Magdeburg.
Heute überreicht Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper seinem Amtsvorgänger Dr. Willi Polte die Ehrenbürger-Urkunde. "Dr. Willi Polte wird heute nicht Ehrenbürger der Landeshauptstadt Magdeburg, weil er Oberbürgermeister dieser Stadt war, sondern weil er als Oberbürgermeister und als engagierter Bürger seiner Stadt Herausragendes für Magdeburg geleistet hat", würdigt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die Verdienste seines Amtsvorgängers.
Im November hatte der Stadtrat fraktionsübergreifend mit großer Mehrheit entschieden, den ersten nach der Wende demokratisch gewählten Oberbürgermeister Magdeburgs mit der Ehrenbürgerschaft auszuzeichnen. Die Stadträte begründeten ihren Vorschlag mit den "besonderen Verdiensten um die Landeshauptstadt Magdeburg", die Dr. Polte als Oberbürgermeister erworben hat.
Erst zweimal hat Magdeburg ehemalige Oberbürgermeister mit der Ehrenbürgerschaft – der höchsten Auszeichnung, die die Stadt vergibt – gewürdigt: 1881 empfing Carl Gustav Friedrich Hasselbach die Ehrenbürgerwürde, 1910 wurde Dr. August Lentze als Ehrenbürger ausgezeichnet. Dr. Willi Polte, von 1990 bis 2001 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ist der Dritte in dieser Runde.
Dr. Willi Polte – 1938 in Niegripp bei Magdeburg geboren und von Beruf Technologe – wurde im Mai 1990 mit großer Mehrheit erster demokratisch gewählter Oberbürgermeister Magdeburgs nach der Wende. 114 von 144 Abgeordneten der frisch gewählten Stadtverordnetenversammlung stimmten damals für den SPD-Politiker. Die deutsche Einheit war für Polte das "wertvollste Geschenk der Geschichte im 20sten Jahrhundert" – folgerichtig wurde er zum Wegbereiter der kommunalen Selbstverwaltung in Magdeburg und – als Präsident des Städte- und Gemeindebundes – auch in Sachsen-Anhalt. Dr. Polte nahm die Herausforderungen des demokratischen Neuanfangs an und nutzte die damit verbundenen Chancen konsequent. Beharrlich und mit "liebenswerter Sturheit" – wie ihm politische Wegbegleiter attestieren – trieb er die "infrastrukturelle Ertüchtigung der Stadt" - wie er den Wiederaufbau nach 40 Jahren Sozialismus bezeichnete - voran und verwirklichte seine Visionen: Die Ausrichtung einer Bundesgartenschau in Magdeburg und den Wiederaufbau der Johanniskirche.
Als Dr. Willi Polte im August 2001 feierlich aus dem Amt des Oberbürgermeisters verabschiedet wurde, würdigte sein Stellvertreter, Bürgermeister Bernhard Czogalla ihn als "besten Mann der Stunde Null". Und der Vorsitzende des Stadtrates, Gerhard Heinl überbrachte dem scheidenden Oberbürgermeister das Lob des gesamten Stadtrates: "Da hat einer mehr als seinen Dienst getan und sich ganz in den Dienst der Sache gestellt."
Dr. Polte ist heute Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt, Vorsitzender des Innenausschusses und ehrenamtlicher Bürgermeister jener Gemeinde, in der er geboren und aufgewachsen ist: Niegripp vor den Toren Magdeburgs.