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Magdeburg, 16. Dezember 2002
Wir führen den Schnee im Namen

Magdeburg. Im Winter kann ein Zoobesuch von besonderem Reiz sein. Der Schnee überzieht die Parklandschaft mit einem glitzernden Hauch und verwandelt Schilf, Büsche und Sträucher in weiße Skulpturen. Viele Tiere haben jetzt ihr schönstes Kleid: Luchs und Amurtiger zeigen in ihrem dichten Fell keine Spur von frösteln und die Kaschmirziegen sehen wie kleine Fellkugeln aus. Auch viele der sogenannten exotischen Tiere kommen immer wieder für kurze oder längere Zeit in die Außenanlagen, wie zum Beispiel die neugierigen Erdmännchen und Schakale. Nur wenige Tiere müssen in ihren Ställen verbleiben: Die Flachland-Tapire sind für die Besucher leider nicht zu sehen, während das junge Nashorn "Maburi" im Dickhäuterhaus besucht werden kann. Bei zwei Tierarten hört man immer wieder die Besucher sagen: "Na, die müssen sich jetzt doch besonders wohl fühlen!" Es sind die Schneeeulen und die Schneeleoparden. Diese Aussage stimmt nur zum Teil. Jedes Tier hat ein Temperaturspektrum, in dem es sich wohl fühlt. Bei vielen Säugetieren und Vögeln ist diese Spektrum vergleichsweise breit, am größten bei den Tieren, die auch in ihrer Heimat großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. So sind in den zentralasiatischen Steppen Temperaturen von –30°C bis +30°C (auch manchmal noch darüber oder darunter) an der Tagesordnung. So kommt es, dass Trampeltiere weder unter sommerlicher Hitze noch unter winterlichen Frosttemperaturen leiden. Anders sieht es bei Bewohnern von äquatornahen Tieflandregenwäldern aus, zum Beispiel bei einigen Krallenaffenarten. Dort schwanken die Temperaturen nur um 10-15°C und der Unterschied zwischen Tag und Nachttemperaturen ist größer als der zwischen den Temperaturen der Jahreszeiten- es gibt keine Jahreszeiten dort. Schneeeulen stammen aus den Tundren der nördlichen Erdhalbkugel. Sie sind von Nordamerika über Sibirien bis ins nördliche Europa verbreitet. In der Tundra wird es im Winter bitterkalt aber im sehr kurzen Sommer kann es auch warm werden, die Sonne scheint nördlich des Polarkreises bis zu 24 Stunden am Tag und vermag auch im hohen Norden das Thermometer auf über 20°C steigen zu lassen- allerdings nur für wenige Wochen im Jahr. Deshalb leiden die Schneeeulen nicht im Magdeburger Sommer und unsere Dezember- Tiefsttemperaturen beeindrucken sie keinesfalls, auch nicht positiv. Die Schneeleoparden aus den innerasiatischen Gebirgen kennen kaum eine ausgesprochene Sommerhitze. In bis zu 4000 Metern Höhe weht immer ein kühles Lüftchen und so eine richtige Sommerhitze mit feucht- warmen Wetter ist nicht nach ihrem Geschmack. Trockene Hitze können sie sehr gut ertragen und im Zoo versuchen wir ihnen den Sommer so angenehm wie möglich zu machen. Große Steine sorgen für kühle Ruheplätze, Bäume für Schatten und das dunkle Nachtquartier bleibt im Sommer ein ständig zugänglicher Rückzugs-Ort. Während die Schneeleoparden im Sommer zur Mittagszeit kaum Aktivität entfalten, sind sie im Winter den ganzen Tag munter. Das am 7. Juni geborene Jungtier ist jetzt im besten Spielalter und übt mit der Mutter das Anschleichen und den überfallartigen Angriff. Schneeleoparden sind exzellente Springer und das Junge ist nun bei einer Verhaltensweise zu beobachten, die nur ganz wenige Katzen zeigen: Sie springen mit weit gespreizten Beinen wie ein Fallschirmspringer in den leeren Luftraum hinein. Berühren sie mit ihren Pfoten einen Ast, halten sie sich blitzschnell fest oder geben ihrem "Flug" eine neue Richtung. Junge Schneeleoparden werden sehr lange von der Mutter geführt. Sie brauchen weit über ein Jahr, bis sie selbständig Beute- vor allem Wildschafe und – ziegen fangen können. Auch das Jungtier im Zoo Magdeburg wird ebenso lange bei seiner Mutter bleiben.

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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39104 Magdeburg
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