Katastrophenschutzstab in der Landeshauptstadt einberufen
Hochwasser erfordert private und öffentliche Schutzmaßnahmen
Magdeburg.
Aufgrund der aktuellen Hochwasser-Situation hat die Landeshauptstadt Magdeburg heute Vormittag den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (eine Vorstufe des Katastrophenschutzstabes) einberufen. "Die Situation ist angespannt, aber nicht dramatisch", schätzt Helge Langenhan, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz ein. "Es besteht kein Grund zur Panik, aber wir wollen wegen des bevorstehenden Wochenendes und dem anschließenden Feiertag auf alle Eventualitäten vorbereitet sein."
Der Pegel der Elbe wird in den nächsten Tagen noch weiter ansteigen, er wird am 4. Januar an der Magdeburger Strombrücke voraussichtlich 4,95 Meter erreichen, am Sonntag bei 5,20 Metern liegen und am Montag 5,60 Meter erreichen. Die Stadt hat die Deichwachen in Bereitschaft versetzt, damit sie bei Bedarf sofort Begehungen aufnehmen können. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz schätzt die Haltbarkeit der Deiche als gut ein, die Schäden des Hochwassers vom August sind weitgehend beseitigt. Im Herrenkrug wurden die Deiche erhöht und verstärkt sowie wasserseitig zusätzlich abgedichtet. Eine Baustelle, die aufgrund des Wintereinbruchs vor Weihnachten nicht abgeschlossen werden konnte, wurde gesichert und zur Wasserseite mit Folie abgedichtet.
Größere Sorge als die Elbe bereiten den Spezialisten derzeit allerdings die kleinen Flußläufe und Gräben im Stadtgebiet. Deren Aufnahmekapazität ist durch die anhaltenden Niederschläge und den erhöhten Grundwasserpegel erschöpft. Besonders gefährdet sind gegenwärtig Alt Salbke im Bereich Faulmannstraße/Saarbrücker Straße sowie Puppendorf. Dort sind die Sülze bzw. die Furtlake über die Ufer getreten und haben weiträumige Überschwemmungen verursacht, die auch Wohnhäuser bedrohen. "Falls die Sülze weiter ansteigt, werden wir in Alt Salbke vereinzelt Straßen und Brücken sperren müssen", kündigt Feuerwehrchef Helge Langenhan an. Aus der Furtlake werden Feuerwehr, SWM und THW weiterhin versuchen, das Wasser abzupumpen.
Wegen der anhaltenden Niederschläge und des wechselnden Wetters wird die Situation vorerst kritisch bleiben. Die Feuerwehr rät deshalb allen Hausbesitzern, Vorsorge zu treffen und ihr Eigentum zu sichern. Für Eigentümer, die private Sammelgruben besitzen, hat der Städtische Abwasserbetrieb eine Service-Nummer eingerichtet (Tel.: 5 87 20 44). Sie bietet Hilfe, falls Sammelgruben gefüllt sind und überzulaufen drohen.
Darüber hinaus richtet die Stadt Ausweichquartiere ein für Bürger, deren Häuser vom Wasser bedroht wird. Betroffene finden unter der Telefonnummer 5 40 10 Hilfe.
"Das Wichtigste ist im Moment, dass Privatpersonen ihr Eigentum sichern", schätzt Helge Langenhan ein. "Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse ist in Bereitschaft und wird bei Bedarf die notwendigen Schritte einleiten. Ich bitte die Bevölkerung, die Hinweise in den Medien zu beachten." Die Landeshauptstadt wird darüber hinaus auf ihrer Homepage unter www.magdeburg.de über die aktuelle Situation berichten.
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