Neue Regierungsstraße im Modell schon fertig
Preisgericht tagt am kommenden Donnerstag
Magdeburg.
Im September hatte das Magdeburger Stadtplanungsamt einen städte-baulichen Wettbewerb ausgelobt, bei dem Vorschläge zur Neugestaltung des Bereiches Regierungsstraße erarbeitet werden sollten. Neun Architek-turbüros reichten Konzepte ein. Am kommenden Donnerstag gibt das Preisgericht den Sieger bekannt.
Neben namhaften Architekturbüros aus Magdeburg stellen auch Architekten aus Halberstadt und Berlin ihre Ideen zur Umgestaltung der Regierungsstraße vor. Das Preisgericht, das am kommenden Donnerstag den Sieger kürt, ist hochkarätig besetzt: Neben dem Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt, Werner Kaleschky und Vertretern mehrerer Wohnungsunternehmen, die in diesem Bereich Wohnungen besitzen, begut-achteten auch Prof. Omar Akbar vom Bauhaus Dessau, Prof. Niebergall und Prof. Grosche von der Hochschule Magdeburg/Stendal sowie Prof. Wolf aus Leipzig die eingereichten Entwürfe.
Interessierte Magdeburger haben übrigens Gelegenheit, sich selbst ein Urteil über die Vorschläge der Fachleute zu machen: Vom 6. bis 19. Dezember sind die Entwürfe in der Galerie der Johanniskirche ausgestellt. In der Galerie (3. Etage) kann man die Arbeiten dienstags bis sonntags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr besichtigen.
Hinweis für Journalisten:
Die Preisverleihung findet am Donnerstag 16.00 Uhr auf der Galerie der Jo-hanniskirche (3. Stock) statt. Medienvertreter sind dazu herzlich eingeladen.
Hintergrundinformationen zur Aufgabenstellung des Wettbewerbs:
Für den Bereich Regierungsstraße im Magdeburger Stadtzentrum sollten Vor-schläge zur baulichen Nachverdichtung entwickelt werden. Durch die neuen Gebäude soll der Straßenraum der Regierungsstraße wieder baulich gefasst werden, der Eingang in die Regierungsstraße soll neu gestaltet werden, das Quartier soll einen neuen Quartiersplatz erhalten, darüber hinaus muss eine Lösung für das bestehende Stellplatzproblem gefunden werden.
In dem von Zeilenbauweise geprägten Gebiet soll durch die geplante Nachver-dichtung eine innenstadttypische Bebauung mit eindeutigen Raumfolgen ent-stehen. Das Gebiet soll wieder in ein innerstädtisches Gefüge mit entsprechen-der Dichte und unterschiedlichen Nutzungen überführt werden.
Im Rahmen dieses Wettbewerbes sollten Lösungen für zwei konkrete Standorte entwickelt werden. Die Standorte wurden ausgewählt, da sie für das Gebiet von großer Bedeutung sind:
Bereich I
Das zur Zeit mit einem Flachbau bebaute Grundstück Goldschmiedebrücke 13 bildet die Eingangssituation zur Regierungsstraße. Nach Abriss des Flachbaus und Neuordnung der Grundstücksverhältnisse soll das Grundstück neu bebaut werden. In Anschluss an die denkmalgeschützten Gebäude der Goldschmiede-brücke soll ein neuer Eingang für die Regierungsstraße gestaltet werden. Dabei sollte die westliche Gebäudekante gegenüber der derzeitigen Situation zurück-gesetzt werden, um von der Goldschmiedebrücke den Durchblick zu den Domtürmen zu bewahren.
Entsprechend der vorhandenen Nutzung in der Goldschmiedebrücke ist eine gemischte Nutzung mit Wohnen, Büroflächen, Praxen und Gewerbe vorgese-hen. Die notwendigen Stellplätze müssen nachgewiesen werden.
Die neue Bebauung muss den Übergang zwischen der 8-geschossigen Bebau-ung an der Goldschmiedebrücke und der geplanten 3½- bis 4-geschossigen Bebauung auf der Ostseite der Regierungsstraße gestalten. Für die nördliche Regierungsstraße sind Bebauungskanten sowie die Straßenraumbreite durch frühere Entscheidungen festgelegt. Für diese Baufelder existieren bereits erste Vorplanungen.
Die rückwärtige Erschließung des Gebäudes Goldschmiedebrücke 7-11 muss sichergestellt werden: Die Zufahrt zum Hof muss für Feuerwehr, Müllfahrzeu-ge sowie den Anlieferverkehr konzipiert sein. Die Ausfahrt aus den Höfen soll über die Große Klosterstraße erfolgen.
Im öffentlichen Straßenraum soll am Ende der nördlichen Regierungsstraße eine Wendeanlage mit einem Radius von 6m gestaltet werden. In diesem Zu-sammenhang sollte auch ein Vorschlag erarbeitet werden, wie der öffentliche Raum vom Hofbereich des Baublocks Goldschmiedebrücke 15-19 gestalterisch oder baulich abgegrenzt werden kann.
Bereich II
II a) Südlich der Bärstraße soll ein neuer Gebäudekomplex entstehen, der den Block Breiter Weg 11-16 / Regierungsstraße 1-17 schließt. Der Blick durch die Regierungsstraße nach Süden endet zur Zeit in dem privaten Innenhof dieser Gebäude. Durch die neue Bebauung soll an der Einmündung Bärstraße / Regie-rungsstraße ein Blickpunkt entstehen, von dem aus weitergeleitet wird in Richtung Kloster Unser Lieben Frauen und Domplatz.
Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg besaß die Bärstraße an dieser Stelle eine platzartige Aufweitung, den sogenannte "Bärplatz". Im Rahmen einer Neubebauung könnte in diesem Bereich wieder ein Quartiersplatz entstehen.
Vor Ort ist auch noch die Straßenbegrenzung der ehemaligen Steinstraße vor-handen. Ebenso wie beim ehemaligen Bärplatz ist hier ein kreativer Umgang mit dem historischen Stadtgrundriss gefragt. Eine Neubebauung sollte sich an den vorhandenen Gebäuden orientieren (4 Geschosse, ca. 12,5 m Traufhöhe), als mögliche Nutzungen sind Wohnen, Büroflächen und Einzelhandel vorgese-hen.
Im Bereich des Blockes Breiter Weg 11-16/Regierungsstraße 1-17 sind minde-stens 200 bis 250 Stellplätze unterzubringen. Diese Stellplätze werden zu ca. 50 % als notwendige Stellplätze für die angrenzenden Nutzer benötigt. Dane-ben sind öffentliche Stellplätze für Besucher und Läden notwendig. Entspre-chend der angestrebten Kleinteiligkeit der Bebauung wäre zu überlegen, ob die Stellplätze eventuell in mehreren kleinen Parkeinrichtungen untergebracht werden können. Aufgrund der notwendigen archäologischen Grabungen und der damit verbundenen Kosten ist die Unterbringung der Stellplätze in einer reinen Tiefgarage voraussichtlich nicht realisierbar.
Die vorhandenen Gebäude sind rückwärtig erschlossen. Eine Neubebauung müsste die Zufahrt zu den vorhandenen Gebäuden gewährleisten.
II b) Das Gebäude gegenüber dem Kloster (Regierungsstraße 9-17) ist bisher nicht saniert. Hier steht es offen, den Block zu erhalten und in ein neues Be-bauungskonzept zu integrieren oder das Grundstück neu zu überplanen. Ein Abriss des vorhandenen, unsanierten Wohnblocks würde die Chance eröffnen, gegenüber dem Kloster eine Bebauung zu schaffen, die der Bedeutung des Or-tes und der innerstädtischen Lage angemessen ist. Durch die Wiederaufnahme der historischen Bauflucht würde sich die Möglichkeit bieten, auch den südli-chen Teil der Regierungsstraße wieder baulich zu fassen.
Für Rückfragen: Kamran Ardalan, Tel.: 540 53 25
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