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Magdeburg, 30. Januar 2003
Mehr Qualität durch Konzentration
Magdeburg passt Schulentwicklung an

Magdeburg. 27 Grundschulen, 13 Sekundarschulen und 4 Gymnasien will Magdeburg perspektivisch in kommunaler Trägerschaft betreiben. So sieht es der überarbeitete Schulentwicklungsplan vor, den die Verwaltung jetzt zur Diskussion stellt. Im März soll der Stadtrat entscheiden, welche Schulen langfristig Bestand haben und wo es in den nächsten Jahren Zusammenlegungen oder Schließungen geben muss.

"Mit der jetzt aktualisierten Planung reagieren wir nicht nur auf die weiterhin sinkenden Schülerzahlen", begründet Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch, die erneute Diskussion über Standorte und Einrichtungen in der Landeshauptstadt. "Die finanzielle Situation der Stadt zwingt uns, Ressourcen zu bündeln und Strukturen effizienter zu gestalten. Zudem muss klar sein, welche Standorte langfristig Bestand haben, damit wir Investitionsmittel gezielt für Sanierungen und Modernisierungen einsetzen können."

Die geplante Änderung des Schulgesetzes von Sachsen-Anhalt, die vor allem die Rückkehr zum Abitur nach 12 Schuljahren und den Übergang zum Gymnasium ab Klassenstufe 5 vorsieht, ist in den Planungen als Option berücksichtigt. Nach den Vorstellungen der Stadt wird die Zahl der Schulen schrittweise reduziert:

  • auf 27 Grundschulen nach dem Schuljahr 2005/2006 (derzeit 45)
  • auf 13 Sekundarschulen nach 2006/2007 (aktuell 27)
  • auf 4 Gymnasien nach 2007/2008 (aktuell 9)
  • auf 4 berufsbildende Schulen nach 2009/2010 (derzeit 6)

Sofern sich das Übergangsverhalten zu den beiden Integrierten Gesamtschulen oder die Schülerpopulation an den 12 Sonderschulen ändert, muss darauf gesondert reagiert werden. Darüber hinaus bleibt die Schullandschaft durch verschiedene Angebote freier Träger bereichert, die die Stadt weiterhin unterstützen wird.

"Der perspektivische Bedarf an Schulen für die einzelnen Schulformen ergibt sich aus den Vorschriften des Schulgesetzes sowie der Entwicklung der Schülerzahlen und dem Wahlverhalten der Eltern", erläutert Jens Krüger, Leiter des Sport- und Schulverwaltungsamtes, der für die Schulentwicklungsplanung verantwortlich ist.

"Die Frage ist nun, wie verteilen wir die Schulen so, dass die Wege für die Schüler nicht zu lang, Denkmal geschützte Gebäude weiterhin genutzt, die Folgen des notwendigen Stadtumbaus berücksichtigt und dringend erforderliche Modernisierungen effizient erfolgen können", beschreibt der Amtsleiter die Herausforderung, die vor seinen Mitarbeitern liegt.

"Bei allem wollen wir natürlich die Belastungen, die sich für Lehrer, Schüler und Eltern aus den notwendigen Umstrukturierungen ergeben, so gering wie möglich halten."

Für das Schuljahr 2003/2004, das im August beginnt, schlägt die Verwaltung folgende wesentliche Änderungen in der Schullandschaft vor:

1. Geschlossen bzw. zusammen geführt werden die Grundschulen und in der Folge die jeweiligen Schulbezirke

  • "Nachtweide" (Angliederung an GS "Am Vogelgesang")
  • "Am Milchweg" (Angliederung an GS "Am Kannenstieg")
  • "Am Bördegarten" und "Am Neustädter Feld" künftig gemeinsam am Standort Othrichstraße (Es erfolgt ein Musterrückbau am Standort der Grundschule "Am Neustädter Feld" (Kritzmannstraße)
  • GS "Gneisenauring" und "GS "Nordwest" künftig gemeinsam am Standort Hugo-Junkers-Allee
  • Die GS "Am Westring" eröffnet zum kommenden Schuljahr keine 1. Klasse, ihr Schulbezirk wird ab 2004 der GS "Am Glacis" zugeordnet

2. Geschlossen werden die Sekundarschulen

  • "Stephan Schütze" (Zuordnung zu "Wilhelm Weitling")
  • "Heinrich Germer" (Zuordnung zu "Friedrich Naumann")
  • "Walther Rathenau" (Zuordnung zu "Georg Wilhelm Leibniz")
  • "Gerhard Hauptmann" (Zuordnung zu "Maxim Gorki")

Die Bildung von 5. Klassen erfolgt unter Beachtung der rückläufigen Schülerzahlen und in Abhängigkeit von den angekündigten Änderungen des Schulgesetzes, mit denen sich das Übergangsverhalten an weiterführende Schulen ändern wird.

Auf der Basis der vorliegenden statistischen Werte der Schülerentwicklung (1.144 Schüler wechseln von der 4. in die 5. Klasse) sowie einer Vorausberechung zum Übergangsverhalten schlägt die Verwaltung vor, an mindestens 6 Sekundarschulen keine 5. Klasse zu bilden; darüber hinaus wird es voraussichtlich an 3 Standorten nicht zur Klassenbildung in Stufe 5 und 7 kommen. Am Hegelgymnasium, Albert-Einstein-Gymnasium, am Standort des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, am Werner-von-Siemens-Gymnasium und auch an den beiden IGS werden 5. Klassen eröffnet. Am Immanuel-Kant-Gymnasium beginnt die auslaufende Beschulung, das heißt, es werden keine 5. und auch keine 7. Klassen aufgenommen. Bereits im März schließt das Herder-Gymnasium nach Beendigung des Modellversuches 13K.

Nachdem der aktualisierte Schulentwicklungsplan am Dienstag in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters bestätigt wurde, folgt nun die Diskussion in den Fraktionen und Ausschüssen des Stadtrates sowie die Abstimmung mit Elternvertretern und Schulleitern. "Ich gehe davon aus, dass der Stadtrat den Plan im März beschließen wird", so Rüdiger Koch. "Wir haben bereits während der Erarbeitung der Drucksache Gespräche mit allen Fraktionen geführt und deren Vorschläge zum Teil berücksichtigt. Natürlich gibt es unterschiedliche Auffassungen zu einzelnen Positionen, aber in der Sache sind wir uns weitgehend einig."

Sofern der Stadtrat den vorgeschlagenen Schließungen und Zusammenlegungen zustimmt, wird es zum Schuljahr 2003/2004 in Magdeburg noch

  • 41 Grundschulen (derzeit 45)
  • 23 Sekundarschulen (derzeit 27)
  • 8 Gymnasien (derzeit 9)
  • 12 Sonderschulen (derzeit 12)
  • 8 Schulen in freier Trägerschaft und Trägerschaft des Landes Sachsen-Anhalt (derzeit 8)
  • 6 Berufsbildende Schulen (derzeit 6)
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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
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