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Stadt will Altes Rathaus zurückkaufen

Borken - 06. März 2003. Borken (wen). "Bewusst" wollte Bürgermeister Rolf Lührmann gestern morgen bei der Eröffnung des neuen Museumsfoyers eigentlich noch gar nichts sagen, waren doch die Sitzungsunterlagen für den Kulturausschuss noch nicht verschickt. Doch schnell ergab sich eine Diskussion darüber, wo das Museum auf längere Sicht seinen Standort haben soll. Und dafür schlägt die Verwaltung jetzt den Rückkauf des Alten Rathauses vor. Und zwar der Flächen, die derzeit angemietet sind. Ladenlokale, ein Café und eine Wohnung im Komplex Altes Rathaus/Heilig-Geistkirche bleiben davon unberührt.

Rückblick: Im Jahre 1985 hatte der Rat beschlossen, das alte Rathaus an die Bauträgergesellschaft Arcus aus Gladbeck für 885.000 Mark zu verkaufen. Der Investor entwickelte damals das Konzept der Ladenpassage vom Marktplatz zur Brinkstraße, wie es heute noch das Bild der Innenstadt prägt.

Den Mitgliedern des Kulturausschusses sollen am Donnerstag, 13. März, auch andere Möglichkeiten für ein Museumsgebäude vorgestellt werden. Dazu zählt ein Neubau, der aber mit rund 3,85 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Und damit angesichts leerer Kassen außer Diskussion steht. Der Umbau eines Bierbaum-Gebäudes an der Heidener Straße: Geschätzte Kosten: 1,3 bis 1,5 Millionen Euro. Oder die Alte Volksbank. Dort müssten nach Ansicht der Verwaltung allerdings erst einmal 700.000 Euro hineingesteckt werden, um das Haus in seiner Substanz zu erhalten. Die Nutzung des alten Volksbankgebäudes oder des Bierbaum-Verwaltungsbaus scheiden aus Sicht der Verwaltung auch wegen des Standorts aus. "Eine bessere Lage für ein Stadtmuseum als im Alten Rathaus ist nicht denkbar", so der Bürgermeister gestern. Eine Einschätzung, die auch Alfons Thesing, Vorsitzender des Borkener Heimatvereins, teilte. Die Kosten für den Rückkauf sollen sich auf einen siebenstelligen Euro-Betrag belaufen. Im Jahre 2000 war bei ersten Überlegungen für einen Erwerb von drei Millionen Mark die Rede, seitdem ist allerdings weiter verhandelt worden.

Für uns als "Eigentümer ergibt sich der Vorteil, langfristig planen zu können wenn uns das alte Rathaus gehört", so Lührmann gestern. CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Flinks hatte schon in seiner Haushaltsrede erwogen, das Alte Rathaus zurückzukaufen (BZ berichtete). Die Opposition befürwortet dagegen Alternativen für ein Museum wie die Alte Volksbank oder das Bierbaum-Gebäude.

Den Umbau des Foyers im Stadtmuseum für 75.000 Euro nannte Lührmann eine "klare Aufwertung". Statt des bisherigen Treppenhausaufgang empfängt nun ein Foyer mit interessanter Beleuchtung den Besucher. "Eine Möglichkeit, die Schwelle zu einem Museumsbesuch abzubauen", wie Museumsleiter Dr. Fasse meinte. Für Besucher interessant ist sicherlich ein kleines Café, in dem zahlreiche Bücher und Broschüren zum Schmökern einladen. Die ehrenamtlichen Helfer des Heimatvereins Borken haben sich bereiterklärt, dieses Café zu betreuen. Zukünftig soll im Eingang mit Exponaten auf die stadtgeschichtliche Dauerausstellung verwiesen werden. Ausstellungen zur Historie der Stadt wie auch zur Bildenden Kunst sowie Veranstaltungen sollen den "kulturellen Ort" mit Leben erfüllen.

Borkener Zeitung - 05. 03. 2003


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