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Magdeburg, 05. Februar 2003
Von Vermögensfragen bis zur jüdischen Geschichte - mehr als 3.000 Nutzer recherchierten im Stadtarchiv
Jahresbilanz 2002 des Stadtarchives

Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt Magdeburg zählte im vergangenen Jahr 3.135 direkte Benutzungen durch Besucher und Verwaltungsmitarbeiter. "Dabei konzentrierten sich die Themen der Archivnutzung auf nahezu alle Bereiche der Stadtgeschichte sowie auf biographische, architektur-, wirtschafts-, kulturgeschichtliche und genealogische Themen", bilanziert die amtierende Leiterin des Stadtarchivs Dr. Maren Ballerstedt. "Weitere Schwerpunkte waren Anfragen des Landesamtes zur Regelung offener Vermögensfragen sowie die Erforschung der Geschichte der Jüdischen Gemeinde."

Die Zahl der Benutzer ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, was vor allem den erforderlichen Maßnahmen zum Schutz vor eindringendem Grundwasser während des Hochwassers der Elbe im August geschuldet ist. "Wir mussten für die Dauer von knapp einem Monat einen Teil des Archivgutes auslagern", so Dr. Maren Ballerstedt. "Das Bauaktenarchiv und der Benutzerraum des Endarchivs blieben in dieser Zeit teilweise geschlossen. Dank der großen Hilfe von mehreren hundert Schülern sowie Mitarbeitern der AQB verlief die Aus- und Wiedereinlagerung des Archivguts reibungslos. Der befürchtete Wassereinbruch in unseren Räumen blieb aus."

Im Jahr 2002 wurden 194 laufende Meter Schriftgut in das Archiv aufgenommen. Davon kamen 180 laufende Meter in das Verwaltungsarchiv und 14 in das Bauaktenarchiv. In das Endarchiv wurden 89 Akteneinheiten übernommen sowie entsprechend geordnet, verzeichnet und intensiv erschlossen. Auch die verschiedenen Sammlungen von Plakaten, Karten, Plänen, Bildern und Zeitungen wurden um zahlreiche Stücke erweitert. Viele Unterlagen warten jedoch noch auf ihre Erschließung. Nur das Material, was erschlossen ist, kann für eine Benutzung zur Verfügung gestellt werden. Der Bestand der Archivbibliothek stieg im vergangenen Jahr um 267 Bände. Um die Archivierung des Schriftgutes auf Computerbasis zu optimieren, wurden im vergangenen Jahr drei weitere Arbeitsplätze des Archivs mit einer speziellen Software ausgestattet.

Die Mitarbeiter des Stadtarchives erteilten im vergangenen Jahr insgesamt 6.934 schriftliche und mündliche Auskünfte. "Das sind zwar 158 weniger als im Vorjahr, jedoch sagt die Zahl der Auskünfte nichts über den unterschiedlichen Bearbeitungsaufwand der Anfragen aus", beschreibt die Amtsleiterin den Auskunftsbereich. "Die Bearbeitung kann in einigen Fällen mehrere Stunden betragen."

Zur Einsichtnahme wurden 11.584 Akteneinheiten sowie zahlreiche Sammlungsstücke und Bücher in den Benutzersaal ausgelagert. Zur Nutzung verfilmter Unterlagen erwarb das Archiv ein weiteres Lesegerät, so dass den Besuchern jetzt fünf spezielle Lesegeräte zur Verfügung stehen.

Im vergangenen Jahr hat das Stadtarchiv erstmals eine Übersicht seines Gesamtbestandes herausgegeben. Das 144 Seiten umfassende Buch "Das Stadtarchiv und seine Bestände" wurde als Nachschlagewerk konzipiert, um Archivnutzern bei der Suche und Recherche im Magdeburger Stadtarchiv zu helfen. Gleichzeitig gibt die Publikation, die 67 Fotografien und Grafiken enthält, einen umfassenden Einblick in die Bestände des Archivs. Von den insgesamt 500 herausgegebenen Exemplaren sind noch einige im Stadtarchiv, Bei der Hauptwache 4, für 19,90 Euro erhältlich. Die Öffnungszeiten sind montags und donnerstags von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 15:00 Uhr, dienstags von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:30 Uhr sowie freitags von 09:00 bis 12:30 Uhr.

Hintergrundinformationen zum Magdeburger Stadtarchiv

Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt Magdeburg archiviert das Schriftgut der Stadtverwaltung. Es gliedert sich in die Bereiche Endarchiv, Zwischenarchiv (Verwaltungsarchiv) und Bauaktenarchiv. Während das Endarchiv und das Bauaktenarchiv im Rahmen der Benutzungsordnung für jedermann zugänglich sind, kann das Zwischenarchiv nur von Mitarbeitern der Stadtverwaltung genutzt werden. Außerdem verfügt das Stadtarchiv über eine Archivbibliothek, die überwiegend Literatur zur Stadt- und Regionalgeschichte enthält. Die Archivnutzung ist für wissenschaftliche, schulische und heimatgeschichtliche Zwecke kostenlos.

Die Archivierung erfolgt auf der Grundlage des Archivgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Wichtigste Aufgaben sind die Übernahme, Ordnung und Verzeichnung von archivwürdigem Verwaltungsschriftgut, deren Nutzbarmachung und Auswertung. Informationsträger sind neben Papier auch Filme und Tonaufnahmen sowie Dateien und Datenbanken. Bezogen auf die Größe kann das Magdeburger Stadtarchiv mit den entsprechenden Einrichtungen in Leipzig, Chemnitz, Ulm und Rostock verglichen werden.

Die Bestände des Archivs reichen bis zum Jahr 1632 zurück. Sie haben einen Gesamtumfang von etwa 8.500 laufenden Metern. Besonders aussagekräftig sind Aktenüberlieferungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sehr interessantes Archivgut steht auch aus der Periode des "Neuen Bauens" aus den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts zur Verfügung. Neben den Akten sind als Bestand des Stadtarchives die Magdeburgische Zeitung seit 1717, die Fotosammlung, die Kartensammlung und die zeitgeschichtliche Sammlung besonders zu erwähnen.

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
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