Schalenbauten von Ulrich Müther im Rathaus zu sehen
Ausstellung kann bis zum 29. November besucht werden
Mit einem Vortrag des Baumeisters Ulrich Müther wird am kommenden Donnerstag, 21.11.2002, 17:30 Uhr, in der Ratsdiele des Rathauses die Ausstellung "Kühne Solitäre" eröffnet. Gezeigt werden Architekturmodelle, Pläne und Fotos von Gebäuden, die Ulrich Müther zusammen mit verschiedenen Architekten entworfen und realisiert hat.
Der 67-jährige Müther war in der DDR darin Meister, große Dachweiten mit einer minimalen Deckenstärke zu überspannen. Seine Betonschalenbauten bestechen durch filigrane Leichtigkeit und durch die kühne Geste, mit der die geschwungenen Formen sich von der Rechtwinkligkeit der gebauten Umwelt unterscheiden. Der Diplom-Ingenieur, der sich selbst als "Landbaumeister von Rügen" bezeichnet, hat über 50 Betonschalen für Großgaststätten, Schwimmbäder, Planetarien und Moscheen gebaut. Von ihm konstruiert wurden auch die Oberhofer Bobbahn und die so genannten Hyparschalen, die trotz ihrer bewegten Kurven aus zahlreichen Geraden gebaut wurden und damit Konstruktion und Herstellung erleichterten. Auch in Magdeburg steht eine von Ulrich Müther konstruierte Hyparschale, an deren Erhalt und Weiternutzung die Stadtverwaltung intensiv arbeitet. In Helsinki, Kuwait und Tripolis hat sich Müther mit dem Bau von Planetarien und Raumfahrtzentren verewigt.
Viele DDR-Bauten, an denen Müther mitgewirkt hatte, verloren nach 1989 ihre ursprüngliche Nutzung. Zahlreiche Gebäude stehen leer, einige wurden bereits abgerissen. Dazu gehört auch das sogenannte "Ahornblatt" in Berlin, ein fünffach gefächerter Kantinenbau, der im Jahr 2000 einem Neubau weichen musste.
Einer der prominentesten Bauten von Ulrich Müther, der "Teepot" in Warnemünde, wurde 2002 nach zehnjährigem Leerstand und einer Sanierung wieder eröffnet. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb dazu: "Mit der Renaissance der Architektur der sechziger Jahre setzt nun auch eine neue Rezeption von Müthers Entwürfen ein."
Ulrich Müther lebt und arbeitet im Ostseebad Binz auf der Insel Rügen. Seine Ausstellung im Magdeburger Rathaus kann bis einschließlich 29. November, montags bis freitags von 11.00 bis 18.00 Uhr, besucht werden. Der Eintritt ist frei.
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