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"Schpil mir, zigaijner!"
Konzert im Stadtmuseum
Borken - 15. Januar 2003. Ein Konzert zum Holocaust-Gedenktag findet im Stadtmuseum am 27 Januar statt. Der Liederabend wird durchgeführt im Rahmen der derzeit im Stadtmuseum laufenden Ausstellung "Das Wesen des Menschlichen behaupten" - Kohlezeichnungen von Otto Pankok.
Temperamentvoll, einfühlsam und beeindruckend virtuos lassen sie an diesem Abend Jiddisches und Zigeunerisches aus Osteuropa lebendig werden. Das neue Programm von Katharina Müther (Freiburg) und Roswitha Dasch (Wuppertal) hat es in sich: "Bewegender Gesang, atemberaubend die leisen Töne, vibrierendes Akkordeon, zwitschernde Geige, Tango-Rhythmus und Urvertrauen, Nähe und Intimität, gefolgt von schwungvollem Tanz, Zigeunerwalzer. Dann wieder verhaltene Töne, von weit her kommend. Wind scheint über die Saiten zu streichen und sie zum Klingen zu bringen", so die Märkische Zeitung.
Seit Jahren zeichnen die beiden Musikerinnen auf Reisen durch Polen, das Baltikum und andere osteuropäische Länder mündlich überlieferte Melodien und Texte auf, die Volksmusik im ernsthaften, ja besten Sinne darstellen. Lieder und Tänze aus dem jüdischen "Stetl" und vom "fahrendem Volk" der Sinti und Roma erzählen auf Jiddisch und Romani, in rumänischer, russischer und bosnischer Sprache von verlorener Kindheit und Geborgenheit, Lebenskunst und Lebensfreude, Hoffnung und Glück, Anfeindung und Verfolgung.
Das Duo Müther & Dasch gibt einen bewegenden Einblick in die musikalischen Traditionen zweier Minderheiten, die während des Zweiten Weltkrieges der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer gefallen sind. Am Holocaust-Gedenktag soll ihr Konzert eine Brücke schlagen zwischen historischem Erinnern und neuer Offenheit für die kulturelle Vielfalt Osteuropas, die sich teils krisenhaft erneuert und an der die jüdischen Minderheiten, die Sinti und Roma Anteil haben, zum Teil aber auch Anfeindungen erfahren.
Die Veranstaltung nimmt Bezug auf die aktuelle Otto-Pankok-Ausstellung und wird unterstützt von der Initiative Kleinkunst und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, AG Niederrhein-Westmünsterland.
Karten sind vorab in der Info-Zentrale des Rathauses und im Reisebüro Menchen erhältlich, Vorbestellungen für die Abendkasse unter 02861 / 939-0 oder per E-Mail an stadtmuseum@borken.de möglich.
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