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Magdeburg, 03. März 2003
Bürgerbüro Mitte empfängt ab heute Besucher
Neues Konzept zur Errichtung von Bürgerbüros wird umgesetzt

Magdeburg. Seit heute hat Magdeburg drei Bürgerbüros: Pünktlich um 8.00 Uhr empfing das neue Bürgerbüro Mitte in der Julius-Bremer-Straße die ersten Besucher. In den Räumen, die bis Ende vergangenen Jahres die Commerzbank beherbergten, wird ab sofort der komplette Bürgerservice von A wie "Anmeldung" bis Z wie "Zulassungsanträge für Fahrzeuge" angeboten.

Nach dem Auszug aus dem Breiten Weg 222 ist ab heute auch die Ausländerbehörde des Ordnungsamtes wieder uneingeschränkt geöffnet. Sie hat ihr Domizil vorübergehend im Katzensprung 2. Der Bereich Staatsangehörigkeits-und Namensrecht sowie die Erstberatungsstelle des Sozialamts sind ab sofort im 7. Obergeschoss (Raum 742) in der Julius-Bremer-Straße 8-10 erreichbar.

Das Bürgerbüro Mitte ist wie alle übrigen Bürgerbüros zu folgenden Zeiten geöffnet:

Montag: 8:00 bis 16:00 Uhr Dienstag: 8:00 bis 20:00 Uhr Mittwoch: 12:00 bis 16:00 Uhr Donnerstag: 8:00 bis 20:00 Uhr Freitag: 8:00 bis 16:00 Uhr

Der Sonnabendservice verbleibt für die nächsten Wochen noch im Bürgerbüro Olvenstedt, jeweils in der Zeit von 8:00 bis 12:00 Uhr. Nach einer Anlaufphase soll der Service am Samstag für das ganze Stadtgebiet im Bürgerbüro Mitte angeboten werden.

"Wir haben den notwendigen Umzug gleichzeitig zur Umstrukturierung genutzt", macht Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung Holger Platz deutlich, dass der Ortswechsel zugleich der Startschuss zu einer neuen Qualität ist.

"Im Bürgerbüro Mitte werden ab sofort nicht nur die Dienstleistungen der Einwohnermeldeabteilung angeboten, sondern das gesamte Spektrum, das auch die beiden anderen Bürgerbüros unterbreiten. Außerdem wird es - nicht nur wegen seiner Lage - das zentrale Bürgerbüro Magdeburgs sein, in dem alle organisatorischen Fäden zusammen laufen."

Mit der Eröffnung des dritten Bürgerbüros ist der Beschluss des Stadtrates vom Juni 2001 fast vollständig umgesetzt. Der Stadtrat hatte damals entschieden, vier Bürgerbüros einzurichten, um im gesamten Stadtgebiet Verwaltungsdienstleistungen wohnortnah anbieten zu können. Für das vierte Bürgerbüro im Magdeburger Süden wird zur Zeit noch ein Standort gesucht.

Parallel zur Umsetzung des Stadtratsbeschlusses hat die Verwaltung das Konzept zur Errichtung von Bürgerbüros überarbeitet. "Manches, was wir noch vor vier Jahren für unverzichtbar hielten, ist inzwischen von der Realität überholt", begründet Holger Platz die notwendige Neuausrichtung. "Das Internet bietet heute beispielsweise eine Alternative zum Gang ins Amt. Wir haben bereits eine Vielzahl von Formularen ins Netz gestellt, und ich bin sicher, dass die elektronische Signatur den Trend, Amtsgeschäfte von zuhause zu erledigen, verstärken wird."

Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung kann sich zudem vorstellen, den Telefon-Service auszubauen. So könnten Ämter übergreifend Auskünfte erteilt, Bürgeranliegen aufgenommen und Anfragen beantwortet werden. "Auch das spart den direkten Weg ins Amt."

Angesichts dieser Entwicklungen schlägt die Verwaltung vor, das Konzept zur Errichtung von Bürgerbüros dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. "Die heutige Eröffnung des Bürgerbüros Mitte ist deshalb nicht nur ein weiterer Baustein zur Umsetzung des Stadtratsbeschlusses von 2001, sondern zugleich der erste Schritt zur Umsetzung des geänderten Konzeptes", sieht Holger Platz den Beginn einer neuen Qualität.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Verwaltung dazu ein Diskussionspapier vorgelegt und Änderungsvorschläge unterbreitet. Auf seiner Sitzung am 24. Januar hat der Verwaltungsausschuss des Stadtrates die Prioritäten der Verwaltung bestätigt.

"Nach einer umfassenden Analyse der Besucherströme und der Nachfrage nach den angebotenen Dienstleistungen im Bürgerbüro West haben wir Vorschläge zur Optimierung des Konzeptes entwickelt", erläutert Frank Ehlenberger, Leiter des Bürgerservice im Ordnungsamt, zu dem die Bürgerbüros seit April vergangenen Jahres gehören. "Angesichts der finanziellen Situation der Stadt müssen wir künftig Kräfte bündeln. Trotzdem wollen wir weiterhin möglichst viele Dienstleistungen wohnortnah und zu bürgerfreundlichen Öffnungszeiten anbieten."

Bewährt hat sich – so ein Ergebnis der Analysen – die inhaltliche Ausrichtung der Bürgerbüros. "Wir überlegen sogar, das Angebot schrittweise zu erweitern, etwa um Dienstleistungen anderer Verwaltungsbereiche oder einen allgemeinen Auskunftservice, beispielsweise zu Kulturveranstaltungen in der Stadt", sieht Frank Ehlenberger Spielräume für zusätzliche Angebote. "Andererseits werden wir Dienstleistungen, die kaum nachgefragt werden, aber einen hohen Beratungsbedarf erfordern, wie z.B. die Eintragung technischer Änderungen in Fahrzeugpapiere, nur noch in den Fachämtern anbieten." Da die Besucherzahlen ab 18.00 deutlich sinken, sollten die Bürgerbüros – so der Vorschlag der Verwaltung - künftig nur bis 19.00 Uhr geöffnet bleiben. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, stehen an langen Nachmittagen mehr Mitarbeiter zur Verfügung. "Bedarfsgerechte Öffnungszeiten heißt das Stichwort", so Holger Platz.

Anstelle eines aufwändigen Neztes von Außenstellen regt die Verwaltung als Alternative an, ein mobiles Bürgerbüro zu etablieren. "Dies könnte – ähnlich wie die Fahrbibliothek – Stadtteile ohne eigenes Bürgerbüro zu fest gesetzten Zeiten ansteuern und den Bürgern vor Ort den kompletten Service anbieten", nennt der zuständige Beigeordnete Holger Platz eine preiswerte Alternative zu teuren Außenstellen, die nur stundenweise geöffnet sind. "Aber das ist noch Zukunftsmusik", verweist Holger Platz darauf, dass die bestehenden Außenstellen vorerst gesichert sind. Das Bürgerbüro Mitte wird künftig das zentrale Bürgerbüro sein. Es wird nach der Sanierung des ehemaligen Einwohnermeldeamtes sein endgültiges Domizil im Breiten Weg 222 finden. Hintergrund

1. Zum Umzug des Bürgerservice

Wegen unaufschiebbarer Sanierungsarbeiten muss der Bürgerservice des Ordnungsamtes (ehemalige Einwohnermeldeabteilung) sein angestammtes Domizil im Breiten Weg 222 vorübergehend räumen.

Der Gebäudekomplex Breiter Weg 222/Haeckelstraße wird durch Polizei und Stadtverwaltung gemeinsam genutzt. Nach der Vermögenszuordnung der einzelnen Gebäudeteile war zunächst vorgesehen, die funktionale Trennung der Häuser bezüglich der Medienversorgung und des Brandschutzes vorzunehmen. Dazu gehörte die Schaffung eines 2. Fluchtweges durch ein innen liegendes Treppenhaus. Das wiederum hatte den teilweisen Umbau der Sanitäranlagen zur Folge. Außerdem sollte der Eingangsbereich der Einwohnermeldeabteilung behindertengerecht umgestaltet und die Büros an das stadteigene Datennetz angeschlossen werden. Für die entsprechenden Baumaßnahmen mit einem Kostenrahmen von 2,1 Mio. DM (1,0737 Mio. Euro) hatte der Stadtrat am 5. Oktober 2000 grünes Licht gegeben.

Die Bauarbeiten sollten ab Februar 2002 bei laufendem Dienstbetrieb realisiert werden. Alle anderen für eine Komplettsanierung erforderlichen Baumaßnahmen wie Dach-, Fenster-, und Fassadensanierung mit Wärmedämmung waren zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Dazu zählte auch die Beseitigung der Risse zwischen der Außenwand und den Innenwänden, weil die Standsicherheit der Fassade zunächst als nicht gefährdet angesehen wurde.

Erst als für den Einbau des Treppenhauses Teile der Decke demontiert werden mussten, stellte sich heraus, dass die Risse in der Fassade auf eine nicht ausreichende Verankerung der Fassadenelemente mit den Geschossdecken zurückzuführen sind. Daraufhin revidierten der Statiker und Prüfstatiker ihre Auffassung bezüglich der Standsicherheit und forderten die Rückverankerung der Bauteile. Eine vollständige Rückverankerung der Fassade mit den Decken im gesamten Gebäude ist unumgänglich, um die Standsicherheit der Fassade langfristig zu sichern. Allerdings ist eine solche Baumaßnahme in einem genutzten Gebäude nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand und enormen Belastungen für die Nutzer durchführbar. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, das Gebäude während der Bauarbeiten frei zu ziehen.

Weil durch den Leerzug des Gebäudes die einmalige Gelegenheit für eine Vollsanierung besteht, werden auch weitere Sanierungsmaßnahmen wie Dach- und Fenstererneuerung sowie der Wärmeschutz der Fassade vorgeschlagen. Insgesamt ergeben sich durch die Fassadenverankerung und –sanierung sowie die Erneuerung von Dach und Fenstern Kosten in Höhe von 614 Tsd. €.

Durch die einmal gegebene Baufreiheit soll das Gebäude auch im Innern modernisiert werden. Für Maler- und Fußbodenarbeiten sowie Installationen sind nochmals 326 Tsd. Euro notwendig. Mit Gebühren für Architekten- und Ingenieurleistungen erhöht sich der Kostenrahmen insgesamt um 1,086 Mio Euro, so dass für die Komplettsanierung des Gebäudes 2,16 Mio. Euro erforderlich sind. Die Baumaßnahmen werden nach Freizug des Hauses ca. 10 Monate andauern.

2. Bürgerbüros

Bürgerbüros gibt es in Magdeburg seit 1997. Sie sind komplexe Service-Zentren der Stadtverwaltung, in denen viele Dienstleistungen, die eigentlich von verschiedenen Ämtern und Eigenbetrieben erbracht werden, wohnortnah gebündelt sind. Dazu gehören u.a.:

  • alle Meldeangelegenheiten (z.B. bei Umzug, Zuzug, Wegzug)
  • die Beantragung von Personalausweisen, Kinderausweisen und Pässen
  • Beglaubigungen
  • Einzahlung von Gebühren und Steuern der Landeshauptstadt
  • Anträge aller Art, sofern sie die Stadtverwaltung betreffen (z.B. Kindergartenplatz, Mülltonne, Hausnummern, Wohngeld, Parkberechtigung, Rundfunk- und Fernsehgebührenbefreiung etc.)
  • An-, Ab- und Ummeldung von Hunden

Mit der Eröffnung des zentralen Bürgerbüros gibt es in Magdeburg drei Bürgerbüros in West (Bruno-Beye-Ring 50), in Nord (Lübecker Str. 32) sowie in Mitte (Julius-Bremer-Straße ). Darüber hinaus haben die Bürgerbüros Außenstellen in Salbke/Westerhüsen und Beyendorf-Sohlen.

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
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