Amüsanter Schlagabtausch per Fax
Esther Vilar: "EiferSucht"
Magdeburg.
Zum letzten Mal auf dem Kammer-Spielplan steht am Sonnabend, 30.
November, und Sonntag, 1. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, Tobias
Wellemeyers gefeierte Inszenierung "EiferSucht" der Erfolgsautorin
Esther Vilar, ein witzig-flotter Schlagabtausch, den sich drei Damen
liefern.
Ein Fax bringt die ganze Geschichte ins Rollen. Darin teilt die
40-jährige Architektin Yana Stern der sechs Stockwerke unter ihr
wohnenden Anwältin Helen Staviski mit, dass sie ihr den Mann
auszuspannen beabsichtigt. Ein Krieg beginnt. Er wird per Fax geführt.
Und als sich auch noch eine junge Studentin aus dem Haus - natürlich per
Fax - einmischt, die sich ebenfalls um Helens Gatten bemüht, wird der
Eifer, mit dem die drei Frauen um denselben Mann streiten, allmählich
zur Sucht. Esther Vilar erzählt davon pointiert, mit Witz und
hintergründigem Humor. Auf leichte Art werden ebenso einfache wie
brutale Wahrheiten gesagt.
Stimmt es etwa nicht, dass die Frauen selbst schuld sind, wenn ihnen die
Männer davonlaufen? "Wer erzählt diesen älteren Herren, wie anziehend
graue Schläfen wirken? Wer sagt ihnen, dass ihr Fettwanst erotisch ist -
und dass es auf ein bisschen Potenz mehr oder weniger nicht ankommt,
weil es einer Frau ja sowieso in erster Linie um Zärtlichkeit geht?
... Haben Sie schon erlebt, dass ein junger Mann von den grauen Zöpfchen
oder dem Wabbelbauch seiner ältlichen Angebeteten schwärmt? ... Obwohl
er hier sogar möglich wäre, der Sex: Dem alten Mann verkümmert sein
Liebesinstrument, doch haben Sie je gehört, dass seiner Frau während der
Menopause die Scheide abhanden kommt?" Solcherart sind die feinsinnigen
Bosheiten, mit denen sich die Kontrahentinnen per Fax näherkommen. Sie
versuchen, einander einzuschüchtern, drohen mit Erpressung, beschimpfen
sich aufs erbittertste, um im nächsten Fax in rührender Besorgnis daran
zu erinnern, beim Kochen auf wenig Salz und wenig Fleisch zu achten, da
der Gute aufgrund seines Übergewichts zu erhöhtem Blutdruck neigt.
In der Inszenierung von Tobias Wellemeyer spielen Meike Finck, Andrea
Thelemann und Helga Werner.
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