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Magdeburg, 19. März 2003
Nacht für den Frieden
Freie Kammerspiele

Magdeburg. Aus aktuellem Anlass haben die Freien Kammerspiele ihren Spielplan für den kommenden Freitag, 21.3.2003 geändert. Statt der geplanten Vorstellung "Olive Generation" lädt das Theater zu einer "Nacht für den Frieden" ein. Der Abend beginnt um 19.30 Uhr mit einer Vorstellung von "Birdy" von Naomi Wallace. Das Antikriegsstück erzählt von dem jungen US-Sergeant Al, der nach dem 2. Weltkrieg zu seinem Jugendfreund Birdy in ein Militärhospital gerufen wird. Birdy ist dort seit Kriegsende interniert, weil er glaubt, ein Vogel zu sein. Neben der Inszenierung "Birdy" steht die szenische Lesung von Sam Shepards Stück "Schocks" auf dem Programm. Provinzlokal in Kentucky, kurz nach dem Golfkrieg 1991. Bei Banana Split und Hot Fudge rekonstruieren der Kriegskrüppel Stubbs und sein Begleiter, der Colonel, eine Schlacht der Operation "Desert Storm". Darin wurde der Sohn des Colonels von einer Granate zerfetzt und Stubbs von dem gleichen Geschoß schwer verletzt. Traumatisch lastet dieses Ereignis auf der Beziehung zwischen den beiden Männern; sie liefern sich ein groteskes Psychoduell. Eine weitere Steigerung erfahren die Aggressionen im Raum durch die Anwesenheit eines gutsituierten Paares, das schon seit Stunden vergebens auf seine Muschelsuppe wartet und in Clinch mit der Kellnerin gerät. Das Stück ist eine bös-traurige Untergangsfarce über den "American Dream". Sam Shepard erregte als Rockmusiker, Regisseur, Drehbuchschreiber (u.a. "Paris, Texas", 1984) und Filmschauspieler (Titelrolle in V. Schlöndorffs "Homo-Faber"-Verfilmung) Aufsehen. Im Anschluss ist eine Vorstellung des Stücks "Die zurückweichende Welt" von Naomi Wallace zu sehen. Josip Culjak spielt den jungen Iraker Ali, der aus seiner Sicht von den Erlebnissen des Golfkrieges 1991 und dem darauf folgenden Embargo erzählt. Ali züchtet Tauben und muss die Tiere und damit seine Sehnsüchte und Hoffnungen nach und nach verkaufen: für Medizin, für Brot. Naomi Wallace hat mit ihrem Einpersonenstück ein klares Bekenntnis gegen Krieg geschrieben. In Magdeburg erlebte die Deutschsprachige Erstaufführung großes, auch überregionales Interesse und wurde mit großer Berührung aufgenommen. In dieser "Nacht für den Frieden" ist das ganze Haus geöffnet. Im Foyer, im Studio und im wort/werk besteht Gelegenheit zu Gesprächen, gibt es Musik, Filme, Videos gegen den Krieg sowie Nachrichten. Der Eintritt für diesen Abend ist frei. Kostenlose Karten können unter Tel. 0391/540-6363 reserviert werden.

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