in der Mitte des Hasselbachplatzes aufgestellt und für diesen Standort von Emil Hundrieser umgearbeitet. Dort wurde der Brunnen am 30. November 1890 feierlich eingeweiht. Allerdings musste er schon 1927 weichen, weil auch am Hasselbachplatz der Verkehr inzwischen so dicht geworden war, dass sich Straßenbahn, Pferdefuhrwerke und Autos gegenseitig behinderten. Seinen neuen Standort erhielt der Brunnen nördlich der Innenstadt am Haydnplatz, wo er noch heute steht.
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