Warnstufe II an Elbe und Umflut, Grundwasser und Nebenflüsse bereiten weiter Sorgen
Hochwasser im Raum Magdeburg geht weiter zurück
Magdeburg.
Seit heute morgen 10.30 Uhr gilt auch für das Umflutgelände nur noch Hochwasser-Warnstufe II. Für die Elbe war die Warnstufe III bereits gestern aufgehoben worden. Während die Situation sich dort weiter normalisiert, fordern die Nebenflüsse und der erhöhte Grundwasserstand nach wie vor besondere Aufmerksamkeit.
Heute morgen haben Polizei, Feuerwehr und Landesbetrieb für Hochwasserschutz das Gebiet von Elbe und Umflut überflogen. "Vom Eis geht keine Gefahr mehr aus, die wenigen kleinen Schollen fließen zügig ab", nennt Umweltamtsleiter Rolf Warschun die wichtigste Erkenntnis der Beobachtungen aus der Luft. "Die Wachen wurden deshalb auch auf den Deichen des Umflutkanals eingestellt." Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gehen nun wieder ihrer gewohnten Arbeit nach.
Der Elbe-Pegel ist heute unter die 5-Meter-Marke gesunken, er wird bis zum kommenden Montag nochmals um einen halben Meter fallen. Mit der Schließung des Pretziener Wehres ist frühestens am Sonntag/Montag zu rechnen, erst wenn der Pegel in Barby unter 5,20 Meter sinkt, wird das für Magdeburg und Schönebeck so wichtige Wehr wieder verschlossen.
"Die Lage an Elbe und Umflut normalisiert sich stetig", fasst Helge Langenhan, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz in Magdeburg zusammen. "Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse hat deshalb heute seine Arbeit beendet. Das Hochwasser-Management für Nebenflüsse und Gräben übernimmt eine Arbeitsgruppe bei der Berufsfeuerwehr."
An den Nebenflüssen und Gräben in Magdeburg ist die Situation unterschiedlich. Die Sülze ist seit gestern wieder um 30 Zentimeter gesunken. "Ihr Wasserstand ist offensichtlich sehr stark von Niederschlägen abhängig", vermutet Helge Langenhan. Bei Regenfällen muss mit erneutem Ansteigen gerechnet werden – die Feuerwehr ist darauf eingerichtet.
An der Schrote ist die Lage unbedenklich, an der Furtlake wird das Wasser weiter in den benachbarten Polder gepumpt. Dort wird sich die Situation voraussichtlich nach Schließung des Pretziener Wehres spürbar entspannen, wenn das Steingrabensiel wieder geöffnet werden kann.
Inzwischen sorgt der ungewöhnlich hohe Grundwasser-Pegel zunehmend für voll gelaufene Keller – nicht nur in Ostelbien, sondern auch am westlichen Stadtrand, in Alt-Olvenstedt und Diesdorf. "Derart hohes Grundwasser gab es in Magdeburg seit Jahrzehnten nicht mehr", erklärt Roland Günther vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. "Dagegen sind wir machtlos." In diesem Zusammenhang weist das Baudezernat darauf hin, dass es nicht sinnvoll ist, das Wasser im Kreis zu pumpen. Für die Statik von Gebäuden ist es günstiger, den Keller auszuräumen und zu fluten. Wer Heizkessel oder andere fest verbaute Anlagen im Keller hat, sollte das Wasser nur so weit abpumpen, dass diese nicht zerstört werden. Hinweise zum Schutz unterirdischer Bauwerke gegen drückendes Grundwasser hat die Stadt im Internet unter dem Stichwort "Hochwasser" eingestellt.
Land unter war heute auch zwischen Alt Olvenstedt und Ebendorf. Dort läuft das Wasser von den Feldern auf die Straße, weil die Gräben überfüllt sind. Die Agrarstraße darf deshalb nur noch von Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen befahren werden, der Silberberg muss möglicherweise gesperrt werden.
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